Einen neuen Besucherrekord hat die zwölfte Ausgabe der Eberner Musiknacht erlebt. Rund 650 Musikfans pilgerten durch die Altstadt und waren begeistert von den Musikern und den Bands, die mit ihren verschiedenen Stilrichtungen in den sechs Locations für Stimmung sorgten.

Keine unbekannten Künstler

Auf den Bühnen standen in diesem Jahr nur Künstler, die sich schon bei den Musiknächten der vergangenen Jahre einen Namen gemacht haben. So spielte im Café Wagner die Band "Papa Lagba's Blues Lounge", die einen Blues präsentierten, wie er am Anfang des vergangenen Jahrhunderts im Mississippi-Delta gespielt wurde. Die Zuschauer freuten sich über den Klang von Bluesharp, Blechgitarre und Kontrabass - ohne elektronische Tricks und technische Spielereien.

Der Ire Joe Ginnane war im "Pizzablitz" zu Gast und bot alleine mit seiner Gitarre Songs von Bob Dylan, Neil Young, Beatles, den Stones und anderen musikalischen Helden seiner Jugend in den Pubs von Limerick, Ennis und Galway.

Die Songwriterin Sam aus der Nähe von Nürnberg sorgte wie im vergangenen Jahr im "Veracruz" für volle Tische. Mit Rock-Pop-Cover-Songs und eigenen Liedern transportierte sie durch ihre Stimme viel Gefühl und Emotion an die Zuhörer.

In den "Frankenstuben" interpretierten "Dust Bowl" Blues und Rock von Größen wie B.B. King, Eric Clapton, Nazareth und vielen anderen Musikern.

Die besten Songs aus 40 Jahren Rockgeschichte brachten nach letztem Jahr auch heuer die altehrwürdige Rathaushalle zum Beben. Die Gruppe "Faded Glory" stand hier zum wiederholten Mal auf der Bühne und überzeugte mit wechselnd melodiösen und rauen Gitarrensounds. Das Programm variierte zwischen Hard-Rock und Soft-Songs und ließ lang vermisste Top-Hits noch einmal live aufleben. Zuschauer Martin Kollmann und seine Frau Marita aus Ibind waren begeistert. Vor 30 Jahren aus dem Sauerland in die Haßberge gezogen, liebt das Ehepaar die fränkische Lebensweise und die Art, wie die Eberner feiern können. "Wir kommen auf jeden Fall auch im nächsten Jahr wieder."

Junge Band mit bunter Mischung

Die jüngste Band und sozusagen aus der Nachbarschaft war "Lord Locksmith". Mit Jul, Dom und Flo aus Untermerzbach traten im "Streitsgarten" drei "Garanten für gute Musik" auf, wie sie ein Fan bezeichnete. Gefragt nach ihrer Musikrichtung, die sie spielen, hatte das Trio eine neue Wortschöpfung parat: "Kick Ass Schlager Trash". Komplett anders war jedes der vier Sets, von Punk bis Schlager, gemischt mit Country und Raritäten, die sonst nicht so oft zu hören sind. Bereits seit 15 Jahren haben sich die drei Jungs der Musik verschrieben. Ihre Anfänge machte die jetzige Formation ebenfalls im "Streitsgarten", als dort 2014 noch reger Betrieb im Biergarten herrschte. Bereits zwei Mal durften die drei jungen Musiker aus dem Itzgrund auch schon in der Vergangenheit bei der Musiknacht in Ebern dabei sein.

13. Musiknacht steht fest

Walter Ullrich, Hauptorganisator und Vorsitzender des Sport- und Kulturvereins Ebern, freute sich, dass auch nach bereits mehr als einem Jahrzehnt die Musiknacht nicht an Glanz verloren hat. Sogar der Wettergott, so Ullrich, hatte ein Einsehen und ließ es zumindest nicht regnen an diesem Abend.

"Friedlich und fröhlich wurde gefeiert, alles hat reibungslos funktioniert. Den Besuchern wurde ein schönes Musikerlebnis beschert", sagte Ullrich. Er freue sich schon jetzt auf die 13. Eberner Musiknacht. Das Datum dafür steht schon fest: 10. Oktober 2020.