"Der Weg ins Berufsleben führt oftmals durch Kurven, ist steinig, steil oder auf Grund der vielen Abzweig-Möglichkeiten auch verwirrend. Und genau hier zeigt sich die Wichtigkeit der heutigen Veranstaltung. Die Berufsmesse am Friedrich-Rückert-Gymnasium möchte Hilfestellung bei der Orientierung geben und Antworten auf viele Fragen liefern. Sie bietet die großartige Möglichkeit, dass sich die Schüler in direktem Kontakt über zahlreiche Ausbildungsberufe und Studiengänge informieren können." Dies betonte Landrat Wilhelm Schneider bei der Eröffnung, der Berufsmesse, die nun schon zum vierten Mal stattfand und auf ein außerordentlich großes Interesse stieß.
Oberstudiendirektor Martin Pöhner nannte sie "ein richtiges Event", das man gerne für die Schüler und ihre Berufswahl organisiere. "Das Abitur an der Schule ist ja nur ein Abschluss der Schulzeit. Das eigentliche Leben beginnt aber nach der Schule, denn Ihr werdet mit dem Beruf leben."
Der Schulleiter erinnerte an seine eigene Schulzeit, als es noch keinerlei Berufsorientierung am Gymnasium gegeben habe. Das habe sich in den letzten Jahren aber nun völlig geändert. In diesem Zusammenhang dankte er auch dem engagierten Organisationsteam der Messe mit den Oberstudienrektoren Frauke Müller und Bettina Natterer, Studiendirektor Heinz Dorsch sowie Oberstudienrat Udo Fleischmann. Sie hätten für dieses Projekt, neben ihrer hauptamtlichen Unterrichtstätigkeit, viel Zeit und Arbeit investiert. Der Dank gelte aber auch den Ausstellern und Referenten, aber auch ehemaligen Schülern, die nun aus der Perspektive ihres Berufes oder ihres Studiums viele Fragen beantworten könnten.
Landrat Schneider betonte, dass dieser Einblick in die Arbeit verschiedener Unternehmen und Institutionen den Blick der jungen Menschen für ihre Berufswahl weiten oder auch schärfen könne. Das Landratsamt sowie die Gesundheitsregion Haßberge seien ja auch selbst Aussteller, weil man wisse, wie wertvoll der direkte Kontakt mit den Berufsanfängern von morgen ist. Alle Planungen und Ziele von heute hätten keinen Sinn, wenn man nicht morgen die jungen Menschen hätte, die sich in ihren Berufen engagieren, Existenzen aufbauen und so Perspektiven schafften.
"Wir wollen die Schüler informieren, sie motivieren und damit auch zeigen, dass es bei uns im Landkreis Haßberge jede Menge Möglichkeiten gibt, berufliche Karriere zu machen. Diese Initiative der Schule ist damit ein wertvoller Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Heimat. Ich sage das ganz bewusst." Die Region habe im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland eine gute Ausgangslage und viel Potenzial für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu bieten. "Bei uns gibt es viele innovative Firmen und schlagkräftige Unternehmen, die teilweise händeringend nach guten Fachkräften und Ingenieuren suchen. Wir brauchen in unserem Landkreis kluge Köpfe!"
Wer hier bleibt und einen Ausbildungsberuf in einem großen Betrieb, in einem mittelständischen Unternehmen oder bei einem Handwerksmeister bekommt oder auch ein duales Studium beginnt, der habe hier in der Heimat sehr gute Chancen und Perspektiven. Eine sehr gute Alternative für alle, die nach dem Abitur nicht studieren, sondern voll in der Praxis durchstarten wollen, seien zum Beispiel auch die beiden Karriereprogramme "Abi und Auto" und "IT qualifiziert hoch 3", die an der Heinrich-Thein-Berufsschule in Haßfurt liefen.
Als Landrat sei er froh, dass in der Bildungsregion alle an einem Strang zögen, um alle Kinder und Jugendlichen im Landkreis bestmöglich zu fördern und zu fordern: "Wir haben großartige Unternehmen und Ausbildungsbetriebe, eine attraktive Verwaltung und hervorragende Schulen, die den Nachwuchs nach besten Kräften auf die Zukunft vorbereiten."
30 Aussteller boten dann an ihren Ständen einen Überblick über ihr Unternehmen und die Ausbildungsmöglichkeiten. Darunter waren natürlich die großen Betriebe FTE Ebern, Rösler Memmelsdorf, Uponor Haßfurt, die Fränkischen Rohrwerke Königsberg, aber auch Brose oder die HUK aus Coburg. Dazu kamen Weigang und Marcapo aus Ebern sowie auch Banken, das Finanzamt Zeil oder das Landratsamt Haßberge. Die Beratung durch Polizei, Bundeswehr oder staatliche Behörden konnte man ebenfalls nutzen. Ein Schwerpunkt waren auch Angebote aus dem Gesundheitsbereich der Gesundheitsregion Haßberge, dem Roten Kreuz oder der Medical-Scholl Regiomed.
Die Oberstufenschüler konnten sich in fast 50 Vorträge und Themen einklicken, die noch intensiver über die einzelnen Berufsbilder informierten. Stefan Langer befasste sich so mit dem Projekt "IT-Qualifiziert", ein Abiturientenmodell, das zum Fachinformatiker führt. Dabei gehe es natürliche um Anwenderentwicklung und das Erstellen von kundenspezifischer Software. Natürlich sei das nicht ganz einfach und man sei schon gefordert. Den Markt teilten sich zum großen Teil Abiturienten und Realschüler.
Auch die Technische Universität aus Ilmenau/Thüringen, die seit dem Wintersemester 2017 18 Diplomstudiengänge für Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik anbietet, stellte sich vor. Ihr Berater, ein ehemaliger Schüler des Friedrich-Rückert-Gymnasiums, lobte den überschaubaren Studienort mit derzeit etwa 5800 Studenten mit allen Einrichtungen auf einem Campus. Man stoße hier auch noch auf humane Preise und gute Wohnmöglichkeiten.
Einige Schülerinnen interessierten sich an diesem Stand für eine Ausbildung zum Maschinenbau-Ingenieur. Darunter war auch Selina Kostial aus Geroldswind. "Ich könnte mir das gut vorstellen. Auch in der Schule interessiert mich der naturwissenschaftliche Bereich ganz besonders." Diese Ausbildung könnte sie mit sieben Semestern zum Bachelor bringen und in weiteren drei Semestern zum Master. Für das neue Diplom seien ebenfalls zehn Semester erforderlich.
Auf sich aufmerksam machten auch die sozialen und dabei besonders die Gesundheitsberufe. An den "Bamberger Akademien" gibt es zum Beispiel das "Bachelor of Science in Nursing". Das "2-in-1-Modell Pflege Bayern" ist dabei ein neues, grenzübergreifendes Ausbildungs- und Studienmodell, das die Bamberger Akademien in Kooperation mit der Privatuniversität (PMU) in Salzburg anbieten. Die Bundeswehr warb mit einer militärischen Karriere, die auch mit Beruf und Studium verbunden werden könne. Dies reiche von technischen und medizinischen Berufen bis hin zu einer großen Auswahl an Studiengängen.