Landrat Wilhelm Schneider hieß die Gäste zum Startschuss des neuen "Kunststücks" willkommen. Wie bereits seit 17 Jahren lade dieses zu zahlreichen kreativen Begegnungen ein. "Wenn Sie durch die neue Veranstaltungsbroschüre blättern", sagte der Landrat, "werden Sie feststellen, dass diese Saison noch mehr hochkarätige Angebote bereit hält als das Vorjahr." Nicht nur die Quantität sei bemerkenswert. Auch inhaltlich seien die Angebote etwas Besonderes. "So sind zum Beispiel die angebotenen Workshops speziell für unser Kunststück ausgearbeitet worden", betonte er.

Mit Renate Ortloff, der Kulturbeauftragten des Landkreises, habe das Projekt ein hohes künstlerisch-kulturelles Niveau erreicht. In Zusammenarbeit mit den Kunstschaffenden im Kreis seien die bisherigen Angebote der Bildenden Kunst um zusätzliche kulturelle Höhepunkte erweitert worden. Renommierte Galerien mit ihren Ausstellungen sowie Konzertreihen kamen hinzu. Als Voraussetzung für die Aufnahme ins Programm galt, dass diese "von überregionaler Bedeutung sind, in besonderen Räumen angeboten und nicht von einer kommerziellen Agentur beworben werden", erläuterte Schneider.

Thema "Kultur verbindet"

Der Landkreis sei damit auch kulturell auf der Höhe der Zeit und folge bereits jetzt einer Empfehlung der Europäischen Kommission und ihrem Programmvorschlag für ein kreatives Europa ab 2021. Ab diesem Zeitpunkt werde das abrufbare Budget an Fördergeldern im "Teilprogramm Kultur" für die Laufzeit von sieben Jahren von 450 auf 609 Millionen Euro angehoben. "Sofern nichts dazwischen kommt", ergänzte Landrat Schneider. Grundlage dieser finanziellen Aufstockung sei die Erweiterung der Förderbereiche innerhalb der EU auf den Musiksektor sowie den Kulturtourismus. "Der Landkreis Haßberge tut dies bereits ab 2018", sagte der Landrat.

Das Thema des aktuellen Kunststücks lautet "Kultur verbindet". Dahinter verbergen sich unter anderem Ausstellungen, Filme und Vorträge, die sich mit jüdischer Kultur, mit zisterziensischen Bauwerken oder den philosophischen Gedanken von Künstlern befassen. Als "verbindend" bezeichnete Schneider auch die September-Konzertreihe "Musiktage Ebern". Sie wird von Barbara Gemeinhardt organisiert und bringt hochklassige Kammermusikkonzerte mit dem Rückert-Ensemble unter musikalischer Leitung des Violinisten Peter Rosenberg nach Ebern. Rosenberg war in den 1990er Jahren neben seiner Konzertmeistertätigkeit bei den Bamberger Symphonikern auch Professor für Violine und Kammermusik an der Hochschule für Musik in Köln und Aachen. Der international erfolgreiche Musiker umrahmte den Eröffnungsabend mit drei Vorträgen und verlieh mit seinem Spiel auf der Violine der Veranstaltung und damit dem Projekt "Kunststück" einen besonderen Glanz.

Bilder der Künstlerin Anne Olbrich

Zugleich wurde die erste Ausstellung der Saison 2018/2019 eröffnet. Über zwei Etagen der Xaver-Mayr-Galerie zeigt darin die Künstlerin Anne Olbrich eine Auswahl ihrer Bilder. Die Laudatio zur Ausstellung hielt Matthias Liebel, Kunsthistoriker aus Bamberg. Er betonte, dass Olbrich hier in Ebern zuhause sei und seit vielen Jahren durch zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Süddeutschland sowie beim Brighton Festival in England bekannt geworden sei. Sie sei eine Malerin mit vielseitigem Schaffen, was sich in den Bilden wiederspiegele. Liebel sprach von "dynamisch bewegter Pinselführung".

Olbrichs Werke zeigen unter anderem Tier- und Fabelwesen in stilistischer Vereinfachung, Figuren- und Landschaftsbilder, biblische Themen und Tierdarstellungen sowie Tuschezeichnungen. Anne Olbrichs "Lehrstube" war nach eigener Aussage die Natur. Sie hat keine Akademie oder Kunstschule absolviert, sondern ist Autodidaktin.

