"Wir haben in den letzten sechs Jahren rund 40 Maßnahmen durchgeführt und es ist ziemlich viel gelaufen. Trotzdem haben wir keine Schulden, denn wir bekommen gutes Geld vom Freistaat Bayern." Das betonte Bürgermeister Karl-Heinz Kandler bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, bei der er auch ein kleines Resümee über die vergangene Wahlperiode zog.

Nach den Worten des Bürgermeisters habe man in den letzten Jahren ziemlich viel bewegt und sei dennoch in finanzieller Hinsicht gut aufgestellt. Das liege daran, dass man vom Freistaat für dieses Jahr rund 1,5 Millionen Euro bekomme, allein 614 492 Euro Schlüsselzuweisungen und 137 000 Euro Investitionspauschale neben einem großen Brocken bei der Einkommenssteuerbeteiligung.

Mit Augenmaß

Außerdem sei man bei der Abwicklung des Haushaltes achtsam und schaue, dass man bei den Kosten im Rahmen bleibe. So sei man zum Beispiel bei der Erschließung des Baugebiets "Leite" in Kirchlauter mit 350 000 Euro immerhin 25 000 Euro unter dem Kostenrahmen geblieben.

Auf diese Weise schreibe man schwarze Zahlen und könne auch noch auf eine Rücklage von 600 000 Euro verweisen. Auch die erforderliche Transparenz für den Gemeinderat sei immer vorhanden gewesen.

Durch diese gute Situation habe man seit 2015 jährlich zwischen 1,8 und 2,1 Millionen Euro für investieren können. Bürgermeister Kandler hob hier insbesondere die Modernisierung des Bauhofs und der Feuerwehr hervor. Mit den beiden Löschfahrzeugen und je einem Mannschaftstransportwagen für die Feuerwehren in Neubrunn und Kirchlauter habe man einen der modernsten Fahrzeugparks im Kreis.

Mitgliederzuwachs

Aber auch die Mannschaften seien ihrerseits mit weiterem Gerät gut ausgestattet und hätten beste Rahmenbedingungen. Das habe dazu ausgeführt, dass die Wehr von Kirchlauter allein im letzten Jahr 21 Neuzugänge verzeichnete und jetzt eine Mannschaftsstärke von über 40 Männern und Frauen aufweise. Natürlich habe die Gemeinde noch einige Investitionen vor sich, wobei der Bürgermeister die "obere Wirtschaft" in Neubrunn und die Sanierung des Oskar-Kandler-Zentrums erwähnte.

Für das Zentrum in Kirchlauter sei nun die Planung noch einmal geändert worden mit der Dacherhöhung und seitlichen Fenstern sowie der Ausstattung mit Holz-Alu-Fenstern. Das bedeute Mehrkosten in Höhe von rund 100 000 Euro, so dass man hier auf eine Gesamtinvestition von rund 1,72 Millionen Euro komme.

Böse Überraschungen

Bei der Baumaßnahme "obere Wirtschaft" sei man beim Abbau auf neue Probleme gestoßen mit durchmorschten und vom Holzwurm angegriffen Balken. Um die Statik zu sichern, werde nun ein Ringanker gezogen. Das bringe natürlich Mehrkosten, die man mit dem Amt für ländliche Entwicklung abstimmen wolle. Sobald die Kostenschätzung vorliege, wird Kandler sie im Gemeinderat vorlegen.

Schnelles Netz für das Oskar-Kandler-Zentrum Kirchlauters Bürgermeister Kandler informierte den Gemeinderat, dass Vodafone nun den Funkmast Neubrunn mitnutzen wolle. Eigentümer des Mastes sei zwar der Freistaat Bayern, da aber die Gemeinde Kirchlauter Eigentümer des Grundstücks sei, müsse für Vodafone ein Nutzungsvertrag abgeschlossen werden und der sei nun vorgelegt worden. Der Gemeinderat stimmte dem Vertrag einmütig zu, so dass Vodafone seinen Antennenverstärker und Technikeinheiten montieren könne.

Noch ein Interessent

In diesem Zusammenhang betonte der Bürgermeister, dass wahrscheinlich auch noch die Telekom auf die Gemeinde zukommen wegen so einer Nutzung.

Aus dem Gremium wurde gewünscht, hier mehr Druck zu machen, damit der Antennenmast nach dieser langen Bauzeit endlich auch in Betrieb genommen werde. Der Bürgermeister teilte mit, das man bei der Abwicklung einer solchen Maßnahme mit einer Zeit von zwei bis drei Jahren rechnen müsse.

Glasfaser

Das Gremium sprach sich dann dafür aus, das Bürgermeisterzimmer im Oskar-Kandler-Zentrum in Kirchlauter mit einem Glasfaseranschluss zu versehen, weil die Bayerische Staatsregierung ein Förderprogramm aufgelegt habe für Schulen, Plankrankenhäuser und Rathäuser. Der Fördersatz betrage hier für Kirchlauter 90 Prozent, und das Angebot für die Maßnahme lag bei 27 816 Euro.gg

Wunschzettel Der Bürgermeister auf ein Schreiben von Michael Tischner ein, das zahlreiche Anregungen für Maßnahmen in der Gemeinde auswies. Die Erweiterung der Kindertagesstätte in Kirchlauter solle noch in diesem Jahr angegangen werde, wobei noch einmal der Brandschutz überprüft werden müsse. Auch die Sanierung des Friedhofs in Kirchlauter stünde auf dem Plan. Dazu wolle man aber auf jeden Fall die Bürger mit ins Boot nehmen.gg