Für die Benutzung der Entwässerungseinrichtung müssen die Rentweinsdorfer künftig tiefer in die Tasche greifen: Die Gebühr wird von 30 auf 36 Euro im Jahr erhöht, so wie es vor kurzem auch für den Gemeindeteil Salmsdorf festgesetzt wurde.
Aus der Gebührenkalkulation ging hervor, dass bei einer Einleitungsgebühr von drei Euro je Kubikmeter, was Grundgebühren ab 36 Euro jährlich entspricht, für die nächsten drei Jahre Kostendeckung erreicht wird. Die Marktgemeinderäte sahen ein, dass nur durch die Erhöhung der Gebühren neue Defizite in diesem Bereich verhindert werden können. Somit billigte das Gremium mit einer Gegenstimme die Gebührenkalkulation für die Entwässerungseinrichtung des Marktes Rentweinsdorf ohne Salmsdorf für den Zeitraum von 2018 bis 2020.
Die Einleitungsgebühr wird somit auf drei Euro pro Kubikmeter Abwasser festgesetzt und die jährliche Grundgebühr bei Verwendung eines Zählers wird bei bis zu vier Kubikmeter je Stunde auf 36 Euro und bis zehn Kubikmeter je Stunde auf 72 Euro festgesetzt.
Aufgrund der Neukalkulation der Abwassergebühren ist auch eine Anpassung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung nötig. Das Gremium stimmte der Neufassung mit einer Gegenstimme zu.
Kämmerer Horst Junge trug den Rechenschaftsbericht der Jahresrechnung 2016 vor, was die Marktgemeinderäte zur Kenntnis nahmen. Die wichtigsten Einnahmequellen sind für die Marktgemeinde die Gewerbesteuer, die Einkommensteuer, Herstellungsbeiträge und der Verkauf von Bauplätzen. So entstanden Haushaltseinnahmereste von 636 974 Euro und Haushaltsausgabereste von 510 393,30 Euro. Auch die Einnahmen aus Gebühren spielen eine wichtige Rolle.
Den Einnahmen stehen jedoch auch viele Ausgaben durch Investitionen gegenüber. So fallen beispielsweise die hohen Beträge für den Breitbandausbau, den Ersatzwegebau für die Bahnübergänge, die Abwasserbeseitigung und die Gehsteige in Losbergsgereuth ins Gewicht.
Die Haushaltsansätze wurden im Wesentlichen eingehalten. Trotzdem gab es einige wesentliche Überschreitungen, beispielsweise rund 15 000 Euro mehr Zuwendungen für den Kindergarten Rentweinsdorf, 17 000 Euro mehr wurden beim Kanalunterhalt in Rentweinsdorf ausgegeben und bei der Dorferneuerung Salmsdorf entstanden Mehrkosten von rund 46 000 Euro. Rund 16 400 Euro Mehrkosten gab es bei der Kanalsanierung Losbergsgereuth.
Da bei einigen Ansätzen jedoch Einsparungen beziehungsweise Mehreinnahmen erzielt wurden, war zum Jahresabschluss nur eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von rund 56 300 Euro erforderlich, wobei im Vorhinein 60 000 Euro geplant waren. Am Jahresende 2016 betrug der Rücklagenbestand 67 991,81 Euro. Somit sind die Rücklagen nun zum Großteil aufgebraucht, so dass man bei größeren Investitionen nicht mehr darauf zurückgreifen kann.
Die tatsächliche Zuführung an den Vermögenshaushalt betrug rund 250 500 Euro, die tatsächliche ordentliche Tilgung von Krediten betrug rund 90 000 Euro, so dass eine freie Finanzspanne von rund 160 500 Euro entstand. Am Ende des Haushaltsjahres belief sich der buchmäßige Kassenbestand auf -41 795,86 Euro. Somit ist der buchmäßige Kassenbestand negativ, was seine Ursache auch in der außerplanmäßigen Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von rund 207 500 Euro hat. Die Kasseneinnahmereste betragen rund 55 000 Euro, die Kassenausgabereste rund 68 000 Euro. Somit sei die Kassenlage des Marktes geordnet, sagte Junge.


