Außergewöhnliche Musik erklang in der Stadtpfarrkirche in Ebern. Instrumentalisten aus Bamberg ließen Orgel und Violine verschmelzen. Dekanatsmusiker Wolfgang Schneider hatte zum Konzert in die Stadtpfarrkirche St. Laurentius eingeladen, und so lauschten den klassischen und modernen Tönen des Duos "Violinorgano" knapp 60 Zuhörer.

Wolfgang Schneider freute sich, den Dekanatskantor Karl-Heinz Böhm aus Bamberg und seine Kollegin Birgit Hablitzel, die seit 1986 Mitglied der Ersten Violinen bei den Bamberger Symphonikern ist, in Ebern begrüßen zu dürfen. Denn: "Das ist keine allzu häufige Besetzung", erklärte Schneider das Zusammenspiel von Violine und Orgel, "es gibt nicht so viel originale Literatur." Hablitzel und Böhm formierten sich 2007, anlässlich der Eröffnungsfeier des Glaubensweges im Bamberger Dom, einer Veranstaltung des Erzbistums Bamberg zu dessen 1000-Jahr-Feier.


Originale Kompositionen gibt es keine

Karl-Heinz Böhm und Birgit Hablitzel spielten sich trotz der fehlenden Originalliteratur durch mehrere Epochen hindurch, angefangen in der Barockzeit mit Chorälen von Johann Sebastian Bach. Derartige Stücke wurden in Bachs Zeiten ursprünglich für die Besetzung Gesang und Instrument komponiert. Es war aber auch "üblich, dass man die Stücke für andere Instrumente umschrieb", erzählte Karl-Heinz Böhm. Er gab einige gute Erklärungen eingangs den Zuhörern auf den Weg.

Die Violine schmückte virtuos die bekannte Melodie des Chorals "Was Gott tut, das ist wohl getan", vertont von der Orgel, aus. Wie der Vater so der Sohn, auch dieses Lied war Bestandteil des Programms der Bamberger Künstler bei ihrem Konzert in Ebern. Denn nach Johann Sebastian Bach folgte eine Sinfonia in D von Carl Philipp Emanuel Bach, dem "berühmtesten Sohn von Bach", sagte Karl-Heinz Böhm.

Spätestens jetzt war zu bemerken, dass das Zusammenspiel von Orgel und Geige kein alltägliches ist. Die Fingerarbeit der Musiker war flink und majestätisch, eine Abgrenzung der Klänge des Öfteren kaum möglich.

Im Verlauf des Programms wagten sich Karl-Heinz Böhm und Birgit Hablitzel über die Romantik in die Moderne. Mit dem Franzosen Joseph Ermend Bonnal, der von 1880 bis 1944 lebte, präsentierten sie mit einer Romance ein poetisches Charakterstück; in dieser Zeit wurden da schon einige, auch für die Besetzung Orgel und Violine, komponiert.


Besinnliche Minuten

Mit einem "Juwel" von Joseph Gabriel Rheinberger schlossen die Künstler als kongeniale Partnermusiker die besinnlichen Minuten ab. Rheinberger lebte von 1839 bis 1901 und hat in München vielfältigste Kirchenlieder, die auch heute noch aktuell sind, komponiert.