In "Ellershausen", so haben die Ellers ihr kleines Reich kurz vor dem Hofheimer Stadtteil Rügheim getauft, ticken die Uhren ein bisschen anders: Zum 31. Oktober zum Beispiel rennt die Zeit. Es geht auf Halloween zu, und dann finden die Prachtexemplare ratzfatz neue Besitzer. Die Kunden laden sich ihr Auto voll, das Geld wird in Eigenregie abgezählt und in ein Kästchen am Verkaufsstand geworfen. Bald sind aus den orangefarbenen Kürbissen leuchtende Fratzen für den Abend geworden, an dem die Kinder nach amerikanischer Tradition an die Türen klopfen und um Süßes bitten - sonst gibt's Saures!

Halloween, All Hallows Eve, ist aus dem angelsächsischen Raum bekannt und wird hierzulande von Jahr zu Jahr beliebter. Es fällt auf den Tag, an dem auch die Kelten vor tausenden von Jahren den Wechsel des Sommers zum Winter feierten: Samhain, dem Tag, an dem die Tore der Elfenhügel offenstehen, 31. Oktober, dem Vorabend des christlichen Feiertags Allerheiligen.

Das riesige Kürbis-Angebot von Christine Eller ist den Sommer über herangewachsen auf insgesamt drei Hektar. Begonnen hat alles vor über zehn Jahren mit einem halben Hektar, die Kinder hatten ihren Spaß und bauten auch das erste Verkaufshüttchen vor dem Hof an der Straße Richtung Hofheim. Es steht heute noch. Schon damals durfte man sich zu jeder Zeit einen oder mehrere Kürbisse mitnehmen, der Preis war auf jeden Kürbiskopf geklebt. Zusammenzählen, bezahlen und ins Kästla werfen und tschüss.

Zwischen 160 und 170 Sorten kultiviert die Mama, die Sämereien besorgt sie im Internet. Die Kundschaft schätzt, dass die Kürbisse in guter alter Fruchtfolge-Tradition gezogen werden, etwas Dünger, kein Pflanzenschutzmittel: "Des woll' mer net." Es rentiert sich gerade so, aber es ist in der modernen Landwirtschaft auch ein exotischer Bereich, über den so mancher andere Bauer nur den Kopf schüttelt: Christine Eller, die die Landwirtschaft im Nebenerwerb mit der Hilfe der ganzen Familie führt, steht an manchem Tag draußen auf dem Feld und hackt noch mit der Hand das Unkraut weg, das der Unkrautpflug nicht mitgenommen hat. Schließlich sind Kürbisse ungehorsam und wachsen nicht ganz brav nur in geraden Reihen.

Der Hof der Ellers, die Mittelmühle, ist seit Jahrhunderten in Familienbesitz. Die Familie ist ein klassisches Beispiel für Landwirtschaft, die mit ihren 15 Hektar in der Tradition geblieben und nicht zu einem modernen Agrar-Großbetrieb geworden ist. Ehemann Helmut hat ein Maler- und Verputzergeschäft (heuer wurden die 25 Jahre mit einem Hoffest gefeiert), die Kinder sind Elektriker und Pflegekraft.

Der Kürbis-Hof zwischen Haßfurt und Hofheim ist weitum bekannt, Christine Eller beliefert sogar Regionaltheken bei Lebensmittelhändlern in Haßfurt, Maßbach und Schweinfurt. Bis aus Coburg und Schweinfurt kommen die Leute. Manche, erzählt Christine Eller, fahren sogar auf ihrer Urlaubstour durch Franken extra am Hof vorbei und nehmen sich nach dem Frankenwein in Volkach die Kürbisse aus "Ellershausen" mit. Butternut, Muskatkürbisse in vielen Varianten, Spaghettikürbisse, Kürbisse, die sich wegen ihres süßen Aromas wunderbar für Marmelade oder zum Einlegen eignen, andere, die man im Ofen grillen kann. Hier gibt Speisekürbisse in Hülle und Fülle. Liebevoll dargeboten auf weich mit Stroh und Gras ausgepolsterten Verkaufsständen. Und täglich nachgefüllt durch Christine Eller. Einen 18 Kilo-Koloss wuchtet sie alleine auf das Verkaufsbrett. Die kleinen Zierkürbisse füllen sich quasi von alleine auf. So lange, bis der Frost kommt. Dann heißt es wieder warten bis zum nächsten Jahr...