"Wir begrüßen euch Narren aus Nah und Fern, die Hütte ist voll, das sehen wir gern", dieser Vers aus dem Prolog des Elferrats Christian Giebfried, der gemeinsam mit seinem Kollegen Fabian Weber durch das Programm führte, traf zu. Die Rathaushalle war am Samstagabend um 19.19 Uhr zum Einzug von Elferrat, Showtanzgarde Ebern-Heubach und Faschingsmaskottchen Schörschla und Schellenmann bis auf den letzten Platz gefüllt.

Mit einem dreifach donnernden "Ebern Helau" starteten die Besucher und Elferräte in den Abend. Doch so manchen Prominenten suchte man beim Rathaussturm vergebens. "Bürgermeister Hennemann lässt sich heute vertreten, statt seiner darf zur Machtübernahme Harald Pascher reden."

Zum Auftakt gab es gleich etwas für das Auge: Die Mädels der Showtanzgarde Ebern-Heubach traten zum Gardetanz nach vorne. Doch bevor sie anfingen, das Tanzbein zu schwingen, sollte das Publikum mehr über die Garde erfahren. Fabian Weber führte ein kurzes Interview mit Hannah Wilhelm. "Naja die Faschingssaison geht meistens bis Februar oder März, anschließend ist zwei Monate Pause und dann fangen wir schon wieder mit dem Training für die nächste Saison an. Eigentlich sind wir also das ganze Jahr über am Trainieren", so Hannah Wilhelm.

"An Fasching ist schon ziemlich viel los, wir treten ja nicht nur hier in Ebern auf. So 20 bis 30 Auftritte werden es schon sein. Und auch außerhalb des Faschings treten wir bei Hochzeiten oder Geburtstagen auf. Dafür kann man uns auch engagieren", erklärt das Gardemädel. Seit ihrem sechsten Lebensjahr schwingt die heute 23-Jährige schon das Tanzbein für die Heubacher Garde.
Dass sich das viele Training das ganze Jahr über und die Sondereinheiten beim Trainingslager im September gelohnt haben, stellten die Mädels bei ihrem Gardetanz dann unter Beweis und ernteten beim Publikum großen Applaus für ihre Leistung.

Es war kein Wunder, dass zum Rathaussturm so viele Gäste gekommen waren - gab es doch schließlich ein Geheimnis, das der Elferrat lüften wollte: Das Eberner Faschingsmotto für die Saison 2017/2018. Noch eingerollt hing das Motto-Plakat zu Beginn hinter der Bütt und wurde schließlich von Elferrat Thomas Limpert enthüllt: "Eberner Dschungel - da simmä däham" lautet das Motto für diese Faschingssaison. Nun haben die Närrinnen und Narren sowie die Vereine und Gruppierungen bis zu den Bunten Abenden am ersten Februar Wochenende Zeit, dazu ihre Sketche, Büttenreden, Tänze und Kostüme zusammenzutragen.

Das Motto-Plakat hat - wie immer - der Hofmaler des Kulturrings, Erich Wolfert, entworfen und gestaltet. "Ihr sagt mir ja immer das Motto und dann überlege ich und hole mir Anregungen aus den Zeitungen, was in Ebern so los ist und was man in das Plakat mit integrieren könnte", erklärt Erich Wolfert seine Herangehensweise.

So hat er in seinem Plakat beispielsweise den Umzug der Eisdiele, die Schließung des "Finzels", Kitas, die Zufahrt zum Mannlehen und einige Events auf Schloss Eyrichshof mit aufgenommen.

Neben der Bekanntgabe des Faschingsmottos war die Verleihung von drei Faschingsorden ein Höhepunkt. So traten Gardemädel Julia Neubauer und die beiden "Neu-Elferräte" Janina Reuter und Peter Kraus nach vorne. Julia Neubauer wurde für ihre besonderen Verdienste im Eberner Fasching geehrt, da sie schon seit 15 Jahren mit Begeisterung bei der Heubacher Garde tanzt. Jeden Fasching ist sie mit großem Engagement bei Training und Auftritten mit ihrer Garde dabei.

