"Mein Antrieb als Bürgermeister ist es, so zu handeln, dass Generationen nach uns noch sagen können: Es gibt Vieles, über das sich der Gemeinderat Gedanken gemacht hat!" Mit diesen Worten begann Bürgermeister Holger Baunacher (JL) seinen Jahresrückblick der etwas anderen Art. Denn nicht die umgesetzten Projekte, sondern die Art, wie er mit dem Gemeinderat Politik machen möchte und wie man in der Gemeinde miteinander umgehen sollte, stand im Mittelpunkt seiner Rede bei der Jahresschluss-Sitzung.
Besonders erfreulich ist für Baunacher, dass der Gemeinderat alle Interessensgruppen vertritt und damit die Bevölkerung sehr gut abbildet. Wie er konstatierte, habe man in diesem Jahr gemeinsam viel erreicht und werde auch im kommenden Jahr vor allem in die Erhaltung der Infrastruktur investieren.
"Ich wünsche mir, dass in unserer Gemeinde jeder mit jedem offen und ehrlich umgeht", sagte er. "Dabei fordere ich auch den Gemeinderat auf, beruhigend auf die Bürger zuzugehen und Spannungen herauszunehmen."
Ein herzliches "Vergelt's Gott!" sagte er nicht nur dem Gremium und seinen beiden Stellvertretern, sondern auch dem gesamten Personal der Gemeinde und der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Theres und vor allem den Feuerwehren und den anderen Vereinen.
"Was ich tue, tue ich gerne. Aber auch ein Bürgermeister braucht einmal Kontra. Daher danke ich auch denen, die mit mir kritisch diskutieren", erklärte Baunacher. "Wir werden im nächsten Jahr auf jeden Fall so weiterarbeiten wie bisher!"


Arbeiten immer umfangreicher

Erstmals ergriff auch der Geschäftsstellenleiter der VG Theres, Winfried Stark, in einer Jahresschluss-Sitzung das Wort und sagte: "Unsere Verwaltung muss die Kunst beherrschen, alle drei Mitgliedsgemeinden, die VG und die beiden Verbände zeitgleich und hervorragend zu bedienen und zu wissen, dass jeder Bürgermeister immer das wichtigste Anliegen hat, das mit oberster Priorität zu erledigen ist! Schwieriger wird es dann, wenn alle drei Bürgermeister zeitgleich anwesend sind..."
Stark betonte, dass die zu erledigenden und oft auch überraschenden, zusätzlichen Aufgaben und Arbeiten immer größere Ausmaße annähmen und nicht mit denen einer Einheitsgemeinde verglichen werden könnten. Stark wünschte sich, dass zwei wichtige Themen nicht vergessen werden: die seit über 20 Jahren diskutierte Kooperation aller drei Bauhöfe und die Entwicklung der Leerstände. "Gerade bei der aktuellen personellen und maschinellen Ausstattung der Bauhöfe könnten, wenn es politisch gewollt ist, Synergien gefunden werden", sagte er.
Für die Gemeinde Wonfurt seien 77 mögliche Entwicklungspotenziale erhoben worden: 21 Wohngebäude mit Leerstandsrisiko, eine leer stehende Hofstelle, 22 Hofstellen mit Restnutzung, zwei leer stehende Wohngebäude und 31 klassische Baulücken. Die Neuausweisung und Erschließung von Baugebieten werde aber das Leerstandsrisiko in den Altortbereichen verstärken. "Daher sollte man die Innenentwicklung ebenfalls sehr genau beobachten und durch geeignete Maßnahmen dem Leerstandsrisiko gegensteuern", sagte Winfried Stark, der die Zusammenarbeit des Bürgermeisters mit seinen beiden Stellvertretern und die Arbeit des Gemeinderats als sehr wohltuend und vorbildlich bezeichnete.


Konzept für den Breitbandausbau

Zweite Bürgermeisterin Isolde Schuck dankte Bürgermeister Baunacher namens des Gemeinderates für seinen unermüdlichen Einsatz zum Wohl der Gemeinde und für die gute Zusammenarbeit mit dem Gremium. Zuvor hatte Baunacher mitgeteilt, dass für den zweiten Bauabschnitt des neuen Baugebietes "Plochweg III" in Dampfach die Aufträge erteilt seien. Im ersten Quartal werde auch der Breitbandanschluss erfolgen. Danach werde man dasselbe für die Aussiedlerhöfe angehen. Außerdem sei man bezüglich des Vectorings in Wonfurt und Steinsfeld im Gespräch mit der Telekom und erstelle das Konzept für den Breitbandausbau im Gewerbegebiet Wonfurt. Der Bauzeitenplan für die Sanierung der Kirche in Steinsfeld sei ausgearbeitet. Lediglich das Gespräch mit der Diözese wegen der Kostenverteilung stehe noch aus.
Da ein Kanal-Vollausbau in der Sonnenstraße und der Steinmüller-Straße in Wonfurt notwendig sei, werde man ein Sechs-Jahre-Konzept erstellen und prüfen, inwieweit man die Kosten über Gebühren und Beiträge finanzieren könne.
Zum Thema "Sanierung der Turnhalle in Wonfurt" erklärte der Bürgermeister, dass mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes ein Gemeinschaftszentrum gefördert werden könne. "Daher sind neben den Gemeinderäten aus allen drei Gemeindeteilen auch alle Vereine gefragt, sich hier einzubringen", betonte er. "Denn wir sind eine Gemeinde."
Der vorhabenbezogene Bebauungsplan für das Gewerbegebiet "Eller" in Steinsfeld und die Ortsabrundungssatzung für Dampfach werden im Januar behandelt. Für die Erweiterung des Gewerbegebiets in Wonfurt soll im Januar auch die wasserrechtliche Genehmigung beantragt werden.