Der Hallenbad-Neubau an der Coburger Straße ist so gut wie in trockenen (Hand-)Tüchern (um im Bild zu bleiben): Trotz des Knurrens einiger Kommunalpolitiker aus dem Maintal im Vorfeld wurden im Kreisausschuss, in dem die Spitzenvertreter aller Kreistagsfraktionen vertreten sind, am gestrigen Dienstagnachmittag ohne Murren - parteiübergreifend sogar einstimmig - die Vereinbarungen zwischen Landkreis und Stadt Ebern zum Bau des Hallenbades beschlossen.

Demnach trägt Ebern sämtliche Mehrkosten, die durch die öffentliche Nutzung gegenüber einem Schulschwimmbecken entstehen (975 000 Euro). Der Rest verteilt sich je nach Klassenzahl auf die unterschiedlichen Schulen (siehe Auflistung unten). Gegenüber früheren Kostenschätzungen hat sich der Anteil des Landkreises durch einen höheren Staatszuschuss (1,8 Millionen Euro) leicht verringert. Bei den Baukosten wurde ein Flächen-/Kostenschlüssel angesetzt.

Den späteren Betriebskosten legte Kreiskämmerer Lothar Fröhlich eine Umlegung gemäß der Stundennutzung zugrunde. Deswegen kommen auf Ebern und dessen Schulverbände 70 Prozent der jährlichen Kosten (185 000 Euro) zu. 30 Prozent (76 000 Euro) überweist der Landkreis. Aus eigener Erfahrung empfahl Haßfurts Bürgermeister Rudi Eck (Freie): "Ich empfehle den Ebernern, etwas mehr an Kosten einzustellen, denn diese Ansätze werden nicht reichen", hat er allein aus dem Ansatz für das Gehalt eines Bademeisters herausgelesen.

Ansonsten ging's in der Kreisausschuss-Debatte nurmehr um Kleinigkeiten. Zum Beispiel, wer die Verlegung des DFB-Minispielfeldes bezahlt? "Da werden wir auch unseren Beitrag leisten", versprach Eberns Bürgermeister Robert Herrmann (CSU).

Werner Thein (SPD) fragte nach der Lebensdauer der Dachkonstruktion mit Leimbindern. "Nicht, dass die auch nach 40 Jahren ihren Geist aufgibt." Bauamtsleiterin Eva Mangold verwies auf die Sichtkonstruktion, was schon erhebliche Vorteile bringe. Dennoch schränkte sie ein, dass "ein Hallenbad nach 30 Jahren nicht nur abgeschrieben, sondern auch verbraucht ist".

Planer Hans Gruber verwies auf mehrere Vorgespräche an der Regierung von Unterfranken, die sehr dienlich gewesen seien. "Uns wurde bescheinigt, mit der Kubatur sehr sparsam umgegangen zu sein. Und dann gab's auch so Anregungen, wie das Zusammenfassen von Behinderten- und Kleinkinderbereich bei den Umkleiden, was nochmals Platz einspart."

Gruber erläuterte erneut die Mehrungen zwischen Kostenschätzung und -berechnung: "Wir brauchen mehr Gründungstechnik, zusätzliche Flächen nach Abstimmung mit den Fachplanern, besonders für die Belüftung, und die Baupreise sind derzeit eben hoch."


Kein Luxusbecken

Ob die Beckengröße nur der Norm für Schulsportstätten entspreche, wollte Rudi Eck wissen? Die Antwort gab der Kollege aus Ebern: "Ja, weswegen auch keine maximale Größe für überörtliche Meisterschaften gewählt wurde. Die sollen weiter in der Kreisstadt stattfinden."

Weiter verwies Robert Herrmann darauf, dass "die immensen Einnahmen aus der öffentlichen Nutzung der Stadt Ebern zu Gute kommen werden."

Wie es um die Nutzung durch weitere Schulen bestellt ist, wollte Jürgen Hennemann (SPD) wissen? Landrat Rudolf Handwerker (CSU) verwies auf entsprechende Nutzungserklärungen. Für Wilhelm Schneider (CSU), Schulverbandsvorsitzender in Maroldsweisach, stand es "außer Frage, dass ein neues Hallenbad genutzt wird, wenn der Preis passt". Da sah Klemens Albert (ÖDP) eher das Problem, das das Kontingent an freien Stunden gar nicht ausreicht. Eine Sorge, die Hauptamtsleiter Horst Hofmann nicht teilte. "Das kriegen wir hin."

Landrat Rudolf Handwerker ging nochmals auf die Kritik an den zeitlichen Abläufen ein, wie sie jüngst beim Kulturring laut wurde. "Die waren nicht weiter komprimierbar. Wir machen so schnell, wie es überhaupt geht", versicherte Handwerker.

Noch zustimmen müssen nun der Kreistag am 4. November und die Schulverbände, die am 18. November in Ebern tagen.




So verteilen sich die Kosten fürs neue Hallenbad


Gesamtkosten 6,5 Millionen Euro (geschätzt und gerundet);

Anteil Landkreis (für Gymnasium und Realschule): 2,43 Millionen Euro;

Anteil Stadt Ebern (für öffentliche und Vereinsnutzung, Grund- und Mittelschule): 1,97 Millionen Euro;

Staatszuschuss (ausschließlich für ein Schulschwimmbecken): 1,8 Millionen Euro;

Anteil Rentweinsdorf (für Grund- und Mittelschule): 215 000 Euro;

Anteil Untermerzbach (für Mittelschule): 67 000 Euro;

Anteil Burgpreppach (für Mittelschule): 33 000 Euro;

Anteil Königsberg (für Mittelschule): 13 000 Euro.