Eigentlich war der Auszubildende aus dem Landkreis Haßberge wegen Strafvereitelung und versuchter Körperverletzung angeklagt. Doch der Vorwurf der Körperverletzung wurde fallen gelassen, nachdem ein Zeuge zugunsten des Angeklagten ausgesagt hatte. Trotzdem bestritt der 21-Jährige vor Richter Roland Wiltschka hartnäckig, überhaupt in den Fall verwickelt gewesen zu sein.

Was war passiert? Am 4. August gegen 0.30 Uhr warf ein unbekannter Täter auf dem Zeiler Weinfest eine Flasche gegen ein Ladenschaufenster. Das Fensterglas zerbarst, und es entstand ein Sachschaden von 500 Euro.

Die Flucht ermöglicht


Zwei Männer beobachteten den Vorfall und alarmierten daraufhin zwei Security-Mitarbeiter. Einer davon sagte als Zeuge bei der Verhandlung am Haßfurter Amtsgericht aus. Der 34-Jährige schilderte, dass der Flaschenwerfer bei seinem Eintreffen ganz ruhig auf einer Bank gesessen habe. "Wir wollten nur seine Personalien aufnehmen", sagte der Nürnberger.

Doch plötzlich hätten sich drei junge Männer in die Situation eingemischt. Einen davon erkannte der Security-Mitarbeiter als den 21-jährigen Angeklagten wieder. "Er war es nicht. Lasst ihn in Ruhe", hätten die drei den Sicherheitsleuten zugerufen.

Gleichzeitig sei auch der Flaschenwerfer aggressiv geworden und wollte fliehen. Die drei jungen Männer hätten daraufhin ihn und seinen Kollegen von dem Tatverdächtigen abgedrängt, so dass dieser flüchten konnte, sagte der Security-Mitarbeiter weiter aus. In dem Gedränge sei er auch getreten worden, erklärte der Zeuge.

Geldauflage von 500 Euro


"Hat der Angeklagte hier Sie getreten?", fragte Richter Roland Wiltschka nach. Der Zeuge verneinte. "Das war der andere, der die Flasche geworfen hat." Weil sowohl der Staatsanwalt als auch der Richter dem Zeugen glaubten, wurde der Vorwurf der versuchten Körperverletzung gegen den 21-jährigen Angeklagten eingestellt.
Nun stand nur noch der Vorwurf der Strafvereitelung im Raum. Doch der Angeklagte beharrte weiter darauf, den Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes noch nie gesehen zu haben.

Da Richter und Staatsanwalt ihm nicht glaubten, aber auch kein größerer Schaden entstanden war (der Ladenbesitzer hatte keinen Anspruch geltend gemacht) wurde das Verfahren schließlich gegen eine Geldauflage von 500 Euro eingestellt.