Die Schulden verringert

Die Schulden konnte die Marktgemeinde von 995 365,16 Euro auf 833 594,70 Euro verringern. Das entspricht einer Verschuldung von rund 534 Euro pro Einwohner. Nun ist es Aufgabe der örtlichen Rechnungsprüfung, die Jahresrechnung festzustellen.
Einiger Diskussion bedurfte das Thema "Teilerschließung des Baugebietes Kappelleite III", was den vierten Bauabschnitt mit den Bereichen Kanalisation, Kabel und Straßenbau betrifft. Mit dem Bau des Weges "An der Höhe" soll bei passender Witterung noch heuer begonnen werden. Wie Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD) mitteilte, konnte der Preis von zunächst 450 000 Euro noch gedrückt werden, da auf ein weiteres Rückhaltebecken verzichtet wird. Bei den Marktgemeinderäten kam die Frage auf, ob das wassertechnisch geprüft wurde. Sie hatten Bedenken, dass später die unteren Häuser mit Hochwasser und Überflutung zu kämpfen haben könnten, wenn das Gebiet einmal komplett bebaut ist und kein Wasser mehr in Ackerland und Wiesen versickern kann. Laut Bürgermeister wurde dies umgehend vom Bauamt geprüft. Das Gremium war schließlich einer Meinung, beim nächsten Bauabschnitt das Thema "Hochwasser" in diesem Baugebiet noch einmal unter die Lupe zu nehmen und genauer zu berücksichtigen.


170 Meter Kanal werden verlegt

Hinsichtlich der Hauptkanalisation soll das Baugebiet im Trennsystem entwässert werden, wobei die Leitungen an bestehende Kanalisationsleitungen angeschlossen und von dort aus fortgeführt werden. Insgesamt werden rund 170 Meter Kanal verlegt. Gleichzeitig sollen auch Hausanschlüsse mit erstellt werden. Bei der Kabelverlegung müssen im Ausbaubereich neben den örtlichen Versorgungsunternehmen auch Kabel für Niederspannung und Straßenbeleuchtung eingebracht werden. Die Länge des geplanten Straßenbaus beträgt rund 190 Meter.
Die Trinkwasserleitung wird im Auftrag des "Zweckverbandes zur Wasserversorgung Rentweinsdorfer Gruppe" hergestellt, was mit dem Zweckverband gesondert abzurechnen ist.
Das niedrigste Angebote der Firmen für die Leistungen lag bei rund 386 800 Euro, abgegeben von der Bietergemeinschaft Newo/Haschke, Bad Königshofen. Die Vergabesumme verteilt sich mit 339 930,93 Euro auf den Markt Rentweinsdorf und mit 46 858,43 Euro auf den Zweckverband zur Wasserversorgung Rentweinsdorfer Gruppe. Die Kostenschätzung lag vorab bei 361 518,36 Euro, was nun zu Mehrkosten von 25 271 Euro führt. Das Gremium stimmte schließlich dafür, dass die Bietergemeinschaft Newo/Haschke den Zuschlag für Kanalisation, Kabel und Straßenbau zu einem Auftragspreis von 339 930,93 Euro erhält.
Der Kegelverein Rentweinsdorf hatte einen Antrag auf Gewährung eines gemeindlichen Zuschusses für die Jugendarbeit eingereicht. Einstimmig waren die Marktgemeinderäte dafür, dem Verein einen Zuschuss von zehn Euro je jugendliches Vereinsmitglied zu zahlen, bei 18 Jugendlichen 180 Euro.
Abschließend gab Willi Sendelbeck noch eine dringliche Anordnung bekannt: Für eine Spülbohrung an der Brücke fielen rund 22 600 Euro an. Dies habe dringlich beschlossen werden müssen, da man sonst nicht mit einem Zuschuss rechnen könne. Eigentlich sollte die neue Baunachbrücke in Gräfenholz in diesem Monat eingeweiht werden. Doch wie der Bürgermeister ausführte, mussten die Arbeiten zweimal aufgrund von Hochwasser unterbrochen werden. Dazu kamen noch einige Pannen. So wurde beispielsweise die Außenfassade einer angrenzenden Scheune in Mitleidenschaft gezogen, und zum anderen habe sich die neue Brücke um sieben Zentimeter gesetzt, was jedoch ausgeglichen werden könne. In diesem Jahr werde es wohl keine Einweihung geben.