Auf der Veste Heldburg soll am 8. September das Deutsche Burgenmuseum unter Trägerschaft eines Vereins eröffnet werden. "Das ist nicht nur ein regionales oder deutsches Projekt, sondern auch ein europäisches Projekt", stellte Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten am Donnerstag bei einer Pressekonferenz auf der Veste die Bedeutung des Vorhabens heraus.

Der Kreis Haßberge wird die Nebenwirkungen der neuen Kultur- und Bildungseinrichtung in Thüringen zu spüren bekommen: "Das kann uns nur helfen, was dort passiert", begrüßt Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) die Installation einer "Außenstelle" des Germanischen Nationalmuseums auf der Veste Heldburg mit Blick auf die Aktivitäten im Deutschen Burgenwinkel.


Seit 1997 im Gespräch

Mit dem Museum geht für den Direktor des namhaften Museums in Nürnberg, Prof. Dr. G. Ulrich Großmann, ein langer Traum in Erfüllung. Denn schon im Jahr 1997 kam die Idee zu solch einem Museum auf, nachdem sich herausgestellt hatte, dass es weder in Deutschland, noch in Europa eine vergleichbare Einrichtung gibt.
An die 25 000 Burgen dürfte es im deutschsprachigen Raum noch geben, die meisten von ihnen sind Ruinen, viele auch schon ganz verschwunden. Doch ein zentrales Museum, das schildert, warum Burgen gegründet worden sind, wie man sie nutzte und wie man sie immer wieder den aktuellen Erfordernissen anpasste, gibt es bislang nicht. Das soll zukünftig die Aufgabe des Deutschen Burgenmuseums sein.

"Wir wollen keine Inventur machen", sagte Großmann im Hinblick auf das Konzept des Museums. Es wird mehr zu sehen und zählen sein, als allein Bilder an der Wand. Zudem sollen die Besucher erfahren, welche Räume es in Burgen früher gab. Abrunden sollen das Programm die Fachleute, die verraten, mit welchen Methoden sie zu ihren Erkenntnissen kommen. "Der Besucher soll erfahren, dass Burgenforschung kein Hexenwerk ist", informierte die zukünftige Leiterin des Museums, Elke Elbers, in ihrer Pressemitteilung.

Für die Einrichtung des Museums sind zwei Millionen Euro eingeplant. "Sportlich" bezeichnete Großmann diese Summe, mit der 1700 Quadratmeter ausgestattet werden sollen. Derzeit beschäftigen sich seine Mitarbeiter im Germanischen Nationalmuseum mit der Feinplanung der Vitrinen. In einem Rundgang von zwei Stunden sollen die Besucher etwa 200 Objekte zu sehen bekommen. "Wir haben aber fünfmal so viele zum Austausch und für Sonderausstellungen in der Hinterhand", so Großmann weiter.

Mit etwa 40 000 Besuchern pro Jahr rechnet Anita Schwarz, Bürgermeisterin der Stadt Bad Colberg-Heldburg und gleichzeitig Vorsitzende des Trägervereins. In den letzten 20 Jahren waren bis zu 20 000 Besucher jährlich dort.


Gastronomie fehlt

Was auf der Veste Heldburg ab September somit zu sehen sein wird, ist eine Nummer größer als Altenstein, Königsberg oder andere Burgrelikte im Landkreis Haßberge. Mehr als 14 Millionen Euro flossen bisher in das Projekt, wobei etwa die Hälfte durch Drittmittel finanziert werden konnte.

Bezüglich eines Aspektes laufen die Planer des Heldburg-Museums Hand in Hand mit den Burgenverantwortlichen in den Haßbergen: Nach dem Rundgang wird es für die Besucher keine Rittersmahlzeit geben - das Museum wird vorerst ohne einem Gastronomiebau starten.

"Es ist ein ernsthaftes Projekt, das wir alle wollen. Wir nähern uns dem Ziel. Aber ohne einem Förderprogramm können wir uns das nicht leisten", machte Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten am Donnerstag deutlich. Zwar wurde die Kostenvorstellung eines Architekten-Vorhabens schon passend gerückt, aber Paulus kündigt für den Übergangsbetrieb bereits den Rostgrill an: "Das machen wir dann eben typisch thüringisch."
Wenn es auf der Veste Heldburg mit den Besucherströmen losgeht, will auch der Landkreis Haßberge gewappnet sein. Mit den Tourismusvereinen aus Coburg und Bad Colberg-Heldburg wurde bereits eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.
"Wir wollen gemeinsam auf einem Flyer die Veste in Coburg, das Museum in Heldburg und den Burgenwinkel in den Haßbergen bewerben", berichtete Jürgen Hennemann über den Stand der Zusammenarbeit. "Wir müssen uns unbedingt vernetzen", so Hennemanns Überzeugung, "und uns im Bereich Tourismus großflächig aufstellen."