"Ob Sonne, Schnee oder Regen. Fosernacht ist ein wahrer Segen, denn jeder darf ein anderer sein, der eine groß, der andere klein. Total egal, hier gilt kein Maß. Es geht ganz einfach nur um Spaß." Dieses Motto stand über der "Heilig-Länder-Fosernacht", die nun schon zum fünften Mal in der Heilig-Länder-Halle stattfand. Nahezu das ganze Dorf war auf den Beinen, rund 100 Akteure standen auf der Bühne und brachten den Saal immer wieder zum Toben.

Do hinna daham...

"Ich bin der Thomas - und ich die Michelle - und do hinna sen mer daham", meinten zu Beginn Patrick Hümmer und Leonie Sauer, die als Moderatoren kurzweilig durch den Abend führten. Der begann gleich mit einem Paukenschlag durch die zwei "Jungprofis" Emil Rödel und Kalle Derra, die schon in den letzten Jahren für Furore sorgten und diesmal als "guter Bruder Franz, gesandt vom Kloster Banz" und als "Bruder Veit vom Staffelstein, auch in der Nähe hier daheim" in Mönchskutten auf der Bühne erschienen, also als "Gottesdiener mit brennenden Neuigkeiten".

Sie hatten schon lange von einer Aussendung aus dem Kloster geträumt. "Wir träumten nicht, vom Ballermann oder Hawaii, es sollte was Besonderes sei. Das Ziel war uns und ihm bekannt, nur einmal sehen, das heilige Land. So stiegen wir in unsere besten Gewänder und reisten in die heiligen Länder." Aber was fanden sie hier vor? "Bete und arbeite, steht in der Bibel, doch das juckt in Neubrunn, nicht die Zwiebel. Wenn früh am Morgen der Kopf ist schwer, bleibt schon mal die Kirche leer. In Kirchlauter und Breitbrunn im Gotteshaus, sieht es oft nicht besser aus."

Alle fallen müd ins Bett

Allerdings hatten sie Lob für die große Vierzehnheiligenwallfahrt. "So eine Wallfahrt, die ist lustig und auch nett; in Vierzehnheiligen fallen alle müde ins Bett. Für Jungverliebte ist ein Doppelzimmer schön, so dachte sich die Anna Brehm." Und dann wurden so allerhand Erlebnisse von Wallfahrern aus den Zimmern vorgetragen, die von den Rauchmeldern an die Zentrale weitergegeben wurden.

Dass in Neubrunn vor allem die junge Generation eingebunden ist, zeigte dann der Blick auf die zahlreichen Bambinis, die sich farbenprächtig als Papageien bei ihren Tänzen zeigten. Dazu gesellten sich auch die "Minis" mit ihren Tanzformationen.

Aber auch die ältere Generation fehlte nicht. Geo Stubenrauch beschäftigte sich mit den Essgewohnheiten der Menschen und speziell der Veganer. "Ka Schwein, ka Kuh, weder Lamm noch Fisch, auch Wild und Geflügel kommt auf den Tisch. Selbst im Glas Curry klein und fein, dürfen keine Spuren von Garnelen sein." Geo Stubenrauch wurde dann für 25 Jahre als aktiver Faschingsnarr mit einem Orden ausgezeichnet "seit 1993 bei den Staaklopfern bin ich bekannt, was bis heute seine Fortsetzung fand."

Mit viel Elan und tollen Figuren zeigten sich die Funkmariechen Pauline Berninger und Anna-Lena Rudolph, bevor ein neuer kleiner Stern am Neubrunner Faschingshimmel aufstieg. Emma Kandler erzählte über ihren Opa, der mit seinem "Rentnerleben" zu kämpfen habe. "Rentner werden ist nicht schwer, Rentner sein dagegen sehr." Anscheinend könne er nicht mehr länger schlafen und stehe schon um 4 Uhr auf. "Um 5 Uhr geht er in den Hof, macht Riesenkrach und macht damit die ganze Nachbarschaft wach. Der größte Stolz seine Scheune ist, man ihn dort findet, wenn er ist vermisst." Zur Versöhnung holte sie dann sogar ihren Opa Robert auf die Bühne und deutete auf sein T-Shirt "Opa ist der Beste".

Heubacher Gardemädchen lassen in Neubrunn nähen...

Mit einem Gastspiel wartete dann die "Heubacher Showtanzgruppe auf und bekam viel Beifall. Sie bot Tanzformationen rund um Barhocker, verschwieg aber auch nicht, dass die Kostüme von einer Neubrunnerin genäht wurden.

