Rund 130 Biker nahmen am vergangenen Sonntag an einem Motorradgottesdienst vor der Pfarrkirche St. Vitus in Untersteinbach teil. Die örtlichen Motorradfreunde hatten den Gottesdienst organisiert und mitgestaltetet.
Der Gottesdienst stand unter dem Motto "Die Zeit läuft" und sollte darauf hinweisen, wie wichtig es ist, sich immer wieder Zeit für sich und für Gott zu nehmen, sofern man gläubig ist.
Die Lesung wurde von Lisa Kraus aus Obersteinbach vorgetragen. In seiner Predigt stellte Diakon Erich Müller heraus, dass, wie bei einem Metronom, jeder Mensch seinen Takt und Lebensrhythmus finden müsse. Es liege an der Einstellung, wie schnell oder langsam das Leben verläuft. Beim einen sei dieser Rhythmus schneller und beim anderen langsamer. Mitunter werde der "Takt" auch durch andere Menschen vorgegeben, erklärte der Diakon.

Den Takt finden

Als Christ sei man dazu aufgefordert, sich auf den Takt beziehungsweise Rhythmus einstellen zu lassen, den Gott vorgebe. Dazu gehöre auch der Sonntag zum Zweck und im Interesse der eigenen "Seelenpflege". Es sei seltsam, dass die Menschen trotz der verringerten Arbeitszeiten auf sieben oder acht Stunden immer weniger Zeit im Gegensatz zu früher haben, sagte der Diakon. Es sei auch schlimm, dass man in der schnelllebigen Zeit immer mehr von anderen erwarte und der Druck auf den einzelnen immer höher werde. Schon im Alten Testament forderten laut Müller die Priester und Schrift gelehrten dazu auf, den "Sabbat" heilig zu halten und sich am siebten Tag auszuruhen.

Gedenken an die Verstorbenen

Die Fürbitten wurden von den Motorradfreunden vorgetragen, wobei man der verstorbenen und tödlich verunglückten Motorradfahrer aus der Pfarreiengemeinschaft Heilig Geist Rauhenebrach gedachte. Auch für die Mitbegründerin und Hauptorganisatorin der Motorradgottesdienste, Maria Kistner, die im vergangenen Frühjahr plötzlich verstorben ist, wurde eine Fürbitte verlesen.
Die Kollekte sowie der Erlös aus der Bewirtung der Gäste kommt dem Kindergarten Untersteinbach zugute. Nach dem Gottesdienst wurden die rund 130 Biker durch die beiden Geistlichen, Diakon Erich Müller und Pfarrer Kurt Wolf, der selbst ein leidenschaftlicher Motorradfahrer ist, gesegnet.heki