In der Marktgemeinderatssitzung am Montagabend drückte es Herbert Baum drastisch aus: In Schweinshaupten baue man am Radweg "Betonbunker mit einer Klagemauer für Fledermäuse", ohne auf Kosten zu achten, aber für den Erhalt der beiden Parkplätze bei Birkenfeld, die für den Menschen wichtig sind, sei angeblich kein Geld vorhanden. Das sei weder ihm als Gemeinderatsmitglied noch dem Normalbürger zu vermitteln.
Zuvor hatten Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) und Planer Peter Ruck erklärt, dass sich die Verkehrsbehörde mit der ehemals geplanten Variante der beiden Parkplätze bei Birkenfeld aus Sicherheitsgründen nicht einverstanden erklärte, weil der Radweg entlang der Straße verlaufen sollte. Die Fahrzeuge hätten dann auf dem Weg zum Parkplatz den Radweg kreuzen müssen. Nun wird der Radweg hinter den jetzigen Parkplätzen entlang führen. Damit genüge man den Sicherheitserwägungen. Zugleich aber scheue man die Kosten von rund 170 000 Euro, die für einen Ausbau der Parkplätze anfallen würden.


Gemeinde hat keinen Einfluss

Winfried Wolfberger verwies auf den Tourismus, für den man Parkplätze benötigt. Auch würde man immer jammern, zu wenig Lkw-Parkplätze zur Verfügung haben, und nun wolle man vorhandene Parkplätze nicht mehr nutzen, ergänzte Günter Freß.
Rupert Fichtner aus Birkenfeld, Förster des Grafen zu Ortenburg, mahnte an, dass der Parkplatz in der Nähe des Schlosses benötigt würde, um Holz abzufahren. Wenn der Parkplatz wegfalle, müsste das Holz an die Straße verlagert werden und das in einem Kurvenbereich, merkte er an. Trotz aller Einwände wird sich wohl nichts an der Planung ändern, da die Gemeinde über die Planung der Verkehrsbehörde nur informiert wurde und keine Entscheidungsgewalt besitzt.
Wie hohe Zuschüsse zum Handeln verleiten können, zeigte sich im Zusammenhang mit dem neuen Kommunalinvestitionsgesetz, nach dem Gemeinden Ansprüche für Projekte anmelden können. Im Landkreis sind 7,5 Millionen Euro zu verteilen. Der Markt Maroldsweisach will hierzu zwei Projekte anmelden. Für das Programm scheint das Rathaus in Maroldsweisach geeignet zu sein. Barrierefreiheit will man mittels einer Liftanlage erreichen. Die Verwaltung rechnet mit Kosten von etwa 130 000 Euro. Das zweite Objekt ist das Mehrzweckgebäude in Hafenpreppach, das energetisch saniert werden müsste. Wichtigster Punkt dabei wäre der Einbau einer neuen Heizung.
Gerald Hellmuth wies darauf hin, dass zwar hoch gefördert werde, die Kommune dann aber andere Projekte zurückstellen müsse. Als Beispiel nannte er die punktuelle Dorferneuerung in Birkenfeld.
Helmut Berwind aus Hafenpreppach kritisiere die Einstellung einiger Gemeinderäte, da in manche Ortsteile das Geld regelrecht "reingepumpt" werde, während die Dörfer, die am weitesten von der Kerngemeinde entfernt sind, nichts abbekämen. Hafenpreppach käme regelmäßig zu kurz, schimpfte er. Aus den Reihen der Gemeinderäte kam die Forderung, erst einmal ein Bewirtschaftungskonzept für das Mehrzweckgebäude zu erstellen. Zusätzlich wurde eine Prioritätenliste für öffentliche Gebäude gefordert.
Mit einigen Gegenstimmen genehmigte der Gemeinderat die Förderanträge für die beiden Projekte zu stellen, wobei Hafenpreppach die erste Priorität eingeräumt wurde.


Bemühen um Tankstelle

Nachdem in Ermershausen keine Tankstelle mehr vorhanden ist, hat man im Maroldsweisacher Rathaus die Fäden in die Hand genommen und sich bemüht, wieder eine Tankstelle in den Raum Maroldsweisach zu bekommen. Deshalb soll an der B 279 Richtung Ermershausen ein Gewerbegebiet mit einer Größe von 7700 Quadratmetern ausgewiesen werden. Auf dem Areal könnte auch noch ein Einkaufsmarkt entstehen, hieß es. Wie Bürgermeister Thein erklärte, seien Vorgespräche positiv verlaufen. Der Standort ist seiner Meinung nach auch dann noch attraktiv, wenn die Ortsumgehung verwirklicht werden sollte. Mit einem Baubeginn am neuen Gewerbegebiet könne nicht vor 2017 gerechnet werden.


Asylbewerber verabschieden sich

Werner Thein, der sich um den Helferkreis Asyl bemüht, teilte mit, das eine bosnische Flüchtlingsfamilie, die in Pfaffendorf untergebracht ist, freiwillig wieder in ihre Heimat zurückkehrt. Zwei weitere Familien, die in Maroldsweisach wohnen, werden am Wochenende in die Aufnahmestelle Bamberg verlegt, von wo aus sie abgeschoben werden sollen.
Der Bürgermeister berichtete, dass die Firma Vodafone ihren Mobilfunkmast in Hafenpreppach aufrüsten will. Auf Nachfrage erklärte er, dass der Markt bemüht sei, Dürrenried, Wasmuthhausen und Hafenpreppach in den Nahverkehrsplan Coburg zu bekommen, um eine Busanbindung zu schaffen.