Im Verlauf der Sitzung wurden dann auch allerhand Aufträge vergeben, sowohl für den laufenden Umbau der Kläranlage, als auch für die Rathaus-Sanierung. Dass manche Gewerke zweimal auftauchen, ist der Tatsache geschuldet, dass die energetische Sanierung und die Umbauten zu Gunsten einer besseren Barrierefreiheit über das KIP, das Kommunale Investitionsprogramm, gefördert werden.

Der Gemeinderat beschloss allerdings auch weitere Umbaumaßnahmen, etwa die Erneuerung der Installationen und auch eine Umorganisation der Verwaltungsräume. Auch außen wird einiges verändert, deshalb lag ein Bauantrag der Gemeinde vor. Anstelle der bisherigen Garagen entstehen eine behindertengerechte Toilette und Sozialräume für den Bauhof. Der Nutzungsänderung stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.


Kanäle werden digital verzeichnet

Eingangs der Sitzung informierte Hans-Joachim Brandt vom Ingenieurbüro SRP über den Stand des Kanalkatasters. 450 000 Euro investiert die Gemeinde mit staatlicher Förderung in ein aktuelles, digitales Verzeichnis aller Kanäle und Schächte. So entsteht ein aktuelles Bild davon, wo in absehbarer Zeit Reparaturbedarf besteht, wo vorbeugend eingegriffen werden sollte - und wo alle Kanäle wirklich liegen. Zur Erstellung des Kanalkatasters werden alle Kanäle kamerabefahren, vermessen und bei Bedarf auch gespült. Dabei stellte sich heraus, dass viele Bestandspläne, die von den ausführenden Firmen bei Abschluss einer Kanalbaumaßnahme erstellt werden, nicht die korrekte Lage des Kanals zeigen. Beispiele zeigte er anhand des Geusfelder Ortsnetzes auf, wo die Untersuchungen begannen.

Viele Schächte waren nur noch schwer aufzufinden, sie sind jetzt alle wieder freigeschnitten, erklärte Hans-Joachim Brand. Einige Stellen seien aber so schwer zugänglich, dass hier noch nach Lösungen gesucht werde. Wenn das Kanalkataster fertig ist, kann die Gemeinde schnell und unkompliziert Bauwerbern beispielsweise einen exakten Kartenauszug mit den eingezeichneten Anschlüssen zur Verfügung stellen. Außerdem ist das Kataster die Grundlage für eine qualifizierte Pflege des Kanalsystems und hilft dabei, frühzeitig einzugreifen, bevor große Schäden entstehen, die dann auch entsprechend teuer repariert werden müssen.

Ein paar Stellen müsse man gleich 2018 angehen, erklärte Bürgermeister Matthias Bäuerlein.
Erleichtert zeigten sich Bäuerlein wie Brand, dass der Gemeinderat den zweiten Abschnitt der Untersuchung bereits vor einigen Monaten ausgeschrieben hat. "Unser Ergebnis ist eine Punktlandungen, aktuell sind die Ausschreibungsergebnisse weit über der Kostenberechnung, weil die Firmen allesamt sehr ausgelastet sind", erklärte Hans-Joachim Brand dem Gremium.

Mehrere Bauanträge oder Bauvoranfragen konnten problemlos ans Landratsamt weitergeleitet werden, ein geplanter landwirtschaftlicher Unterstand in Fürnbach steht jedoch im Konflikt mit dem dort gültigen Bebauungsplan. Dem Bauwerber wird die Verwaltung mitteilen, wo in der direkten Nachbarschaft, ebenfalls auf seinem Grund, er diesen Unterstand errichten kann.


Anlage für Freizeitreiter

Grundsätzlich positiv sahen die Gemeinderatsmitglieder die Voranfrage eines Ehepaares aus Bamberg, das in Prölsdorf auf drei Grundstücken eines bisherigen landwirtschaftlichen Betriebs eine Familienfreizeitanlage rund ums Pferd errichten möchte. 26 Pferdeboxen, Reitplatz, Reitzelt oder Reithalle und 18 Betriebs- und Ferienwohnungen in insgesamt sechs Häusern sollen entstehen, dazu zwei bis drei mongolische Zelte. Für die Gemeinde wäre ein solches Feriendorf sicherlich eine Bereicherung, ob auch die dazugehörigen Stellplätze und Nebenflächen unterzubringen sind und die Immissionen zur Nachbarschaft passen, das wird das Landratsamt prüfen. Bei einer Gegenstimme sprach der Gemeinderat dem Vorhaben zunächst seine grundsätzliche Zustimmung aus, damit die weiteren Prüfungen erfolgen können.

Die üblichen zehn Prozent gemeindlichen Zuschuss gewährte das Gremium dem SC Koppenwind, der für rund 12 000 Euro am Sportplatz eine offene Überdachung errichten will. Ebenfalls ohne Einwände abgehandelt wurden die Verlängerungen der wasserrechtlichen Erlaubnisse für verschiedene Fischteichanlagen in Wustviel, Fürnbach, Obersteinbach, Geusfeld und Prölsdorf.

Auf wenig Gegenliebe stieß im Gemeinderat die Ankündigung des Abfallwirtschaftsbetriebs, die Öffnungszeiten des Wertstoffhofes im Winter so zu legen, dass der Betrieb bei Tageslicht abgewickelt werden kann. Die Öffnung am Dienstag wäre dann ebenso wie am Freitag von 15 bis 16.30 Uhr, am Samstag bliebe von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Den Dienstag könne man dann auch ganz bleiben lassen, meinten einige Gremiums-Mitglieder, außerdem kollidiere die Wertstoffhofzeit dann mit dem Betrieb im Bauhof. Einige sahen sich auch in ihrer Skepsis bezüglich der Wertstoffhof-Bewirtschaftung durch den Abfallwirtschaftsbetrieb bestätigt. Der Gemeinderat beauftragte Bürgermeister Matthias Bäuerlein einstimmig, dass der Gemeinderat die Änderung der Öffnungszeiten in dieser Form nicht gutheißt.

Abschließend sprach der Bürgermeister noch zwei Einladungen aus. Am Samstag, 15. September, ist die Gemeinde Rauhenebrach Ausrichter der Fünf-Sterne-Wanderung mit Start und Ziel in Fürnbach (Abmarsch 10 Uhr am Gemeinschaftshaus/Sportheim) und am Donnerstag, 21. September, erfolgt um 15 Uhr die offizielle Freigabe des Geh- und Radweges Karbach-Fabrikschleichach.