"Unser Landkreis Haßberge ist eine schöne und vor allem artenreiche Naturlandschaft. Die Natur wird hier zum aufregenden und spannenden Klassenzimmer. Das ist Umweltbildung pur für die ganze Familie sowie für Kindertage seinrichtungen und Schulen: im wahrsten Sinn des Wortes Lernen vor Ort." Das betonte Landrat Wilhelm Schneider bei der Eröffnungsveranstaltung des Lehrpfads "Natur-Genuss-Kirchlauter".

Bürgermeister Karl-Heinz Kandler unterstrich die herrliche Lage von Kirchlauter im Naturpark Haßberge. Aber auch eine hohe Anzahl Imker mit Bienenvölkern und traditionelle Brennereien prägten die Dörfer. Als eigentlichen Initiator des Projekts bezeichnete er den verstorbenen Altbürgermeister Peter Kirchner, ohne dessen jahrzehntelange Vorarbeit man dieses Projekt nicht hätte umsetzen können.

Mit dem Projekt wolle man Schulen und Kindergärten, aber auch Familien, Naturinteressierte, Wanderer und Radfahrer sowie Touristen ansprechen. Das Projekt bestehe aus zwei Teilen. Der Figurenbeute, die von Herrgottsschnitzer Sebastian von Zülow umgesetzt wurde und die Pfarrer Karl Glockner symbolisiere. In einem zweiten Bereich wurden Streuobst und Genusslehrpfad zusammen mit der Artenvielfalt und den Bienen.

Von hier aus führe der Rundweg vorbei an Schmiedemuseum und Fledermauskeller zu den Außenstationen mit Heckenfrüchten vorbei an Brennereien, Kneippbecken und über den Rennweg durch den wunderschönen Landschaftspark von Graf Stauffenberg zurück nach Kirchlauter.

Landrat Schneider forderte auf: "Diese einzigartige Natur, die wir in unserem Landkreis vor der Haustür haben, sollten wir bewahren, aber auch für uns nutzen. Spazieren, staunen, srleben, lernen und genießen - das alles verknüpft der neue Lehrpfad. Wer hier wandert, kannauch erleben, wie die Früchte der Streuobstbestände verwertet und zu schmackhaften Produkten verarbeitet werden."

Großartig finde er, dass dieses Projekt von der Idee über die Konzeption bis hin zur praktischen Umsetzung gänzlich aus der Region heraus durch Beteiligte vor Ort entstanden sei. "Sie alle haben an einem Strang gezogen, damit der Erlebnispfad und ein Genusserlebnis für alle Sinne von der Blüte bis zum Erzeugnis geboten werden kann."

Der Sprecher der ILE-Lebensregion plus, Matthias Bäuerlein, sprach von einem anschaulichen Bespiel für die Umsetzung von Projekten. Vor allem sollte der Weg das, was er darstelle, auch in die Köpfe der Menschen transportieren.

Planer Wilfried Höhne von der Agentur Ludwi & Höhne bezeichnete es als interessante Aufgabe, zumal zu Beginn der Arbeiten das Thema Bienen noch nicht so allgegenwärtig gewesen sei. Jetzt sei der Artenschutz zum großen öffentlichen Thema geworden. Er bezeichnete den Erlebnisweg als kleinen touristischen Baustein für den Tourismus in den Haßbergen, zumal die "Heiligen Länder mit ihren vielen Hecken ein Kleinod sind und der Landschaft ihren Charakter verleihen".

Im Festgottesdienst erteilte Pfarrer Matthias Rusin dem Erlebnisweg den kirchlichen Segen und verglich das Christstein mit einem Weg. Die "Heilig-Länder-Singgruppe" sowie die Buben und Mädchen aus dem Kindergarten umrahmten den Gottesdienst und forderten zu einem Rundgang durch die zahlreichen Stationen auf.

An Ausstellungständen des Ubiz Oberschleichach, des Bunds Naturschutz, einer Ausstellung am Lehrbienenstand und auch beim Studieren der Informationstafeln zu verschiedenen Themen verweilten viele Besucher der Eröffnung.

Die Vereine hatten sogar an die Mütter gedacht, die am "Muttertag" auch ein kleines Präsent in Form von Blütensamen erhielten.