RentweinsdorfWasser ist ein kostbares Gut. Erst recht in Trockenperioden wie diesen, wenn es wochenlang kaum regnet. Umso mehr fällt auf, wenn eine Wiese beim Mähen plötzlich unter Wasser steht: Rohrbruch!
Wie es ist, wenn man unverhofft auf dem Trockenen sitzt, haben am Mittwoch dagegen etliche Rentweinsdorfer gemerkt. Trotz der Mitteilung durch die Presse hatten sich bereits um 6.30 Uhr die ersten Beschwerde- Anrufer beim Bürgermeister gemeldet.


Überraschung am Morgen

Sie hatten nichts davon mitbekommen, dass das Wasser abgestellt werde und dementsprechend keine Vorkehrungen getroffen. Kein Kaffeewasser, kein Wasser für die Toilettenspülung und kein Duschwasser am Morgen! Mancher saß tatsächlich auf dem Trockenen. Dabei hatte der Markt die Bevölkerung darauf hingewiesen, dass die Wasserversorgung für mehrere Stunden abgestellt werden müsse. Doch mittags war die Sache überstanden und "große Beschwerden hat es nicht gegeben", erzählt Bürgermeister Willi Sendelbeck. Hintergrund war ein Leck in der Hauptleitung, auf das ein Landwirt die Gemeinde bereits vor einigen Tagen aufmerksam gemacht hatte.
Am Mittwoch in den Morgenstunden rückten eine Tiefbaufirma aus Reckendorf mit Bagger, der Wasserwart der Marktgemeinde, Kurt Schorn, und Bauhofarbeiter Maximilian Wunner an, um dem Schaden auf den Grund zu gehen.


Riss in drei Meter Tiefe

Dank der Informationen des Landwirts konnten die Arbeiter den Rohrbruch in unmittelbarer Nähe des Übergabeschachts zum Anschluss der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) rasch lokalisieren. Rund drei Meter tief mussten sie graben, um die schadhafte Stelle zu finden. In der Leitung, einem PVC-Rohr mit 200 Millimeter Durchmesser, klaffte ein etwa 15 Zentimeter langer Riss. "Dabei hat die Leitung eigentlich im Sand gelegen", wunderten sich die Arbeiter.
Die Leitung war 1976 gebaut worden. Nach 40 Jahren müsse man mit derartigen Schäden einfach rechnen, sagt Willi Sendelbeck, mit der schnellen Behebung des Schadens sehr zufrieden. Der Bürgermeister lobt die Tüchtigkeit seiner Mitarbeiter.
Über das Ausmaß der Wasserverluste könne er nichts sagen, "aber bei einer Leitung mit 7,5 bar Druck kommt schon ganz schön 'was zusammen".
Vor allem, wenn das Erdmaterial über der Bruchstelle weggebaggert wird, schieße das Wasser noch stärker heraus. Deshalb habe man sich für eine rasche Behebung des Schadens entschieden. Dementsprechend kurzfristig war die Ankündigung der Wasser-Absperrung veröffentlicht worden, die nur den Hauptort Rentweinsdorf betraf.
Bereits ab 12.15 Uhr, also früher als von der Gemeinde angekündigt, floss das Wasser wieder. Zunächst aber wurde die Leitung gründlich gespült.
Kosten für die Beseitigung von Rohrbrüchen rechnet die Gemeinde (mit der Fernwasserversorgung Oberfranken sehr zufrieden) vorsorglich in die Gebührenkalkulation ein, war zu erfahren. Sendelbeck jedenfalls äußert sich "sehr zufrieden, dass alles so reibungslos abgegangen ist".