Die Pfarrgemeinde Kirchaich begeht den 50. Weihetag ihrer neuen St.-Ägidius-Kirche. Mit Wallfahrten, Vorträgen und einem spirituellen Klangkonzert will der Ort dieses Ereignis gebührend feiern und damit zur Wertschätzung des eigenen Gotteshauses beitragen.

Der Auftakt zu den Feierlichkeiten erfolgt am Sonntag, 23. Juli, um 9.45 Uhr mit einer Kirchenparade und dem Festgottesdienst um 10 Uhr, der vom Kirchenchor musikalisch mitgestaltet wird. Auch Generalvikar Monsignore Georg Kestel aus der Erzdiözese Bamberg hat sein Kommen angekündigt.


Auch Kindergarten feiert


Im Anschluss an den Gottesdienst können sich die Gäste beim Pfarrfest an einem reichhaltigen Buffet bedienen, bevor ab 13.30 Uhr Kreisheimatpfleger Christian Blenk die Kirche mit ihrer reichhaltigen Symbolik erklären wird.
Ab 14.40 Uhr stehen die Kleinsten der Gemeinde bereit, da das ehemalige Gebäude des Kirchaicher Kindergartens St. Josef ebenfalls vor 50 Jahren gebaut wurde. Da gehört es sich, dass die Buben und Mädchen einige Lieder zum Besten geben und sich danach in der Spielstraße austoben können.

Die Erwachsenen dürfen sich unterdessen bei Kaffee und Kuchen stärken. Ab 15.30 Uhr sorgt die Kirchaicher Blasmusik für Unterhaltung.


Humorvolle Quiz- und Fragerunde


In einer humorvollen Quiz- und Fragerunde gibt es danach viele Informationen und Anekdoten aus den vergangenen 50 Jahren. Die Besucher sollten die Gelegenheit nicht verpassen, die begleitende Ausstellung auf sich wirken zu lassen.

Während man den 50. Weihetag der neuen Kirche feiert, ist die alte Pfarrkirche St. Ägidius natürlich viel älter. Sie wurde schon um 1300 dem Patron der Hirten, Viehhändler und Bogenschützen geweiht.

Es ist eine spätromanische Kirchenburg mit Chorturm und ehemaligem Wehrgeschoss über dem Langhaus. Zwar wurde das Obergeschoss 1717 aufgegeben und mit dem Kirchenschiff zusammengezogen, doch lassen sich an den zugesetzten Rundfenstern noch die alten Bauformen eines befestigten Gotteshauses ablesen.


Von der Erweiterung geschluckt


Das Langhaus wurde 1717 ebenfalls erweitert und im Stil des Barock ausgestattet. Die größte Herausforderung bestand die Wehrkirche, die 1887 noch einen Dachreiter bekommen hatte, jedoch zwischen 1955 und 1967. Trotz erheblicher Einwände der Denkmalbehörden wurde Sankt Ägidius damals von einem Erweiterungsbau geschluckt.

Als steinernes Großtabernakel steht nun die Westwand der alten Kirche gleichzeitig im neuen Kirchenraum. Glasfenster mit Darstellungen des himmlischen Jerusalems sollen dabei die schwierige Nahtstelle der beiden Kirchen "versöhnen". 1973 kam dann noch der Turm dazu. Der Kreisheimatpfleger Christian Blenk schreibt dazu: "Der Erweiterungsbau legt sich wie ein Mantel schützend über die alte Ägidius-Kirche, deren westliche Rückwand mit einer aus Holz geschnitzten Kreuzigungsgruppe zugleich die imposante Rückwand zum Hochaltar der neuen Kirche bildet, jedoch durch drei Türöffnungen den Blick auf den barocken Hochaltar der alten Kirche ermöglicht."

Der Kirchenraum der neuen Kirche ist dabei flächenmäßig dreieinhalbmal so groß wie der im alten Gotteshaus.