Nach 14 Jahren tritt der Gastwirt Nikolaus Schober aus Pfaffendorf von der kommunalpolitischen Bühne ab. "Aus gesundheitlichen Gründen", sagt er. Schober wurde erst in einem Alter politisch aktiv, in dem andere schon an die Rente denken. In seinem Heimatort Pfaffendorf saß der frühere Chef des Gasthauses Schober ("Zur Sonne") noch nicht im Gemeinderat, als der Ort noch eine selbstständige Gemeinde war. Dabei habe ihn die Kommunalpolitik schon seit seinem zehnten Lebensjahr begleitet, berichtet der Gastwirt.

"Der Schobers-Nick war mein Großvater und er hat mir damals schon immer von der Gemeinde erzählt", sagt der gelernte Fleischermeister. Nikolaus Schober ist seit eh und je Gastronom in Pfaffendorf und hilft noch heute, als mittlerweile 78-Jähriger bei seinem Sohn Wolfgang in der Gaststätte mit. "Einmal Wirt, immer Wirt", lacht er. Die Gaststätte Schober gibt es schon sein 1913, erzählt der Senior.


Gegen die Fernwasserleitung

Nikolaus Schober wollte vor vielen Jahren in Pfaffendorf Bürgermeister werden. Das habe aber nicht geklappt. Zur Kommunalpolitik kam er erst, als er von Günter Freß und Rudi Pfadenhauer für die Freien Wähler angeworben wurde, für die er im Jahr 2004 für den Gemeinderat kandidierte und den Sprung auf den Ratssessel im Gemeinderat Maroldsweisach schaffte. Zuvor habe er sich im, wie er sagt, "Wasserkampf" starkgemacht: "Ich war dagegen, dass wir eine Fernwasserleitung bekommen, was der damalige Bürgermeister unbedingt wollte", erinnert sich Nikolaus Schober. Es wurde ein Bürgerentscheid herbeigeführt, der 72 Prozent Zustimmung zu einer eigenen Wasserversorgung brachte.

Besonders gefreut habe es ihn, dass er durch seine Initiative 352 000 Euro für die Bürger "zurückholen" konnte, eine Summe, die in den Vorjahren zu viel an Wassergebühren eingehoben worden war. Sein Grundziel sei es immer gewesen, möglichst viel für Bürger zu erreichen, ohne dass diese zu sehr zur Kasse gebeten wurden, sagt Schober in der Rückschau.


Dorf ist gut vertreten

Sein vorzeitiger Rücktritt falle ihm nicht schwer, gebe es doch in Pfaffendorf mit Günter Reß einen weiteren Gemeinderat und bei der nächsten Wahl hätte er aufgrund seines Alters so und so nicht mehr kandidiert. Im Gemeinderat wirkte Schober als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses und auch beim Wasserzweckverband Weisachtal war er in diesem Ausschuss tätig, sowie im Fremdenverkehrsverband.

"Unschön" habe er es empfunden, als der damalige Bürgermeister - der heutige Landrat Wilhelm Schneider - durchdrücken wollte, dass für eine geplante Photovoltaikanlage auf der ehemaligen Mülldeponie auf dem Zeilberg 50 Prozent der Einnahmen an die Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge (GUT) gehen sollten. Das wurde dann aber nicht verwirklicht.


Parteiengeplänkel

Das Miteinander im Gemeinderat Maroldsweisach empfand Nikolaus Schober, vor allem seit Wolfram Thein Bürgermeister ist, recht gut. "Vorher war es mehr ein Parteiengeplänkel zwischen CSU und SPD", sagt Schober. Sein Wunsch für die Gemeinde ist, dass es gelingen möge, den Einwohnerschwund zu stoppen und dass das Baugelände in Allertshausen an den Mann gebracht wird. Auch wünscht er sich, dass es mit der Wirtschaft im Gemeindegebiet weiter aufwärtsgeht. "Es war mir eine Ehre, dass ich Bürgerinnen und Bürger im Gemeinderat vertreten durfte", sagte Nikolaus Schober. Am heutigen Montag, 23. April, wird er letztmals am Ratstisch sitzen. Er wird bei der Sitzung verabschiedet und Ramona Schrapel als seine Nachfolgerin vereidigt.