Pettstadt in der Gemeinde Kirchlauter hat eine eigene Scheibentauchkörper-Kläranlage, die mit über 20 Jahren an ihrer Altersgrenze kommt und ertüchtigt werden muss. Dem Gemeinderat Kirchlauter wurden aus diesem Anlass drei Varianten vorgestellt, wie das Problem gelöst werden kann. Möglich ist, dass die bestehende Kläranlage erneuert wird. Oder sie wird aufgelassen und ein Anschluss an die Kläranlage in Kirchlauter wird angestrebt (zwei Varianten); das wäre nach den bisherigen Zahlen die günstigste Lösung.

Eingangs der Sitzung gedachte das Ratsgremium des im Alter von 72 Jahren verstorbenen Altbürgermeisters Peter Kirchner. 27 Jahre stand der CSU-Politiker an der Spitze der Gemeinde Kirchlauter.

Die Gemeinderäte hatten vor der Sitzung die Möglichkeit, sich vom Zustand der Scheibentauchkörper-Kläranlage zu überzeugen, die südlich von Pettstadt an der Staatsstraße liegt. Die Besichtigung offenbarte Abnutzungserscheinungen vor allem am Beton und an den Scheibenflächen. Deswegen muss davon ausgegangen werden, dass auch das Becken in den nächsten Jahren erneuert werden muss.

Ingenieur Peter Ruck vom Büro TBW Eltmann war sich sicher, dass eine Ertüchtigung einem Neubau gleichkommen würde. Bei der Variante I, der Sanierung und Erneuerung der alten Anlage, wäre der Einbau eines Scheibentauchkörpers in zwei unterschiedlichen Ausführungen möglich. Die Kosten bezifferte er je nach Ausführung auf eine Summe zwischen 38 100 und 45 339 Euro. Sollte jedoch ein Umbau der Kläranlage mit dem Betonbauwerk nötig sein, dann müsste man hier von 126 500 Euro ausgehen. Die Lebensdauer eines Scheibentauchkörpers werde allerdings nur auf 25 Jahre eingeschätzt, sagte er. Nach Ablauf dieser Zeitspanne würden wieder Kosten für die Erneuerung der Anlage anfallen.

Als Alternative zur Erneuerung besteht nach seinen Angaben bei der Variante II die Möglichkeit, einen Anschluss an das Kanalsystem in Kirchlauter herzustellen. Das Gelände fällt von Pettstadt in Richtung Kirchlauter um mehrere Meter ab, weswegen im Freigefälle eine 1305 Meter lange Verbindung vom Kläranlagenstandort in Pettstadt bis zum Mischwassernetz von Kirchlauter geschaffen werden kann. Die Investitionskosten für die Herstellung der Verbindungsleitung im offenen Graben liegen bei 333 200 Euro. Durch den Wegfall der Kläranlage Pettstadt könnten dort die bisherigen Betriebskosten eingespart werden.

Die Variante III zielt ebenfalls auf den Anschluss an Kirchlauter ab, jedoch in einer geschlossenen Bauweise mit Einpflügen der Rohrleitung. Dies wäre die günstigste Variante mit Kosten von 211 820 Euro. Wobei hier alle zehn Jahre eine Kanal-TV-Untersuchung in Höhe von 6 525 Euro anfällt.

Peter Ruck stellte dem Gremium weitere Berechnungen vor. Und es müssten noch Fragen mit den Behörden geklärt werden, sagte er.

Gemeinderat Horst Gehring (CSU) wies darauf hin, dass man beim Neubau in Pettstadt gesagt habe, "das Becken hält ewig, und deswegen zweifle ich an, dass es kaputt ist. Warum muss das Becken erneuert werden? In Hohenroth haben sie schon die zweiten oder dritten Tauchkörper drinnen." Gemeinderat Reinhold Stöhr (SPD) sprach derzeit von einer Findungsphase. "Wenn wir schon investieren, sollte es auch sinnvoll sein." Gemeinderat Uwe Derra (FW) interessierte, wie man das Becken sanieren könne und wie lange dann die Haltbarkeit wäre. Der Fachingenieur geht von einer Haltbarkeit von 15 Jahren aus.

Der Ortssprecher von Pettstadt, Helmut Sieghörtner, bezeichnete die Variante I als eine "Flickschusterei, die die Pettstadter allein zu tragen" hätten. Wer in die Anlage schaue, sehe, dass der Beton wegbröckelt. Für ihn kommt nur die Variante III mit dem Anschluss an Kirchlauter infrage.

Gemeinde Michael Tischner (JL) stellte klar, dass die Anlage noch nicht 30 Jahre, sondern nur 21 Jahre alt sei. "Mir fehlt aber bei der Diskussion, was an Kosten auf die Bürger zukommt und was sie einmalig oder laufend über Gebühren bezahlen müssen."

Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) teilte dazu mit, dass bei der Variante I 90 Prozent der Kosten auf die Pettstadter umzulegen wären. Bei der Variante II und III währen es nur 50 Prozent bis höchstens 90 Prozent. Außerdem erhalte man hier einen Zuschuss für den Anschluss nach Kirchlauter in Höhe von 150 Euro pro Meter, was bei einer Länge von 1305 Metern immerhin 195 750 Euro wären. Dazu bedürfe es aber dringend einer Entscheidung, weil diese Maßnahme dann bis 2021 abgerechnet sein müsste. Er will nun bei der Bürgerversammlung am 10. April ausloten, was die Pettstadter meinen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung ging es um die Förderung von Glasfaseranschlüssen für die Schulstandorte in Kirchlauter und Neubrunn, wobei der Förderhöchstbetrag sich auf 50 000 Euro beläuft. Die Kosten liegen bei 58 064 Euro für die Grundschule Kirchlauter und bei 30 830 Euro für die Grundschule in Neubrunn. Damit verbleibe ein Eigenanteil von 38 895 Euro bei der Gemeinde, den sie allerdings noch durch eine Förderung des Bundes verringern möchte. Der Auftrag wurde an die Firma Telekom vergeben.