Arnold Deininger aus Junkersdorf hat beobachtet, dass auf dem Dach der ehemaligen BayWa in Pfarrweisach auf einem vorbereitetem Gestell für ein Storchennest ein Adebar gelandet ist. Und tatsächlich, hoch oben auf dem Gebäude des jetzigen Eigentümers Markus Oppelt, thronte ein Weißstorch, der sich neugierig nach allen Seiten umsah und sich auch von ebenso neugierigen Menschen am Boden nicht stören ließ.

Bemerkt haben das auch Oppelt und vor allem die Kinder des Kindergartens "Pfiffikus", der sich schräg gegenüber befindet. "Die waren ganz begeistert", sagt Michaela Steinrichter, Erzieherin im Kindergarten am Mittwoch. Etwas traurig seien die Kleinen, weil der Storch seit Montag nicht mehr gesehen wurde.
Die Erzieherin schaut aber gleich nochmal nach. Der Storch ist nicht da, die Kinder sind etwas enttäuscht, dass sich Adebar wieder rar macht.

Markus Oppelt berichtet, dass seine Mutter im April 2014 einen Storch über ihr Haus habe fliegen sehen. "Ich konnte das gar nicht so recht glauben, aber Nachbarn haben es bestätigt", sagt Oppelt. Auch dem Landesbund für Vogelschutz habe er über den "Vorfall" berichtet. "Damals wurde mir gesagt, dass es in Unterfranken keine brütenden Storchenpaare gibt", erinnert sich Markus Oppelt.

Nachdem er geschildert habe, wo er wohnt, sei ihm gesagt worden, dass sich sein Haus für ein Storchennest eigne. "Am Ende dieses Gesprächs stand mir dann schon eine Bauanleitung für ein Storchennest, die ich vom Landesbund für Vogelschutz per E-Mail erhalten hatte, zur Verfügung." Zwei Tage später sei schon ein Nest in Form eines Dachreiters fertig gewesen.

Da ihm, wie er der örtliche Gemeinderat Oppelt sagt, der Kindergarten Pfarrweisach sehr am Herzen liegt, habe er mit der Leitung der Einrichtung Kontakt aufgenommen und sei sowohl bei den Erzieherinnen als auch bei den Kindern auf große Begeisterung dafür gestoßen, ein Storchennest zu bauen. Das sei dann das "Topthema im Kindergarten" gewesen.

Anfang Mai 2014 kam Janina Kempf, Umweltbildungsreferentin vom Landesbund für Vogelschutz in Veitshöchheim, in den Kindergarten, und begeisterte die Kleinen mit ihren Ausführungen über Störche. Mit der Drehleiter der Feuerwehr Ebern wurde das Gerüst für das Nest auf dem Dach gehievt und befestigt. "Schon damals sagte Janina Kempf, dass ein neues Nest erfahrungsgemäß erst nach mehreren Jahren angenommen wird", erinnert sich Oppelt.

Umso erfreulicher sei die Mitteilung von Michael Groß nach etwa acht Wochen gewesen, dass zwei Störche auf den Nest gelandet seien. Leider war das Storchenglücknur von kurzer Dauer. "Die beiden wollten wohl nicht Erstbezieher sein" glaubt Oppelt. Ein Jahr später habe sich wieder ein Storch - allerdings nur für drei Tage - blicken lassen, der auf dem Kirchendach zu sehen war.

"2017 entschlossen sich meine Frau und ich, das Nest etwas auf Vordermann zu bringen. Wir sammelten Moos und Zweige, die Feuerwehr Ebern kam wieder mit der Drehleiter, um zu helfen. Am letzten Montag war dann ein Storch da und Michael Groß beobachtete, dass der Storch Nistmaterial heranschaffte.

Am Mittwoch habe der Storch noch einige Runden um das Nest gedreht mit Nistmaterial im Schnabel, habe dann aber wieder abgedreht. "Ich hoffe natürlich, dass er wieder kommt und sich ein Storchenpaar auf unserem Dach ansiedelt", sagt Oppelt. Er gibt noch den Hinweis, dass Groß auf dem Schlauchturm des Feuerwehrhauses in Kraisdorf ebenfalls eine Vorrichtung für ein Storchennest angebracht hat. "Jetzt gilt es, zu hoffen und zu warten. Es wird spannend, welches Nest - das in Pfarrweisach oder Kraisdorf - Störche zuerst dauerhaft annehmen", sagt Markus Oppelt. Besonders freuen würde er sich natürlich wenn der Storch nach Pfarrweisach käme: "Schon wegen unserer Kinder im Kindergarten."