Die Kerwa zählt seit langer Zeit als das zentrale Fest im Jahreslauf, vor allem im ländlichen Bereich. Dabei gibt es sehr unterschiedliche Traditionen und man kann überall feststellen, dass sich die Art des Feierns sehr verändert hat. In der Stadt Ebern wird an diesem Wochenende mit einem großen Programmangebot gefeiert und viele Vereine und Gruppierungen versuchen immer wieder, diesem traditionellen Fest neue Impulse zu verleihen oder auch alte Kirchweihbräuchen wieder aufleben zu lassen.

"Heute ist ja fast jeder Tag Kirchweih und es gibt jeden Sonntag einen Kuchen zum Kaffee. Das Fest hat an Glanz verloren", fasste vor kurzem ein Heimatpfleger die Veränderung zusammen. Noch in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es mehr ein Familienfest, wo die "Frau des Hauses" Verwandte und Freunde aus der Nachbarschaft einlud und in der eigenen Stube üppig auftischte. Es gab Gans oder Ente und eigens wurden zu diesem Anlass auch Kuchen gebacken. Am Abend wurde dann noch im Saal der Gastwirtschaft das Tanzbein kräftig geschwungen und auch die Jugend wurde mit Kerwes-Geld ausgestattet, tauschte es gegen Süßigkeiten oder auch gegen ein paar Runden im Karussell ein.

In späteren Jahren wurden dann immer mehr die Wirte zuständig für ein gutes Kirchweihessen und mancherorts wurden dabei sogar eine Woche lang verschiedene Schmankerl angeboten. Die obligatorischen "Kirchweihtänze" im Saal der Gastwirtschaften gibt es so gut wie nicht mehr und in zahlreichen Ortschaften hat nun auch der Wirt seine Türen ganz geschlossen, so dass man auf Gemeinschaftsräume oder Zelte ausweichen muss.

Wenn sich dann - wie in manchen Orten - auch noch Vereine aus der Öffentlichkeit zurückziehen, kann es sein, dass es "spitz auf Knopf" steht, ob im nächsten Jahr noch eine Kirchweih stattfindet. So kann man es immer wieder den Medien entnehmen.

Auch in Ebern hat man diese Tendenz in den letzten Jahren beobachtet und durchaus kräftig entgegengesteuert. Den obligatorischen Tanz in einer Gastwirtschaft gibt es nicht mehr, aber seit einigen Jahren laden die "Fleisch- und Wurstfreunde Heubach" am Kirchweihfreitag zu einem Kirchweihtanz in die Städtische Turnhalle ein. Auch "Kirchweihmusikanten" zogen in den letzten Jahren durch Lokale und Straßen, um für Stimmung zu sorgen. In diesem Jahr soll ihnen aber die "Luft ausgegangen" sein, denn es fehlt auch einer solchen losen Musikgruppe am entsprechenden Nachwuchs.

Zur diesjährigen Kirchweih haben sich die Freiwillige Feuerwehr und das Blasorchester Ebern gemeinsam Gedanken gemacht, um den Kirchweihsonntag für die Eberner, aber auch ihre Gäste, attraktiver zu gestalten. Neben dem Kirchweihmarkt ist deswegen am Sonntag einiges in der Altstadt geboten. Auf dem Marktplatz wird das Blasorchester ein Kirchweihkonzert veranstalten. Die Feuerwehr sorgt ab 17 Uhr in der "Rummelsberger Diakonie" für einen besonderen Kirchweihausklang mit Wein und Federweißer aus Oberschwappach und mit Bewirtung. Auch für die musikalische Unterhaltung ist mit einer kleinen Besetzung des Blasorchesters Ebern dabei gesorgt. Dem Kirchweihfeiern steht also in Ebern nichts mehr entgegen.

Auftaktveranstaltung der "Baunach-Allianz"

Im Rahmen der Kirchweih und als eine von 100 Veranstaltungen der Reihe "wir feiern Bayern" lädt die "Baunach-Allianz" am Kirchweihsonntag, 16. September, um 14 Uhr in die "Xaver-Mayr-Galerie" ein.

Nach der Vereinsgründung und der Gewinnung eines Allianzmanagers soll dabei der offizielle Startschuss für die "Baunach-Allianz" gefeiert werden. Ein Vertreter des Amtes für ländliche Entwicklung übergibt dabei das gedruckte ILEK-Entwicklungskonzept und den Fördermittelbescheid an die 11 Bürgermeister und an Allianzmanager Felix Henneberger.

Danach informieren das Allianzmanagement und die anwesenden Bürgermeister über Ziele und Projekte der Allianz und stehen für Fragen und Anregungen der Gäste zur Verfügung.Wer die Gelegenheit nutzen möchte, kann direkt vor Ort auch die Ausstellung von Anne Olbrich betrachten, die Teil der landkreisweiten Reihe "Kunststück" ist.

Tag des Handballs beim TV Ebern

Die Handballabteilung wird 40 Jahre alt und feiert dieses Ereignis mit einem "Tag des Handballs" am Kirchweihsamstag, 15. September, in der Dreifachturnhalle.

