Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Diese Information erreichte gestern die Redaktion des Fränkischen Tages und wurde auf Anfrage von der Polizeiinspektion Haßfurt bestätigt: Ein Verfahren läuft, in der Sache gehe es um Betrug, jedoch wolle man derzeit keine weitere Auskunft zu dem Fall geben.

Aus zuverlässiger Quelle weiß der inFranken.de allerdings, dass die Ermittlungen bereits seit Wochen laufen und die Akte schon an die Staatsanwaltschaft in Bamberg übergeben wurde. Dort konnte eine Anfrage unserer Zeitung nach detaillierteren Informationen zu dem Fall auf die Schnelle nicht beantwortet werden: Anfang kommender Woche könne man mehr dazu sagen, hieß es.

Mitarbeiter befragt

Es soll nach Informationen unserer Zeitung etliche Geschädigte geben. Wie zu erfahren war, seien die in die angeblichen Betrügereien verwickelten Mitarbeiter des beschuldigten Unternehmens befragt worden. Dass sie sich selbst bereichert haben, darauf deute nichts hin: Vielmehr hätten die angeblich unrechtmäßig getätigten Abrechnungen zu höheren Umsätzen im Unternehmen geführt.

Geschäftsführer ist überrascht

Ziemlich überrascht von den Vorwürfen hat sich am späten Donnerstagnachmittag der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe gezeigt. Er rief den Fränkischen Tag aus dem Urlaub an und erklärte, dass es sich bei den zwei Personen, gegen die seines Wissens nach ermittelt werde, um sehr zuverlässige und anständige Mitarbeiter handle. In dem Unternehmen würden mit Kunden Pflegeverträge abgeschlossen, und alle Leistungen müssten dokumentiert werden.

Da die Pflegefälle in Eltmann alle mindestens Pflegestufe II (schwere Pflegebedürftigkeit) seien, würde eine nicht erbrachte Leistung den Patienten gesundheitlich stark gefährden. "Aber unsere Bewohner sind optimal versorgt", versicherte er. Und welche Pflegestufe ein Patient bekommt, das entscheide der Medizinische Dienst der Krankenkassen unabhängig vom Pflegedienstanbieter. Er könne sich nicht vorstellen, dass da Abrechnungsbetrug überhaupt möglich ist. Wichtig sei ihm, betone er, dass der Fall aufgeklärt werde. Die Ermittlungsbehörden bekämen Zugang zu allen Unterlagen.

In anderen Regionen Nordbayerns, in denen die beschuldigte Unternehmensgruppe ebenfalls Dienstleistungen anbietet, laufen derzeit nach Informationen des Fränkischen Tages keine polizeilichen Ermittlungen.