Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Haushaltsplan 2018 und die Finanzplanung bis 2021 beschlossen. Der Verwaltungshaushalt sieht Einnahmen und Ausgaben von knapp 4,4 Millionen Euro vor, während der Vermögenshaushalt mit knapp 4 Millionen Euro schließt. Eine Finanzierung der Investitionen ist nur - wenn auch bewusst in Kauf genommen - mit einer großen Darlehensaufnahme von 2,18 Millionen Euro möglich. Für Bürgermeister Matthias Schneider und den Gemeinderat sind jedoch die Ausgaben notwendig, um die bisherige Attraktivität der Gemeinde auch weiterhin zu gewährleisten.

Wie der Kämmerer Markus Hahn mitteilte, komme die gute wirtschaftliche Situation nun auch auf der untersten Ebene, den Kommunen, an. Die Einnahmen stiegen mit 6,93 Prozent stärker an als die bereinigten Ausgaben mit 4,12 Prozent. Auch die Zuführung zum Vermögenshaushalt könne deutlich gesteigert werden. Allerdings erhöhe sich die Kreisumlage trotz eines geringeren Hebesatzes wegen der gestiegenen Steuerkraft von 1 047 180 Euro im Jahr 2017 auf 1 107 250 Euro in diesem Jahr. So reiche die Schlüsselzuweisung von 908.500 Euro nicht mehr aus, um die Kreisumlage abzudecken.


Mehr Geld aus der Einkommenssteuer

Die prognostizierten Einnahmen aus der Einkommensteuerbeteiligung stiegen um 177 000 Euro auf 1 560 000 Euro. Ebenso erhöhten sich die prognostizierten Anteile aus der Umsatzsteuer und dem Einkommensteuerersatz. Wie der Kämmerer ausführte, erhebe die Gemeinde schon seit Jahren gemäß den gesetzlichen Vorgaben kostendeckende Gebühren. "Dies ist eine Notwendigkeit, um stabile und ausgeglichene Haushalte erreichen zu können", betonte er. Es werde auch darauf ankommen, inwieweit der Freistaat nach der geplanten Abschaffung der Straßenausbaubeiträge die Gemeinden unterstützen werde.

Um die großen Herausforderungen der nächsten Jahre finanziell abzusichern, seien die Bürger der Gemeinde Theres bereits darüber informiert worden, dass für beitragsfähige Verbesserungsmaßnahmen im Bereich Wasser und Abwasser künftig entsprechende Beiträge erhoben würden. Im Jahr 2018 greife auch die bereits seit längerem beschlossene Erhöhung der Grundsteuer-Hebesätze auf 450 v.H.

"Weil wir rechtzeitig reagiert haben, erhalten wir nun auch höhere Zuschüsse zum Bau des Mehrzweckgebäudes in Obertheres", betonte der Kämmerer. Er gab weiterhin an, dass im Stellenplan ein zusätzlicher Mitarbeiter für den Bauhof vorgesehen sei.


Sporthalle der größte Brocken

Die größten Ausgaben im Vermögenshaushalt sind der Bau der Sporthalle und des Mehrzweckgebäudes in Obertheres (800 000 Euro), die Sanierung der Kläranlage in Buch (787 000 Euro) und der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Obertheres (600 000 Euro). Weiter sind für die Sanierung des Kanals in Horhausen 245 000 Euro und für die Sanierung der Wasserleitung in Horhausen 285 000 Euro vorgesehen. Sollte jedoch die Ortsdurchfahrt zur Kreisstraße erhoben werden, müsste die Gemeinde diese Investitionen nicht leisten.


Darlehen von 2,18 Millionen Euro

Der Vermögenshaushalt wird finanziert durch die Rücklagenentnahme (685 000 Euro), die Zuführung vom Verwaltungshaushalt (626 500 Euro), durch Zuschüsse (334 000 Euro) und durch Veräußerungen (150 000 Euro). Zudem ist eine Darlehensaufnahme von 2,18 Millionen Euro notwendig, falls alle geplanten Ausgaben getätigt werden.

"Eine deutliche Steigerung der Verschuldung ist seit langem bekannt und soll innerhalb eines akzeptablen Zeitraumes wieder zurückgeführt werden", so Markus Hahn. Er bezeichnete die Ausgaben als wichtige Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde. Dass sie zukunftsfähig sei, werde durch den raschen Verkauf der neu erschlossenen Bauplätze in Obertheres deutlich. So seien alle 15 neu erschlossenen Bauplätze veräußert und ein Großteil bereits bebaut. Die Gemeinde habe aber auch Zuschussrichtlinien zur Innenentwicklung erlassen und wolle die im gemeinsam mit den Allianzgemeinden Gädheim, Wonfurt, Haßfurt und Königsberg im Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept entwickelten Ziele konsequent weiter verfolgen.

