Der Mauerfall am 9. November 1989 hat das Leben von Dr. Margit Stäbler grundlegend verändert. Am 1. Januar des Jahres hatte sie zusammen mit ihren damaligen Ehemann die Apotheke am Rande Westdeutschlands übernommen. Die Landschaft war idyllisch, die Verkehrslage mehr als ruhig. Margit Stäbler wünschte sich ein wenig mehr Publikumsverkehr.


Autokolonnen aus Ostdeutschland

Doch mit dem Mauerfall kamen die Autokolonnen, die direkt an dem historischen Gebäude vorbei auf der B26 von Ost nach West und in die Gegenrichtung flossen - und nicht vor der Apotheke hielten. "Jeden Tag sind tausende Autos vorbei gebrummt. Es war lebensgefährlich, die Straße zu überqueren.

Es gab zwar eine Fußgängerampel, aber die war meistens kaputt", erinnert sich Dr. Margit Stäbler zurück. "Das war ganz, ganz schlimm." Erst mit dem Bau der Bundesautobahn A70 wurden die Autos weniger. Ab 1987 war das Teilstück zwischen Knetzgau und Eltmann einspurig befahrbar. Von 1991 an ging die Autobahn bis Bamberg. Vollständig vierstreifig ausgebaut ist sie aber erst seit 2006.


Lebensgefährlichen Eingang geschlossen

In dieser Zeit hat sich auch im Inneren der Apotheke einiges verändert. Eine der ersten Baumaßnahmen war es, den gefährlichen Eingang direkt an der Bundesstraße zu schließen und stattdessen einen neuen, barrierefreien Zugang an der Brückenstraße zu schaffen.

"Dort war früher ein Pferdestall", weiß Margit Stäbler. In der Zinkenstraße (gegenüber dem Apotheken-Parkplatz) wurde das Schaufenster durch eine weitere Tür ersetzt, die direkt an die denkmalgeschützte Stadtmauer anschließt.


Loser Tee und Registerkarten müssen weichen

Der vorherige Besitzer, Karl Heinz Borosch (1977 bis 1989), bewahrte den Tee noch lose in Schubladen auf. Die Medikamente wurden nach Darreichungsform sortiert: Salben, Säfte, Zäpfchen und Tabletten standen säuberlich gebündelt an einem Platz. Mit dem Einzug von Margit Stäblein änderte sich das System.

Heute sind die Waren nach einem Zentralalphabet geordnet und werden über ein Computersystem verwaltet. Vor 24 Jahren wurden Bestellungen noch mit Registerkarten erfasst. Auch die Trennwände ließ Margit Stäbler entfernen. So erweiterte sich die Ladenfläche von geschätzten 80 auf 200 Quadratmeter.


Zwei Arztpraxen

Den Doktortitel der Pharmazie hat die 55-Jährige Apothekerin aus Berlin mitgebracht. Dort lebte sie von 1979 bis 1988. Geboren ist sie aber im fränkischen Fürth. Ihre fränkischen Wurzeln waren es, die sie zu der Apotheke in Eltmann führten. In dem Apothekerhaus befinden sich auch zwei Arztpraxen, die seit 1993 an den Frauenarzt Dr. Ulrich Wagner und seit 1995 an die beiden Internisten Dr. Matthias Beck und Markus Handrich vermietet sind.