Janina Reuter ist bei den TV-Handballern und der Feuerwehr Fierst aktiv und wurde vor einem Jahr in den Elferrat berufen, um die Aufgaben der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit übernehmen. "Außerdem erhöht sie im Elferrat die Frauenquote und senkt den Altersdurchschnitt", witzelt Moderator Christian Giebfried.

Auch Peter Kraus aus Lahm ist kein Unbekannter in Ebern und vor allem im Eberner Fasching. So stand er jahrelang mit dem Männerballett auf der Bühne und hat das Tanzbein geschwungen. In der Saison 1999/2000 machte er zusammen mit seiner Frau Martina das Eberner Prinzenpaar. Er hat die besondere Ehre, die Narrenkappe des ehemaligen Kulturrings-Vorsitzenden Eberhard Wohl tragen zu dürfen. "Ich glaube, da steht innen sogar "Chef" oder so geschrieben", schmunzelt der frischgebackene Elferrat. Kulturrings-Vorsitzender Walter Ullrich gratulierte den Geehrten und überreichte ihnen den Faschingsorden. Seit einiger Zeit ist nun sein Elferrats-Gespann endlich wieder komplett.

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Duo "Gitty und Rainer", die auch den einen oder anderen Schunkler im Programm unterbrachten. So auch vor der Übergabe von Rathausschlüssel und Stadtkasse durch Zweiten Bürgermeister Harald Pascher (FDP). Schließlich haben die Stadtoberhäupter nun bis zum Aschermittwoch ihre Winterpause und die Narren das Sagen.

So bat Moderator Fabian Weber den zweiten Bürgermeister zu seiner Abdankungsrede in die Bütt. Dieser erklärte in gereimter Form, dass für ihn "heute der "worst case" ist eingetreten, weil er den Hennemann am Faschingsanfang vertreten muss". Der lasse alle herzlich grüßen, er musste mit seiner Frau Simone in die Stadt der Liebe düsen. Bei der Bütt des zweiten Bürgermeisters bekam Jürgen Hennemann sein Fett weg. Die Stadtkasse schenkt er den Narren gerne, die wäre nämlich genauso leer wie zu Robert Herrmanns Zeiten.

Zudem solle er pünktlich zu seinen Terminen erscheinen und "mehr Zeit vor Ort in Ebern verbringen, anstatt in der ganzen Welt umherzutingeln". "Im Großen und Ganzen macht er aber sei Arbeit als Bürgermeister ganz gut, denn ab und zu muss man ihn auch mal lob", so Harald Pascher.

Auch der Coburger Kreisverkehr, ein Zebrastreifen beim Bäcker Fuchs, der Friedwald und die zweite Zufahrt zum Mannlehen waren Inhalt seiner Bütt.

Dann war es schließlich an der Zeit, dem Kulturrings-Vorsitzenden Walter Ullrich symbolisch die Macht zu übertragen. So überreichte Harald Pascher den Rathausschlüssel, Amtskette und die - wie immer fast leere - Stadtkasse.

Am Ende des rund einstündigen Programms war bei einem Quiz noch das Publikum gefragt. Aufgabe war es, das fehlende Wort innerhalb eines Reimes zu erraten. Wer sich zuerst meldete und die richtige Antwort wusste, bekam einen Preis. Schließlich wussten die Zuschauer alle Antworten und einige konnten ihre Preise entgegennehmen.

Faschingstermine in Ebern
• Freitag, 2. und Samstag, 3. Februar 2018: Bunte Abende des Kulturrings in der Frauengrundhalle
• Sonntag, 11. Februar 2018: "Eberner Gaudiwurm" - Faschingszug durch die Altstadt
• Montag, 12. Februar 2018: Rosenmontagsball des Blasorchesters.