Dass Ebelsbach eine Ortsumgehung in Richtung Stettfeld erhalten soll,ist beschlossene Sache. Noch unklar ist freilich, was dann mit den Radlern wird, Soll ein Radweg entlang der Ortsumgehung oder gar bis nach Stettfeld angelegt werden? Die Frage führte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats zu einer regen Diskussion. Am Ende der Debatte jedenfalls gab man dem Planer den Auftrag, sich auch über eine "fußläufige Verbindung" oder einen "Begleitfahrradweg" Gedanken zu machen.

Hedi Kraft (CSU) war der Meinung, dass man bei der Planung einer Ortsumgehung auch ein Radwegekonzept einbringen sollte. Dies sei in der Planungsphase ganz wichtig. Die Radfahrer würden immer mehr und auch immer wichtiger.


Kein Schwerlastverkehr mehr

Bürgermeister Walter Ziegler (BNL) hingegen vertrat die Meinung, dass die Radfahrer durch Ebelsbach fahren sollten, da die "Stettfelder Straße" ja künftig verkehrsberuhigt sei und man die Radfahrer vorbei an der Eisdiele, den Gasthöfen und der Metzgerei in Richtung Stettfeld führen könnte. Der Schwerlastverkehr sei dann weg und damit sei auch die Situation für die Radfahrer besser. Außerdem sei man bei der Umgehungstrasse flächenmäßig begrenzt.

Helmut Schöpplein (CSU) brachte den Vorschlag ein, dass man bis zur Unterführung bei den Feldscheunen die Geschwindigkeit auch auf 60 km/h begrenzen könne, damit man sicher in die "Maingasse" komme. Einen Radweg Richtung Stettfeld hielt er nicht für notwendig. Der Flurweg auf der Ebelsbacher Gemarkung sei weitgehend in Ordnung und genüge für die Landwirtschaft und die Radfahrer. "Wo ich allerdings mehr Bedenken sehe, ist die Anbindung der Straßen bei der Tankstelle Koch. Ein Kreisel wäre hier die optimale Lösung und dieser wäre wichtiger als der Radweg. Wenn wir jetzt in der Planung den Kreisel nicht fordern, dann bekommen wir ihn in fünf Jahren nicht mehr. Wichtig wäre hier auch der Lärmschutz."


Bürgermeister: Entwurf abwarten

Susanne Langer (CSU) sah dies anders und gab zu bedenken, dass die Radfahrer dann zweimal die Straße an der Tankstelle und auch bei der Einmündung Stettfelder Straße/Maingasse überqueren müssten. Sie schlug vor, zu überlegen, ob man nicht von der Tankstelle bis zu den Feldscheunen an der Trasse entlang eine Möglichkeit habe. Auch Christian Zehendner meinte, dass es nur um die Auslotung der Möglichkeit eine solchen Weges von der Tankstelle bis zu den Feldscheunen gehe.

Ziegler jedoch war der Meinung, es gebe nur eine Priorität für die Umgehung, nicht für die Radfahrer. Die Überquerungen der Straße an der Kirche oder der Tankstelle sowie an der Maingasse seien nicht so gefährlich und jetzt ja auch vorhanden. Dazu sei man nicht im Besitz der Flächen, was sicher zu Problemen führe. Ziegler: "Wir sollten den 1. Entwurf der Planung abwarten, ohne dass wir groß darauf einwirken, dass ein Radweg an der Umgehung berücksichtigt werden muss."

Was Langer zu der Frage veranlasste: "Macht es nicht mehr Sinn, dem Planer diese Wünsche und Möglichkeiten vorher mit an die Hand zu geben?"

Tobias Ziegler (BNL) warf ein, dass es hierbei nicht um geringfügige Flächen gehe, sondern man eine Breite von drei Metern neben dem Damm sicherlich benötige. Martin Wasser (CSU) brachte einen begehbaren Fußweg mit der Möglichkeit eines Radweges in die Diskussion. Dies sollte man bei der Planung jetzt schon bedenken und sich nicht erst etwas verbauen. Auch Reinhold Strätz (BNL) war der Meinung, dass ein Radweg unten am Fuß des Dammes mitgeführt werden könnte.

Von einer Beschlussfassung sah man jedoch ab, nachdem der Bürgermeister zusagte, dass er dem Planer den Auftrag gebe, sich Gedanken zu der nördlichen Seite der Trasse mit einem Fuß- oder Radweg und einem Kreisel an der Tankstelle Koch zu machen.


Betreuung kostet 130 000 Euro

Einen Bericht gab Bürgermeister Ziegler dann zu den Kosten der Mittagsbetreuung. Diese habe im vergangenenJahr insgesamt rund 130 000 Euro gekostet. Dabei habe der Staat 45 000 Euro und die Gemeinde 51 000 Euro beigesteuert, während die Eltern mit ihren Beiträgen 34 000 Euro aufbrachten. Im Finanzausschuss werde man demnächst über diese Kostenverteilung sprechen. Die zusätzlichen Heiz- und Stromkosten im Schloss Gleisenau für diese Nutzung hätten jedoch nur einen Mehraufwand von1000 Euro gegenüber dem Leerstand.

Roland Metzner (CSU) fragte nach dem aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten auf dem Sportgelände und ob nicht die Flutlichtanlage auch auf LED umgestellt werden sollte. Ziegler teilte mit, dass die die Arbeiten für die Aschenbahn, die Laufbahn und die Segmente in Auftrag gegeben wurden, während am Hartplatz nur die größeren Schäden behoben werden sollte. Dies sei der Wunsch des Sportvereins gewesen. Mit den Arbeiten soll im Juli begonnen werden.

Hedi Kraft (CSU) interessierte die Frage, ob es bei den letzten Starkregenereignissen im Gemeindegebiet Probleme gegeben habe. Hierzu teilte Zweiter Bürgermeister und Bauhofleiter Martin Horn mit, dass nur einige Keller davon betroffen waren - interessanterweise nicht vom Siedlungsgebiet herunter in den Ort, sondern auf der ebenen Fläche wie am "Nußacker". Das Kanalnetz sei eben nur für ein zweijähriges Regenereignis ausgelegt.

Probleme mit dem "Veranstaltungskalender" sah Susanne Langer, die kritisierte, dass man diesen im Herbst aufstelle und sich dann aber während des Jahres Termine blockierten, die nicht abgesprochen wurden. Bürgermeister Ziegler meinte, dass der Kalender die Termine ja nur bekanntgebe. Deren Abstimmung sei eine andere Sache, und da werde es in den Festmonaten immer wieder zu Überschneidungen kommen.

Reinhold Strätz sprach planerische Probleme beim Ausbau der Straße im Ortsteil Steinbach an, wo am "Pfaffenberg" ein zu großer Bogen gewählt worden sei, der bei der Befahrung Probleme bereite. "Für uns Steinbacher ist dies nicht nachvollziehbar".