Einen Bürgerentscheid wird es wohl in absehbarer Zeit in der Gemeinde Gädheim geben. Zumindest nahm der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ein eingereichtes Bürgerbegehren zur Kenntnis und stellte dessen Zulässigkeit einstimmig fest.

Anfang Januar hatten Gemeindebürger per Einschreiben einen Antrag ins Rathaus geschickt. Mit diesem Bürgerbegehren wird die Durchführung eines Bürgerentscheids beantragt, bei dem über folgende Frage abgestimmt werden soll: "Sind Sie dafür, dass die bestehende Straße Am Kindergarten in Gädheim als Durchfahrtsstraße erhalten bleibt, insbesondere nicht in eine Sackgasse umgewandelt wird?".

Quorum erreicht

Das vorliegende Begehren haben 118 Bürger unterschrieben. Damit ist das geforderte Quorum von zehn Prozent der Wahlberechtigten erreicht. In Gädheim wären das 103 Unterschriften. Auch den formellen Anforderungen entsprechen die Listen. Der Sachverhalt stellt sich so dar, dass der bestehende Kindergarten in Gädheim einen Anbau erhalten soll. Im Zuge dessen soll die angrenzende Straße Am Kindergarten zur Sackgasse werden.

In der Gemeinderatssitzung, der neben Vertreterinnen des Caritas-Vereins auch rund zwei Dutzend Befürworter des Bürgerbegehrens folgten, erklärte Bürgermeister Peter Kraus, dass aufgrund der aus der Kommunalwahl resultierenden Arbeitsbelastung der Verwaltungsgemeinschaft Theres der Bürgerentscheid nicht innerhalb der vorgegebenen Frist von drei Monaten durchgeführt werden kann. Er habe sich jedoch bereits mit den Vertretern des Bürgerbegehrens getroffen und einvernehmlich eine nach der Gemeindeordnung zulässige Fristverlängerung auf sechs Monate erreicht.

Voraussichtlicher Termin für den Bürgerentscheid wird nun an einem Sonntag im Mai sein. So lange liegt das Projekt auf Eis, dessen Baubeginn in Kürze sein sollte.

Anbau dringend notwendig

Bürgermeister Peter Kraus betonte, dass der Kindergarten bereits seit einigen Jahren mit einer Ausnahmegenehmigung lebe, nach der mehr Jungen und Mädchen aufgenommen werden dürfen als vorgesehen. Aber auch diese Plätze reichten nicht aus, so dass ein Anbau dringend notwendig sei.

Grundsätzlich zeigte sich das Gemeindeoberhaupt allen Vorschlägen gegenüber offen. Er war aber auch überzeugt, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als den Anbau im Bereich der Straße Am Kindergarten zu verwirklichen. Nach einer lebhaften Diskussion mit den Gästen in der Gemeinderatssitzung sagte Kraus einen Vor-Ort-Termin zu, bei dem mit allen Beteiligten die Angelegenheit nochmals erläutert werden soll.

Zur Vorplanung des Haushalts 2020 erläuterte Bürgermeister Kraus die größten Investitionen. Hiernach steht der Neubau des Bauhofs mit Feuerwehrgerätehaus mit 1,3 Millionen Euro an erster Stelle.

Ihm folgen der Anbau des Kindergartens mit 400 000 Euro und die Kanalsanierung am Mönchshang in Ottendorf mit 220 000 Euro. Außerdem stehen in den Planungen 300 000 Euro als Anteil für das Baugebiet, die jedoch wahrscheinlich nicht ganz gebraucht werden, so Kraus.

Kommt Tempo 80?

Wie der Bürgermeister mitteilte, findet am Donnerstag, 13. Februar, um 11.15 Uhr eine Ortseinsicht zusammen mit Staatssekretär Gerhard Eck, Vertretern des Landratsamtes, der Polizei und des Staatlichen Bauamts statt. Hintergrund ist die Forderung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Staatsstraße (ehemalige B 26) auf maximal 80 Stundenkilometer im Bereich zwischen der Einfahrt Ottendorf und der Brücke zur A 70.

Bei der Allianz Main & Haßberge wird aktuell nach Akteuren gesucht, die ein Entscheidungsgremium bilden, das die Vergabe von Fördermitteln des sogenannten Regionalbudgets festlegt. Dieses dient zur Durchführung von Kleinprojekten innerhalb des integrierten ländlichen Entwicklungskonzepts.