Den Saal zum Toben brachten Fabian Schmitt und Peter Stretz mit ihrer musikalischen Einlage und in ihren Refrain stimmten immer wieder alle Faschingsnarren ein. Sie erzählten vom Genusserlebnispfad und vom Boulder-Experiment in Neubrunn. "Des passt do nei zwischen den Schnapsverköstigungen beim Berninger und Knab, denn beim Klettern tut a Grundlag gar nichts schad." In Neubrunn könnt me nuch a Wirtshaus gebrauch, "denn es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd, in Neubrunn ist das umgekehrt."

"Mit "Hurra, hurra, die Feuerwehr ist da" und "meine Braut ist bei der Feuerwehr" kamen die "lustigen Weiber von Neubrunn" auf die Bühne und erzählten von ihren Erlebnissen und ihren Einsätzen "heute gehen wir Weiber saufen, können Oma deswegen gut gebrauchen".

Die "Damen vom Stammtisch" rückten in besonderer Art und Weise Neubrunner Persönlichkeiten wie Pfarrer, Bäcker Henry, Orgelspieler Thomas, den Morgenroths Ernst oder den Masters Herbert in den Vordergrund und taten dies mit Bewegungen, aus denen man diese Frauen und Männer erraten konnte. Damit sorgten sie für eine tolle Stimmung.

Dazu passten dann gleich die Schlager der Gruppe "Vielschicht", die mit ihren Schlagern wie "Irgendwie, irgendwo, irgendwann" von Nena oder dem Partyhit "Cordula Grün" voll ins Schwarze trafen. Einen Augenschmaus bot die Garde, auch die Fußballer traten als russisches Ballett auf.

Im Gehirn liegt der Unterschied

Der altbekannte Büttenredner Hanni Derra hatte sich diesmal fast ein wissenschaftliches Thema ausgesucht und ging auf den Unterschied von Frauen und Männern ein, vor allem beim Gehirn. "Die Größe ist fast identisch, aber die Funktionsweise ganz anders." Dies zeigte er mit Darstellungen auf. "Beim Mann gibt es lauter einzelne Schachteln, und die Lieblingsbox ist das Nichts. Er ist fähig nichts zu machen." Völlig anders bei der Frau. "Hier ist alles verknüpft und mit Emotionen hinterlegt."

Wie das zum Ausdruck kommt, zeigte sich dann beim Auftritt des Ehepaares Schmitz (Ramona Schneiderbanger und Herbert Rumpel), die einen Einblick in ihren "Urlaub an der Ostsee" gaben. Den Abschluss bildete der Auftritt des AH-Balletts, mit dem das vierstündige Programm abschloss. Damit war der Abend aber noch lange nicht beendet.

Die Mitwirkenden:

Auf der Bühne mit Vorträgen: Emil Rödel und Kalle Derra (zwei Mönche), Hanni Derra (Unterschied Frau und Mann). Geo Stubenrauch (über Veganer) Emma Kandler (Rentnerleben), Ramona Schneiderbanger und Herbert Rumpel (Ehepaar Schmitz)

Funkmariechen: Pauline Berninger und Anna-Lena Rudolph

Musikduo: Fabian Schmitt und Peter Stretz

"Bambinis": Rosina Heckelmann, Jana Schmitt, Marie Gehring, Alna Holzmann, Amalie Rödelmaier, Elisa Hämmerlein, Jolina Schmitt, Maria Knab, Lara Peichl, Paula Reinwand, Magdalena Lauterbach, Anne Holzmann, Amalie Rödelmaier, Klara Stretz und Marika Zettelmeier.

"Minis": Sophia Pechau, Leni Reinwand, Emma Kandler, Lina Reinwand, Evelyn Holzmann, Elina Knab, Lisa-Marie Lauterbach, Jule Schmitt, Frieda Stretz und Johann Rödelmaier.

Garde: Leonie Sauer, Lena Stretz, Marie Stretz, Ann-Kathrin Wolf, Kristin Reinwand, Luisa Mai, Jenny Keller, Lisa Käb und Eva Steppert.

AH-Männerballett: Patrick Hümmer, Volker Hofmann, Mathias Berninger, Florian Holzmann, Hubert Derra, Steffen Kandler, Gerd Koch und Jens Utter.

Fußballer russisches Ballett: Fabian Schmitt, Jakob Sauer, Jonas Sauer, Alex Stein Grundwald, Mathias Virnekäs, Emanuel Oppelt, Pascal Oppelt, Markus Haas, Manuel Saal und Marcel Rennert.

Moderatoren: Patrick Hümmer und Leonie Sauer.