In das umstrittene Bauprojekt "Sportpark Eichelsee" kommt Bewegung. Und nicht nur das: Die Stadt Haßfurt und der Turnverein scheinen auf einem guten Weg zu sein, um die neuen Sportstätten des Vereins verwirklichen zu können. Woher kommt der Optimismus? Aus einem Schreiben, das der Haßfurter Bürgermeister Rudi Eck (parteilos) am Mittwoch, 7. November, an die Medien gegeben hat. Darin heißt es: "Das TV-Projekt Ballsporthalle am Eichelsee steht kurz vor der letzten Hürde." Der Stadtrat soll in Kürze eine Entscheidung treffen.

Dass Rudi Eck ein parteiloser Bürgermeister ist, hat nämlich mit dem vom TV geplanten Sportpark zu tun. Zur Erinnerung: Der TV hatte ein Konzept erarbeitet für neue Sportstätten auf seinem Gelände im Lengfeld. Im Mittelpunkt stand eine nagelneue Dreifach-Turnhalle. Kosten: sechs Millionen Euro.

Die finanzielle Seite war der Knackpunkt für den Stadtrat. Er zog die Handbremse und forderte, dass der Verein sein Projekt abspeckt. Die Stadt wird als Zuschussgeber und Bürge für das Sportpark-Projekt gebraucht.
Sechs Millionen Euro hält eine große Mehrheit im Rat für zu viel und daher nicht realisierbar. Als Marke nannte der Haßfurter Stadtrat damals im März eine Gesamtkostensumme von 3,5 Millionen Euro.

Es kam zum Zerwürfnis

Die Mehrheit des Haßfurter Stadtrates begab sich damit auch auf Konfrontationskurs zu Erstem Bürgermeister Rudi Eck. Der trat in der Folge aus seiner Partei, der CSU, aus. Nach dem Zerwürfnis wurden einige Varianten für den Sportpark ins Gespräch gebracht. Die verschwanden aber ebenso schnell, wie sie aufgetaucht waren.
Um eine Lösung zu finden, bildete der Stadtrat eine interfraktionelle Arbeitsgruppe Sport. Zum Vorsitzenden wurde der Zweite Bürgermeister Karl-Heinz Eppelein (CSU) berufen.

Zusammen mit dem TV sollte die Gruppe ein Konzept finden. Wochen und Monate drang wenig bis nichts mehr nach draußen. Es herrschte Ruhe.
Damit scheint es jetzt vorbei zu sein. In der Stadtratssitzung am Montag, 19. November, um 19.30 Uhr im kleinen Saal der Stadthalle "wird der Stadtrat in öffentlicher Sitzung endgültig eine Entscheidung treffen", kündigte Bürgermeister Rudi Eck in seinem am Mittwoch verbreiteten Schreiben an.

Fast schon einig

Seit Mai gebe es auf seine Initiative hin "sehr intensive Gespräche und Kontakte zwischen dem TV-Projektteam und Vertretern der Arbeitsgruppe Sport", teilt Eck weiter mit. Anfang August wurde, wie er darstellt, gemeinsam eine Besichtigungsfahrt unternommen, bei der man sich zwei vergleichbare Projekte angeschaut und weitere Anregungen mitgenommen hat.
Fast hätte es laut Rudi Eck nach der letzten Gesprächsrunde am 25. Oktober zwischen dem TV-Team, einigen Fachplanern und Vertretern der Arbeitsgruppe Sport (alle Fraktionsvorsitzenden waren anwesend) einen gemeinsamen Konsens über die Projektsumme (sie wird deutlich unter fünf Millionen Euro liegen), den Zuschuss der Stadt (er soll etwa ein Drittel der Projektsumme betragen) sowie eine Bürgschaft der Stadt für ein Bankdarlehen (über die Höhe der Bürgschaft wird noch gesprochen) gegeben.
Eck: "Aber wie gesagt nur fast; man ist hier wirklich sehr eng beieinander. Bis zur Stadtratssitzung könnten auch diese letzten kleinen Hürden aufgearbeitet sein", ist der Bürgermeister "sehr zuversichtlich". Eck geht davon aus , dass im Stadtrat am 19. November "eine Entscheidung getroffen wird, die es dem Verein ermöglicht, ein sinnvolles und attraktives Projekt umzusetzen, mit dem er das so wichtige Sportkonzept der Zukunft für den Breitensport in unserer Stadt weitgehend umsetzen kann." Er hofft, dass am 19. November der Startschuss gegeben wird. Weitere Details zum möglichen Konzept gab Eck nicht bekannt.