Im Tretroller musste Bürgermeister Stefan Paulus drei Mal auf dem Kopfsteinpflaster den Brunnen umrunden, ehe das wilde Weibsvolk Milde walten ließ. Doch zuvor hieß es "Schnipp, Schnapp, Krawatte ab" im Amtszimmer des Bürgermeisters, um ihn anschließend gefesselt auf den Rathausvorplatz zu ziehen.


Visionär sorgt für druckreifen Stoff

"Der Weiberfasching steht vor der Tür, die Hexen brauchen was zu erzählen dafür", verkündete Eva Scheufler vom närrischen Volk. Als Visionär sei es Paulus nicht schwer gefallen für druckreifen Stoff zu sorgen: "Wir machen Druck und erheben eine Steuer. Das wird für Bauplatzbesitzer richtig schön teuer."

Das würde Paulus nur für die Narren machen, freute sich Scheufler. "Er scheffelt damit richtig Geld. Dann wird eine neue Halle hingestellt", frohlockte sie. Geld werde hier aus der Tasche gezogen, doch am Ende sei das meiste gelogen.

Dieses Prinzip habe Paulus wohl verstanden: "Drum willst du mit deinen Visionen landen". Mit seinen vielen Baustellen sei Paulus der Herr "Baulust", hieß es. Er war dann dran, um zu zeigen wie man auf dem Kopfsteinpflaster vorankommt. Im Slalom um die Hütchen rum, unter einem Band durch und über eine Wippe - das meisterte Paulus bestens.

Die Weiberfastnacht ist für ihn, wie er meinte, jedes Mal ein Höhepunkt in seiner Amtszeit: Er werde dank Perücke langhaarig, die Damen sähen sehr gut aus, und am Aschmittwoch sei alles vorbei. Nachdem das närrische Volk noch einen kessen Tanz aufgelegt hatte, zog es weiter zur Discothek wo sich eine lange Nacht anschloss.