Herzstillstand in der Papierfabrik Palm in Eltmann. Das Unternehmen hat am Dienstagmorgen eine seiner wichtigsten Maschinen abgeschaltet. Mit Absicht, versteht sich. Die riesige Anlage, die 20 Jahre lang ihren Dienst getan hat (seitdem Palm in Eltmann angesiedelt ist), wird ausgetauscht.

Damit die Papierfabrik den Eingriff (finanziell) möglichst gut übersteht, muss alles schnell gehen. Denn solange die Produktion gestoppt ist, wird kein Geld verdient, nur welches verbraucht. Sieben Tage gibt sich das Unternehmen Zeit, die Arbeiten zu vollenden, am kommenden Montag soll die neue Maschine im normalen Betrieb laufen, erläutert Andreas Reichert, Leiter des Palm-Werks in Eltmann, dem Fränkischen Tag.


Komplizierter Eingriff

Der Eingriff ist ziemlich kompliziert: Die alte Anlage musste im Inneren der Fabrik in drei Hauptkomponenten zerlegt werden, jedes davon rund 30 Tonnen schwer. Das Hallendach wurde geöffnet, damit zwei Teleskop-Autokräne die schweren Teile aus der Produktionsstätte heben können. Das geschah gestern Vormittag.

Draußen auf dem Firmengelände liegt bereits die neue Stoffaufbereitungsanlage vormontiert bereit, die wiederum zu zwei Teilen über das Hallendach in die Fabrik gehievt werden soll. Und das war für gestern Abend geplant.
Warum braucht es dann eine ganze Woche, bis in Eltmann die Produktion wieder läuft? "Die eigentliche Arbeit ist nachher das Anschließen", sagt Reichert. Viele Komponenten müssten aufeinander abgestimmt, Testläufe absolviert werden undsoweiter. Bisher sei man im Zeitplan, die Operation am offenen Firmendach verlaufe gut. "Aber wir sind am Anfang von sieben Tagen, deswegen: keine falsche Euphorie."


Zwei Millionen und noch mehr Geld

Die neue, zwei Millionen teure Anlage macht im Prinzip nichts anderes als die alte, nur ist sie moderner, effizienter. Ach ja, was macht sie denn eigentlich? Reichert erklärt es fachmännisch und detailliert. Also im Prinzip eine Papierwaschmaschine?, fragt der Reporter. Vereinfacht ausgedrückt, könne man das so sagen, stimmt Reichert zu. Sechs Millionen Euro kostet Palm der Eingriff inklusive Wartungs- und Säuberungsarbeiten in der Fabrikhalle. Die Kosten für den Produktionsausfall will Reichert nicht beziffern, denn das lasse für die Konkurrenz "Rückschlüsse auf die Kostenstruktur" bei Palm zu.

Palm bereitet Altpapier wieder auf, um daraus neues Zeitungsdruckpapier herzustellen (unter anderem für die Titel der Mediengruppe Oberfranken).