Frenetisch. Eigentlich ein Fremdwort für einen Franken. Doch dieses Wort trifft am besten die Reaktion des Publikums auf das Gypsy-Swing-Konzert des Joscho Stephan Trios, zu dem das Kulturamt Haßfurt in den Gewölbekeller der Stadthalle geladen hatte. Frenetisch war der Schlussapplaus, aber auch der immer wieder aufbrandende Zwischenapplaus für alle Künstler, besonders aber für den herausragenden Gitarristen des swing orientierten Gypsy-Jazz, Joscho Stephan.

"Das war der Hammer" äußerte sich ein Besucher aus dem Kreis Kulmbach nach dem Konzert und auch Martin Krautwurst aus Obertheres zeigte sich begeistert. "Ich bin ein großer Jazz- und Gypsy-Fan und muss sagen, dass dieses Konzert heute nach dem Auftritt von Ron Williams in der letzten Woche das zweite große Highlight in dieser Sparte war", sagte er. "Joscho Stephan hat mich aber als Musiker persönlich mehr berührt. Er ist ein so filigraner und virtuoser Vollblutmusiker - da passt alles zusammen!"

Immer perfekt

Schon beim ersten Titel, "Django's Tiger", fühlten die Zuhörer, dass dieser Gitarrist in der Nachfolge des großen Django Reinhardt steht. Zugleich bekamen sie eine Ahnung davon, welch ein Talent vor ihnen in greifbarer Nähe Platz genommen hatte. Von seinem rasanten und doch immer perfekten Spiel ging eine Faszination aus, die zum einen auf seiner grandiosen Spieltechnik, seiner unglaublichen Finger- und Anschlagfertigkeit und zum anderen auf seiner großen Musikalität und seiner Improvisationsbegabung beruht. Mit "Django's Tiger" hatte er kein Stück gewählt, das ihm ein langsames "Aufwärmen" ermöglicht hätte. Vielmehr stieg er damit sofort extrem schnell, temperamentvoll und fantastisch geläufig in das Programm ein, so dass den Zuhörern schon beim Zusehen schwindlig wurde.

"Haßfurt eskaliert" merkte er selbst hocherfreut und humorvoll nach dem ersten begeisternden Applaus an und führte dann charmant durch den Abend. Ein Anliegen war es ihm, auch seinen Kollegen den wohlverdienten Applaus zukommen zu lassen. So wies er auf die Bass-Soli in "Minor Blues", "Blue Drag", "C"est si bon" oder "Créateur Immobilier" hin, in denen Volker Kamp sein Können besonders herausstellen konnte und für die er dann zu Recht mit Beifall überschüttet wurde. Außerdem betonte Joscho Stephan, dass sein Vater Günter Stephan an der Rhythmusgitarre zwar nie die Gelegenheit zu Soli bekomme, aber unglaublich wichtig für den Sound sei; so dass auch seine musikalischen Leistungen vom Publikum lautstark honoriert wurden.
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Viele bekannte Stücke

Das Trio präsentierte unter anderem Stücke wie "Mainstreet Breakdown" von Chet Atkins, "Sway" von Pablo Ruiz, "Bossa Dorado" von Dorado Schmitt oder den Jazzstandard "Sweet Georgia Brown", in denen der Gypsy-Swing-Gitarrist Joscho Stephan brillierte und für seine Virtuosität immer wieder mit Zwischenapplaus bedacht wurde. Seine eigenen Kompositionen wie "Klez-Musette", "Ballade pour Django", "Blues for Tony" oder "Papillon" wiederum zeugen von seinem außerordentlichen Kompositionstalent, das ebenfalls großen Anklang fand. Weil der Schlussapplaus des Publikums am Ende so frenetisch ausfiel, revanchierte sich das Trio mit immerhin drei Zugaben: "Minor Swing" von Django Reinhardt und Stépahne Grapelli, bekannt aus dem Film "Chocolat" mit Jonny Depp, "Hey Joe" von Jimi Hendrix und "Nuages" von Django Reinhardt.