Der promovierte Bamberger Kunsthistoriker betonte diese Tatsache, da Olbrich all die stilsprachlichen Ausdrucksformen, die in der vorliegenden Ausstellung zu sehen sind, selbst erarbeitet habe. Sie befasse sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, aber auch mit Religion, Naturschutz und sozialer Integration. "In den Werken ist ein starker Wille zur Aussage erkennbar", sagte Liebel. Darunter seien "Bilder wie Balladen".

Engagierter Bürgerverein Ebern

Darauf bezugnehmend kündigte der Musiker Rosenberg eine "Ballade auf der Violine" an, ein Stück des italienischen Komponisten Niccolò Paganini, und gab den Zuhörern einen Vorgeschmack auf die am 21., 22. und 23. September in der Eberner Stadtpfarrkirche stattfindenden Konzerte.

Renate Ortloff ging auf die Arbeit und den Enthusiasmus der am Projekt "Kunststück" beteiligten Künstler und Organisatoren ein. Sie nannte den Bürgerverein Ebern, der sich unter der Leitung von Ingo Hafenecker und Stefan Andritschke mit dem Heimatmuseum Ebern einen Namen in der musealen Szene gemacht habe. "Es gibt hier einen der 100 besten Heimatschätze bayerischer Museen", verkündete sie. Die Bedeutung der seit mehreren Jahren laufenden Projekte "Kunst geht fremd" und "Kinder führen Kinder" hob sie besonders hervor. Der Verein habe sich zum Ziel gesetzt, das kulturelle Angebot im östlichen Landkreis um den Baustein der Bildenden Kunst zu erweitern.

Ortloff lobte die Organisatorin Barbara Gemeinhardt, die es verstehe, "ihr Feuer" auf andere zu übertragen. Sie stecke voller Ideen, bringe Menschen zusammen und sei als Organisatorin der Konzertreihe "Musiktage in Ebern" selbst schon eine Institution. Dazu gehöre ein neues Projekt zur Förderung der Jugend, das der Musiker Rosenberg ins Leben gerufen hat.

"Das neue Kunststück steckt voller kunstvoller Überraschungen", beschloss Ortloff ihre Ansprache. Um die vorbereitete große Fülle der Workshops und Veranstaltungen anbieten zu können, brauche es viele Akteure.

Die Akteure des "Kunststücks"

Die Akteure des "Kunststücks" sind Elisabeth und Josef Ambros, Oberschwappach, Stefan Andritschke, Ebern, Susanne Becker, Wüstenbirkach, Hannes Betz, Westheim, Thomas Büttner, Referent aus Morschen für die Veranstaltung in Oberschwappach, Kim Davey, Haßfurt, Ulli Falke, Rabelsdorf, Barbara Gemeinhardt, Ebern, Barbara Goschenhofer, Hofheim, Christa Grumbach, Haßfurt, Jannina Hector, Hofheim, Adelbert Heil, Kirchaich, Peter Hohlweg, Königsberg, Gerd Kanz, Untermerzbach, Dieter Kraft, Ebelsbach, Marianne Krug-Schütz, Zeil, Janna Liebender-Folz, Haßfurt, Annemarie Reiser-Meyerweissflog und Alexander Meyerweissflog, Königsberg, Ulrich Mücke, Königsberg, Melina Müller, Königsberg, Gerhard Nerowski, Königsberg, Anne Olbrich, Ebern, Manfred Reinhart, Untersteinbach, Peter Rosenberg, Ebern, Tina Roth, Theres, Julian Roth, Zell, Helene Rümer, Haßfurt, Ellen Schindler, Fabrikschleichach, Reinhard Schneider, Hainert, Bruno Schneyer, Zeil, Olaf Schönherr, Theres, Gabriele Schöpplein, Ebelsbach, Eleonore Schmidts-Stumpf und Egon Stumpf, Eschenau, Ingrid Tadje, Königsberg, Iris Wild, Memmelsdorf/Ufr. und der Verein "Besser gemeinsam Leben - Landkreis Haßberge".

Broschüre liegt aus

Die Broschüre des Projektes "Kunststück" mit Terminen und Informationen zu den Programmpunkten Workshops für Kinder und Erwachsene, Veranstaltungen und Ausstellungen, Kunst und Kino, Galerien und Konzertreihen liegt an vielen öffentlichen Stellen im Kreis aus. Im Internet ist sie abrufbar auf der Webseite www.kunststueck.hassberge.de.