Gefeiert wird dies in einem großen Rahmen, bei dem tagsüber der Sport im Vordergrund steht und alle Mannschaften - auch die wieder gegründete Damenabteilung - Testspiele bestreiten. Das beginnt um 10 Uhr mit den Jugendlichen, um 14 Uhr folgen Männer II, 14.45 Uhr die Damen und 17.30 Uhr die Männer, bevor um 19 Uhr die Minis das sportliche Programm beschließen. Ab 19.30 Uhr findet dann ein Festakt statt, zu dem auch die Öffentlichkeit bei freiem Eintritt herzlich eingeladen ist. Dabei gibt es Showeinlagen der Turnabteilung, des Männerballetts und der Handballabteilung.

"Ebern spielt"

Die Kirchweih wird wieder bereichert mit dem Angebot von "Main Connect", das zum gemeinsamen Spielen am und im Rathaus am Kirchweihsonntag einlädt.

"Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr", urteilte schon Platon über das Spiel. Dies sieht auch "Main Connect" so und befähigt durchaus Menschen, durch gemeinsame Erlebnisse spielerisch Grenzen zu überwinden, zusammen positive Erfahrungen zu machen und dabei miteinander Großes zu erreichen. Ebern kann sich dabei in einen großen Spielplatz mit einem tollen Erlebnisangebot für die ganze Familie zeigen.

Marktleute, Gastronomen und Geschäftsleute

Die Kirchweih war und ist nach wie vor ein Fest für die ganze Familie und deswegen muss auch das Angebot für jeden etwas bieten. Die Jahrmärkte gehen oft sogar auf Kirchweihen zurück und auch in Ebern zählt der Kirchweihmarkt zu den vier herausragenden Märkten im Jahreslauf. In neuerer Zeit beteiligen sich aber auch die Geschäftsleute mit ihrem "verkaufsoffenen Sonntag" an diesem bunten Treiben und bereichern den Bummel durch die Stadt.

Aber auch die Gastronomen bieten das Beste aus ihrer Küche und dem Keller und sorgen dabei immer wieder auch für besondere Leckerbissen oder nicht alltägliche Gerichte. In den "Frankenstuben" gibt es dabei als besondere Spezialität "Bohnakern" und natürlich Wild und Geflügel. Das Gasthaus "Stadl" in der alten Kaserne bietet eine ganze Palette von Bräten; Wild- und Geflügelspezialitäten stehen bei den meisten Gastronomen auf der Speisekarte.

Kirchweihprogramm

Freitag, 14. September

9 bis12 Uhr: Bauernmarkt

18 Uhr: Kirchweih-Schafkopf in den Frankenstuben

19 Uhr: 8. Eberner Pilztage: Pilzvortrag in den Frankenstuben

20 Uhr: Kirchweihtanz der Fleisch- und Wurstfreunde in der Städt. Turnhalle

Samstag, 15. September

10 Uhr: Beginn der Spiele zum "Tag des Handballs"

16 Uhr: Pilzwanderung ab Zeltplatz Reutersbrunn

18 Uhr: Live-Musik und Buffet zur Kirchweih; Restaurant Veracruz

19.30 Uhr: Festakt der Handballabteilung mit Showprogramm

Sonntag, 16. September

10 Uhr: Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche

11 Uhr: Kirchweihmarkt in der Altstadt, "Ebern spielt" mit Main Connect im und am alten Rathaus; Eberner Pilztage: Frischpilzausstellung im Hof der Grauturm-Apotheke

13 Uhr: Verkaufsoffener Sonntag der Ebern Geschäfte

14 Uhr: Kirchweihkonzert des Blasorchesters Ebern am Marktplatz

14.30 Uhr: Kellerführung im Veracruz

14 bis 17 Uhr: Ausstellung von Anne Olbrich in der "Xaver-Mayer-Galerie"

17 Uhr: Chormusik des Laurentius-Chores und szenische Darstellung der Legende "Maria vom Rückgraben" mit dem Kinder- und Jugendchor in der Marienkapelle

17 bis 21 Uhr: Rummelsberger-Hof: FFW Ebern Ausklang mit Flammkuchen, Gerupften und Wein - Musik durch eine Gruppe des Blasorchesters Ebern;

Von Donnerstag den 13. September bis Montag den 17. September laden Fahrgeschäfte und Losbuden am Wohnmobilstellplatz zum Kirchweih-Zeitvertreib ein. Der Parkplatz am Wohnmobilstellplatz ist von Dienstag, 11. September, bis Montag, 17. September, komplett gesperrt. Ausweichparkplätze stehen an der "Eiswiese" und am Parkplatz gegenüber der Aral-Tankstelle zur Verfügung. Am Kirchweihsonntag, 16. September, sind der Marktplatz sowie der Stadtberg ganztägig gesperrt. Die Anwohner werden gebeten, ihre Fahrzeuge rechtzeitig außerhalb dieses Bereiches zu parken.