"So ein Jubiläum erreicht man nur, wenn viele Menschen sich über Jahrzehnte hinweg engagieren und ehrenamtlich hart arbeiten", stellte Landrat Wilhelm Schneider als Schirmherr der Festveranstaltung der Schiedsrichtergruppe Haßberge fest. Alleine bei der Schiedsrichtergruppe Haßberge pfeifen 155 Schiedsrichter und sechs Frauen rund 2700 Spiele im Jahr, sagte Schneider weiter. Sie alle seien leuchtende Vorbilder des Ehrenamtes. Woche für Woche stünden sie auf dem Platz, gingen bei Wind und Wetter ihrem anspruchsvollen Hobby nach und nähmen es in Kauf, dass dieses Ehrenamt manchmal mit Ärger verbunden ist.

Sven Laumer, Beisitzer im Schiedsrichter-Verbandsausschuss, und Bezirks-Schiedsrichter-Obmann Norbert Kröckel betonten in ihren Grußworten die gute Aufstellung der Schiedsrichtergruppe Haßberge unter ihrem Obmann Josef Raab.

Dass die Schiedsrichtergruppe Haßberge sich auch sozial engagiert, wurde mit einer Scheckübergabe an die Lebenshilfe untermauert: Jeweils 500 Euro erhielt die Organisation, die sich um behinderte Mitmenschen kümmert, für ihre Standorte Sylbach und Augsfeld.

Zahlreiche Ehrungen

Zahlreiche Schiedsrichter wurde im Rahmen des Festabends für ihre Tätigkeit geehrt. Für 15 Jahre erhielten Hans Bühl von der DJK Dampfach sowie Michael Peter von der DJK Oberschwappach eine Ehrenurkunde.

Mit dem Verbandsehrenzeichen in Silber wurden Georg Dnistryan und Robert Schnös für 20 Jahre Schiedsrichter-Treue ausgezeichnet. Dnistryan hat seine Heimat beim TSV Kirchaich und war als sehr kameradschaftlicher Schiedsrichter bekannt, ehe er erkrankte. Schnös vom TSV Oberschleichach ist als "Steigerwald-Obmann" bekannt und leitet jährlich noch über 100 Spiele. Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde er gruppenintern mit der "Goldenen Pfeife" geehrt.

Rudolf Langhans von der SpVgg Unterschwappach war einst im Bezirk als Schiedsrichter aktiv, ist Mitglied des Schiedsrichterausschusses und nimmt an jeder Pflichtsitzung teil. Für seine Verdienste erhielt er das Verbandsehrenzeichen in Gold.

Auf 35 Jahre können Heinrich Rambacher vom TSV Prappach, Lothar Ullrich vom FC Sand und Rudolf Wagner aus Westheim zurückblicken. Rambacher pfeift heute noch bis zur A-Klasse und leitet jedes Spiel zuverlässig. Ullrich war bis zur Bezirksoberliga aktiv, aktiver Spieler des FC Sand, Trainer und ist heute passives Mitglied der Schiedsrichtergruppe Haßberge. Wagner ist als "Westheimer Johnny" bekannt und in der Bezirksoberliga aktiv.

Die Ehrenmedaille in Silber des bayerischen Fußballverbandes erhielten Ludwig Bühl und Rudolf Hluchnik für stolze vier Jahrzehnte treue Diensterfüllung. Außerdem wurden beide durch Obmann Josef Raab zu Ehrenmitglieder der Schiedsrichtergruppe Haßberge ernannt. Ludwig Bühl vom VfR Hermannsberg-Breitbrunn war als Schiedsrichter bis zur Kreisliga aktiv und pfeift heute noch Spiele bis zur A-Klasse. Bei kameradschaftlichen Veranstaltungen war er mit seiner Frau Christa stets engagiert und half mit, alles zu organisieren. Rudolf Hluchnik war Schiedsrichter bis zur Landesliga, stellvertretender Obmann, Kassierer und Jugendleiter. Heute ist er passives Mitglied der Schiedsrichtergruppe, dessen Verein der SV Sylbach ist.

Die große Überraschung

Zum Schluss der Veranstaltung kam die große Überraschung für die meisten Anwesenden: Josef Raab gab bekannt, dass er mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Obmann zurücktritt. "Mit Christian Wetz habe ich einen Nachfolger gefunden, von dem ich überzeugt bin, dass er seine Sache sehr gut machen wird", sagte Raab und bescheinigte Wetz, dessen sportliche Heimat beim TSV Goßmannsdorf liegt, stets einen kühlen Kopf, auch wenn es mal heiß hergegangen ist. Kurz zuvor hatte Raab noch die "Goldene Pfeife 2018" an Christian Wetz überreicht.

Raabs Verdienste gewürdigt

Der neue Obmann würdigte die Verdienste Raabs und vergaß auch nicht, dessen Ehefrau Inge mit einzubeziehen: Sie habe Raab stets den Rücken freigehalten, so dass dieser sich ganz dem Sport widmen konnte.

1989 als Obmann gewählt, mit nur einer Stimme Mehrheit, nämlich seiner eigenen, wie Raab schmunzelnd anfügte, hatte er in der Landesliga gepfiffen und war Beobachter auf Bezirks- und Bayernliga-Ebene. Ein großes Ereignis war für Raab das Spiel FC Bayern München gegen eine Haßberge-Auswahl vor 9000 Zuschauern, geleitet von einem Schiedsrichtergespann, dem er, sein langjähriger Assistent Josef Frank und der bereits verstorbene Waldemar Gülta angehörten.

Auch wenn Christian Wetz ab sofort kommissarisch die Schiedsrichtergruppe leitet, bis er offiziell ernannt wird, zieht sich Raab nicht vollständig zurück: "Als Coach bleibe ich weiterhin erhalten, werde aber nicht mehr operativ tätig sein", gab der 63-Jährige bekannt, der sozusagen die Ämter mit Wetz tauschen wird, der bisher stellvertretender Obmann war.

Auch Einlagen wurden dem Publikum präsentiert. So gab Richard Schlegelmilch einen eindrucksvollen Rückblick auf 95 Jahre Schiedsrichtergruppe. Mädchen der Tanzschule Fiedler sorgten mit einem Cha-Cha-Cha und einem Jive für Bewegung auf der Bühne, während Comedy-Nachwuchsstar Christoph Maul die Anwesenden zum Lachen brachte. Musikalisch wurden die Gäste von Eberhard Fasel unterhalten, der eine melodienreiche Hommage an Udo Jürgens zum Besten gab. Die Veranstaltung moderierte Birgit Raichle aus Schweinfurt, während die fleißigen Helfer der SV Eltmann für eine gute Bewirtung sorgten.