Die größten Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind die Einkommensteuerbeteiligung (1,614 Millionen Euro), die Schlüsselzuweisungen (908 500 Euro), die Gebühren (323 840 Euro), die Gewerbesteuer (300 000 Euro) und die Grundsteuern (255 500 Euro). Die größten Einzelausgaben sind die Kreisumlage (1 107 250 Euro), die Kosten für Verwaltung und Betrieb (733 300 Euro), die Umlagen (Schule, Abwasserzweckverband und Verwaltungsgemeinschaft (721 900 Euro) und die Personalausgaben (393 400 Euro).


Kämmerer mahnt Haushaltsdisziplin an

Zum Ende des Jahres 2018 wird der Schuldenstand der Gemeinde Theres, der Anfang 2018 bei 1,876 Millionen Euro lag, voraussichtlich auf rund 3,941 Millionen steigen. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird sich damit von 706 Euro auf 1483 Euro erhöhen. Auch wenn der Gemeinderat die hohe Verschuldung aufgrund der Investitionen in Kauf nehme, müsse er in den kommenden Jahren eine strenge Haushaltsdisziplin wahren, so der Kämmerer.

Bürgermeister Matthias Schneider dankte dem Kämmerer für die Erstellung seines "letzten" Haushalts und die ausführlichen Erläuterungen. Denn zum 1. Juli werde Marco Weber aus Wonfurt die Stelle des Kämmerers antreten. "Unsere Gemeinde ist attraktiv, die Bauplätze gehen weg wie warme Semmeln, die Kindergärten sind voll belegt und unsere geplanten Investitionen sichern unsere Zukunft", sagte er.


Hochbehälter wird zurückgebaut

Schneider teilte mit, dass die Tiefbauverwaltung des Landkreises 2019 die Brunnenstraße in Untertheres sanieren werde und bis Ende Juli die Planungen für Kanal, Wasser, Strom und Gas vorgelegt bekommen wolle. Allerdings wurde bei einigen Grundstücken mehr als ein Hausanschluss auf den öffentlichen Kanal angeschlossen. Da jedoch nur ein Hausanschluss zugelassen ist, müssen alle weiteren Anschlüsse in einem Sammler gebündelt und ein Gestattungsvertrag abgeschlossen werden. Die Kosten müssen dann die Eigentümer übernehmen. Im Zuge der Straßensanierung wird auch der alte Hochbehälter in der Brunnenstraße zurückgebaut und verfüllt. Geklärt werden muss noch, ob die Gehwege mit Asphalt oder Pflaster auszubauen sind. Zu dem Thema wird es eine eigene Bürgerversammlung geben.

Der Bürgermeister berichtete, dass das Thema Mitfahrbänke in der Allianz Main & Haßberge besprochen worden sei und man nach Möglichkeiten suche, wie in den einzelnen Ortschaften die Weiterfahrt in andere Orte geregelt werden könne. Da der Datenschutz eine "Riesenherausforderung" für alle Kommunen sei und deren Kapazitäten sprenge, werde man den Landkreis bitten, alle Gemeinden zu unterstützen und einen gemeinsamen Datenschutzbeauftragten zu ernennen.

Da der Bayerische Gemeindetag die Gemeinde bei ihrem Antrag, die Gemeindeverbindungsstraße von Wonfurt über Horhausen nach Dampfach zur Kreisstraße höherzustufen, nicht unterstützen könne, werde man eine Verkehrszählung durchführen und erneut einen entsprechenden Antrag an das Landratsamt Haßberge stellen.

Zuvor hatte der Gemeinderat vor Ort über den Bauantrag von Sabine Frank zum Neubau einer Garage mit Carport und Außentreppe in Untertheres diskutiert und nach Rücksprache mit dem Nachbarn die Einzelheiten einer Grenzbereinigung besprochen und dem Antrag schließlich zugestimmt. In Wagenhausen befasste sich das Gremium mit der Bauvoranfrage von Dominik Franzel zum Bau eines Einfamilienhauses im Außenbereich. Mit neun zu sechs Stimmen lehnten die Gemeinderäte das Vorhaben ab.