Eine bittere Pille musste er dann doch schlucken: Altersbedingt scheidet Herbert Stang aus dem Aufsichtsrat der Raiffeisenbank-Volksbank aus. Zuvor hatte der Apotheker aus Ebern als Vorsitzender dieses Gremiums noch gute Nachrichten verbreitet: "Unsere Bank ist kerngesund", sagte er den 123 Vertretern, die am Dienstagabend im Marktsaal den Jahresberichten von Aufsichtsrat und Vorstand lauschten.

In schwierigen Zeiten gut gewirtschaftet, lassen sich die vorgelegten Zahlen zusammenfassen. "Die Ertragslage ist gut, jeder Stresstest wurde bestanden", zitierte Stang aus dem Prüfungsbericht des Genossenschaftsverbandes. "In Zeugnisnoten übersetzt, liegen wir zwischen 1 und 2."
Das bestätigte auch Abteilingsdirektor Wolfgang Eck vom Prüfungsverband, dessen Analyse kurz und bündig ausfiel: "Es gibt nichts zu berichten, es ist alles in Ordnung. Das war früher keine Selbstverständlichkeit."

Vier Prozent Dividende

In Zahlen drückt sich diese Zufriedenheit so aus: Der Jahresüberschuss beträgt 621 000 Euro (Vorjahr: 615 000 Euro), davon werden 320 000 Euro den Rücklagen zugeführt, der Rest wird als vierprozentige Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet. Vier Prozent! Das liegt deutlich über dem aktuellen Zinsniveau, machte Direktor Norbert Knorr deutlich.

Und weckte damit gleich Begehrlichkeiten: Ob man die Höchstzahl der Genossenschaftsanteile nicht von 10 auf 20 erhöhen möchte, fragte ein Vertreter. Dies lehnte Vorstandssprecher Christian Senff ab. "Die Anteile sind als Genossenschaftsgedanke nicht als Kapitalanlage gedacht. Mit zehn Anteilen pro Mitglied haben wir schon einen kräftigen Schluck aus der Pulle genommen."

Dass die Mitgliedschaft in der Genossenschaft attraktiv ist, zeigt sich an einer anderen Zahl. "Wir konnten im Jahr 2013 netto 196 Menschen in unserer Region den Genossenschaftsgedanken nahe bringen und sie davon überzeugen, dass die Genossenschaft für unseren Wirtschaftsraum und die Wertschöpfungskette in der Region einen hohen Stellenwert einnimmt", stellte Senff fest. 8850 Mitglieder und Kunden bilden aktuell die Genossenschaft

Auch sonst las Senff aus der Bilanz im 145. Jahr seit der Gründung nur positive Entwicklungen heraus. "Wir haben bei allen wichtigen Kriterien zugelegt. Kundengeschäft, Betriebsergebnis und das wichtige Eigenkapital entwickelten sich positiv." Um 4,7 Millionen auf 153 Millionen sei das Kreditvolumen angewachsen. Auch die Einlagenseite habe sich erfreulich entwickelt. Das betreute Kundenvolumen verzeichne eine beachtliche Steigerung um 14 auf 555 Millionen Euro.