Geschafft, aber auch zermürbt von den letztlich erfolglosen Gesprächen um den Erhalt der Lebenshilfen-Klassen in der bisherigen Form will das Führungsteam der Lebenshilfe Ebern die Verantwortung in neue Hände geben. "Bei den Bemühungen um den Fortbestand haben wir festgestellt, dass wir Neuerungen vielleicht nicht aufgeschlossen genug gegenüberstehen. Das gehört jetzt in jüngere Hände", sagte Vorsitzender Hans-Werner Steger, auch im Namen von Geschäftsführerin Rachilde Neugebauer bei einer vorgezogenen Mitgliederversammlung am Dienstagabend, bei der auch Neuwahlen stattfinden sollten. Das misslang aber. In einem halben Jahr wird ein erneuter Anlauf gestartet.

"Wir würden auch mit Rat und Tat zur Seite stehen", warb Steger um Nachfolger. Auch Kassier Julian Ehret mache weiter, aber nach 25 oder 35 Jahren im Vorstand sei die Zeit für einen Wechsel gekommen. Bei den Vorgesprächen ("Es gab Leute, die sich im letzten Jahr unheimlich eingesetzt haben") hatte sich Steger nur Absagen eingefangen und auch die Nachfragen und Überredungsversuche aus Mitglieds- und Personalkreisen am Dienstagabend fruchteten nicht.

Die ausgeguckten Aspiranten lehnten allesamt ab mit dem Hinweis, dass "wir durch unser beeinträchtigtes Kind als Eltern schon vielseitig belastet sind", wie es ein Vater formulierte.

Vorsitzender Steger verwies aber darauf, dass "die Lebenshilfe ein Elternverein ist für Leute, die etwas für ihre Kinder erreichen wollen, weil kein Politiker kommt von selbst darauf".

Marta Miener stellte die Schicksalsfrage: "Wie geht's weiter, wenn sich auch in einem halben Jahr niemand zur Verfügung stellt?" Dazu Geschäftsführerin Neugebauer: "Dann wird vom Registergericht ein Zwangsvorstand eingesetzt, oder es erfolgt die Auflösung des Vereins."

Wie es kurzfristig weitergeht, hatte Rachilde Neugebauer in ihrem Geschäftsbericht aufgezeigt. Demnach herrschte "helle Aufregung", als die Lebenshilfe Haßberge ankündigte, dass die Mittelschulklasse in Ebern nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.

Trotz vieler Gespräche mit Mandatsträgern und den Lebenshilfen Haßberge und Bamberg sei diese Entscheidung nicht zu revidieren gewesen, weswegen "wir unserem pädagogischen Personal zum Jahresende kündigen mussten".

Jetzt gebe es es aber befristete Anschlussverträge bis August 2018, da die Tagesstätte mit nur einer Grundschulgruppe bis zum Schuljahresende 2017/23018 fortgeführt werde. "Damit kommt es zu einem Defizit von rund 25 000 Euro, das sich Landkreis, Stadt sowie die Lebenshilfen Ebern und Haßberge teilen." Vorteilhaft war daher laut Julian Ehret, dass im laufenden Jahr bislang ein Überschuss von 10 000 Euro zusammen kam, wie er in seinem Kassenbericht ausführte. "Mit den ac ht Kindern, die jetzt noch verbleiben, ist eine Kostendeckung nicht mehr möglich."

Deren Rück- und Umzug in einen einzigen Raum wurde bereits vollzogen. Ab Jahresbeginn 2018 sollen zwei Gruppen des städtischen Kindergarten übergangsweise dazu kommen, ergänzte Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD), wodurch sich die Miete für die Lebenshilfe reduziere. "Wir wollen, dass die Lebenshilfe Ebern bestehen bleibt, auch wenn der Grundstock im nächsten Jahr auch wegfallen sollte. "

Die Nachfrage, ob eine integrative Kindergartengruppe eingeführt werde, bejahte der Bürgermeister - zumindest für den geplanten Neubau, der auf Vollintegration ausgelegt werde. "Die Gruppenzahl steht aber noch nicht fest, da wir noch nicht wissen, ob wir drei, vier oder fünf Krippengruppen vorsehen. Wir wollen eine 100-prozentige Abdeckung erreichen wie schon bei den regulären Plätzen. Auch Rentweinsdorf beteiligt sich eventuell, weil es dort auch schon eng zugeht."

Weitere Themen bei der Versammlung des Vereins, der derzeit 100 Mitglieder zählt, waren der Martinszug und ein Floh- bzw. Weihnachtsmarkt. Ein Martinsumzug in Unterpreppach ist nicht mehr geplant, dafür eine Beteiligung beim städtischen Kindergarten. Ein Flohmarkt mit Sachen, die nun nicht mehr benötigt werden, ist angedacht. "Aber wir verscherbeln keine Sachen, die in Ebern oder Haßfurt noch gebraucht werden könnten."