Sie gehen mit Sorgfalt ans Werk, die sechs Seniorinnen an diesem sonnigen Donnerstagvormittag, der schon ein Frühlingserahnen aufkommen lässt. "Kante auf Kante, der Name muss immer oben stehen", erklärt Anna Kraft. Sie gehört zu den rüstigen Heimbewohnerinnen im Seniorenzentrum St. Elisabeth, die für alle Zimmernachbarn die Handtücher zusammenlegt.

Die Hauswirtschaft unter Leitung von Herta Strätz aus Kirchlauter sorgt für Kurzweil und Ablenkung. "Und erspart schon einen Arbeitsgang in der Wäscherei", freut sich Heimleiterin Ute Engel. "Die Leute sind beschäftigt."

Dass keine Tristesse im Seniorenheim aufkommt, darum kümmern sich neben Herta Strätz zwei weitere Mitarbeiterinnen. "Eine weitere Kraft wird derzeit noch gesucht", verrät Frau Engel. Es geht ums gemeinsame Frühstück, das Vorlesen der Zeitung, Erinnerungstraining und andere Übungen.

Der Lebenslauf zählt

"Wir achten dabei sehr auf die Biografie unserer Bewohner, viele kommen aus der Landwirtschaft und dann kommt eben mal eine Sichel auf den Tisch. Der Lebenslauf spielt gerade bei Demenzkranken ein ganz große Rolle. Und den fragen wir bei Angehörigen-Abenden ab und knüpfen direkt daran an."

Ein Ansatz, der ankommt. Nicht nur beim betreuten Personenkreis, sondern auch bei übergeordneten Stellen. So hat der medizinische Dienst der Kranken- und Pflegekassen jüngst das Seniorenzentrum einen Tag lang auf Herz und Nieren überprüft und danach der Einrichtung des Diakonischen Werkes Bamberg-Forchheim die Note 1,1 ausgestellt.

"Vorangegangen war eine Umstrukturierung", berichtet Pressesprecherin Ute Nickel. Auf allen Etagen sind jetzt Wohnbereichsleitungen eingesetzt, die sich intensiv mit den Pflegeplanungen befassen und feste Ansprechpartner für Bewohner und Angehörige sind. "Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Bewertung in allen geprüften Bereichen verbessern konnten", so Hausleiterin Ute Engel. "Ohne das große Engagement unserer 60 Mitarbeiter wäre ein so tolles Ergebnis nicht möglich", gibt Engel das Lob weiter.

Die Wohnbereichsleitungen nehmen den Pflegekräften viel Papierkram ab. "Die Dokumentationen ufern immer mehr aus, das ist ein aufgeblasener Apparat, der schlanker werden muss", klagt Engel. "Wichtig ist doch die Pflege am Menschen."

Denn ein hoher Prozentsatz der Heimbewohner benötigt intensive Pflege oder ist dement. Die Quote liegt "weit über 80 Prozent" in einem Haus, das fast ständig zu 100 Prozent belegt ist.

Dennoch gibt es Kritik, dass es an der persönlichen Betreuung mangelte, wie sie beispielsweise Horst Keeß in einem Schreiben an unsere Zeitung formulierte, da seine Ehefrau zweimal wegen Austrocknung vom Notarzt ins Krankenhaus eingewiesen worden sein soll. Dieser Fall liegt aber viele Monate zurück.

Auch weitere Angehörige hatten sich schon kritisch geäußert, während sich andere im Gespräch mit unserer Zeitung durchaus löblich über Betreuung und Fürsorge zeigten. "Wenn etwas nicht passt, sagen wir das und es wird geändert", meinte aktuell der Sohn einer hochbetagten Jubilarin zufrieden.

Kritik auf- und angenommen

Hausleiterin Engel kennt solche Kritiken, ordnet sie auch ein: "Wir hatten im Sommer aufgrund von Krankheiten zeitweise einen Engpass, was nicht einfach zu bewältigen war. Damals hat auch jemand anonym die Heimaufsicht am Landratsamt benachrichtigt. Aber die Überprüfung ergab keine Beanstandungen und wir bemühen uns aufrichtig um jeden Pflegebedürftigen, was nun auch in der Benotung des medizinischen Dienstes zum Ausdruck kommt."

Dabei verweist die Leiterin auch darauf, dass das Diakonische Werk keine Gewinne machen muss und will. "Unsere Geschäftsführer fahren nicht mit dem Porsche vor, sondern investieren lieber, wie die vom Vorstand bereits beschlossene Generalsanierung des Hauses St. Elisabeth beweist."

Als weiteren Beleg für eine persönliche Betreuung führt Ute Engel die Helfer des sozialen Arbeitskreises an. "Das ist eine Supersache, wir können jede Hand gebrauchen und unsere Helfer kommen mit so hoher Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit. Andere Heime würden sich die Finger nach so einem Helferstab lecken."

Positiv empfindet die Leiterin auch den Standort mitten in der Stadt. "Die Angehörigen haben's nicht weit und für Gäste stehen Parkplätze zur Verfügung. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass wir gut eingebunden und willkommen sind", lautet die Bilanz nach fast einem Jahr als Chefin.