In Fatschenbrunn laufen die letzten Vorbereitungen für den "Tag der offenen Gartentür" am 24. Juni. Jedes Jahr sucht der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege einen Ort im Landkreis, in dem Einwohner bereit sind, ihre Gartentüren zu öffnen.


"Facettenreichtum in Perfektion"


Besichtigt werden können der "verwunschene Gartentraum" von Salome Scholtens, die Anlage Kundmüller mit dem Titel "Franken grüßt Asien" oder der Garten Moser, der im Flyer "Facettenreichtum in Perfektion" verspricht. Insgesamt 16 Gärten können begangen werden, bei vielen anderen lohnt ebenfalls ein Blick über den Zaun.

Petra Moser fährt gerade eine Schubkarre voller "Abfälle" aus dem Gemüsegarten in Richtung Komposthaufen, als wir vorbeikommen, um über die Vorbereitungen zu berichten. Der Garten, den ihr Schwiegervater Heribert in den vergangenen vier Jahrzehnten gestaltet und immer wieder erweitert hat, misst rund 5000 Quadratmeter und ist bestens gerüstet für die Besucher am 24. Juni.


Der Opa hält sich raus


Wer schon am Eingang Formschnittgehölze, Affenbaum und Koi-Teich sieht, wird auch beim Weitergehen ständig überrascht. Heribert Moser wird im Sommer 80 und noch immer sieht er nach seinen Pflanzen, gerade hat er noch ein zweites Gewächshaus für die Gurken angeschafft. "Aber ansonsten halte ich mich raus, das machen jetzt die Jungen", freut er sich.

Er hat seine Leidenschaft für den Garten weitergegeben, auch an die Enkel. Schon seit sie ihn bedienen können, übernahmen sie gern den Rasentraktor - eine gute Stunde lang dauert trotz der Maschine einmal Rasenmähen im Garten Moser.


Sitzgruppen unter alten Bäumen


Für den Buchsbaumschnitt war lange Jahre Petra Moser zuständig, "aber das hat jetzt mein Mann Helmut für sich entdeckt und dann überlasse ich ihm das gern", lacht sie. Der Garten Moser ist ein kleines Paradies mit Sitzgruppen unter alten Bäumen, Partyhütte, Teich und neuerdings auch einem gemauerten Backofen - aber natürlich muss er ständig gepflegt werden.

"Ich bin schon froh, dass beide Söhne sich interessieren", sagt Petra Moser. Sohn Fabian steckt mitten im dualen Studium und ist die meiste Zeit nicht da, aber in die Vorbereitungen für den Tag der offenen Gartentür hat sich der angehende Bauingenieur aktiv eingebracht - "und telefonisch erkundigt er sich regelmäßig, ob dies und das denn schon erledigt ist", grinst die Mama.

"Und dass der Elias Elektriker lernt, passt auch gut", ergänzt der Opa, denn er hat so allerhand Pumpen und Beleuchtungen in seinem weitläufigen Areal installiert.

Sehr zuversichtlich blicken die Mosers auf den 24. Juni. Die Hauptblüte der Rosen wird bis dahin womöglich schon vorbei sein, aber im Garten Moser blüht immer etwas.


Mit einem Gottesdienst geht's los


Viele Besucher suchen auch Anregungen, wie man einen Garten einteilen, nutzen und bewohnen kann. In Fatschenbrunn gibt es Familien-, Kräuter, Formen- und Gemüsegärten, Hochbeete und vieles mehr.

Der Tag der offenen Gartentür beginnt um 9 Uhr mit einem Freiluftgottesdienst, an dessen Ende Landrat Wilhelm Schneider und das Fatschenbrunner Orga-Team die Veranstaltung feierlich eröffnen werden. Von 10 bis 17 Uhr sind die Gärten geöffnet. Begleitend gibt es Vorträge, bei denen in Fatschenbrunn natürlich die "Hutzel" einen großen Stellenwert hat.


Vorträge und Wanderungen


Im Hutzel-Hof Hümmer erleben die Besucher die "Heimat der Hutzel". Hier wird Thomas Büttner um 11 und um 15 Uhr über die Dörrobstherstellung und Baumfeldkultur im Steigerwald referieren. Imker Karl Stapf gibt um 11, 13 und 15 Uhr Einblicke in die Welt der Bienen, Andreas Kiraly führt um 13.30 und 14.30 Uhr zwei naturkundliche Wanderungen, bei denen die alten Birnbäume der Fatschenbrunner Flur im Mittelpunkt stehen, und Nadine Schubert referiert um 14 Uhr über das Thema "Besser leben ohne Plastik".

Aussteller aus Oberaurach und der Region - vom Gärtner bis zum Selbstvermarkter - bieten ihre Produkte an, darunter sind auch Kunsthandwerker. Ein Steinmetz, ein Besenbinder, Korbflechter Stefan Rippstein und Porzellanmalerin Gerlinde Lützelberger aus Fatschenbrunn lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Natürlich ist an verschiedenen Stationen für das leibliche Wohl gesorgt, Parkplätze gibt es an den Ortsrändern. Außerdem fährt den ganzen Tag über ein Shuttlebus durch alle Gemeindeteile von Oberaurach, so dass auch dort Parkplätze genutzt werden können und die Oberauracher Besucher gar nicht erst das Auto nehmen müssen.