Holger Baunacher will neuer Bürgermeister von Wonfurt werden. Der 36-Jährige hat die "volle Rückendeckung" der CSU, wie die Partei am Mittwoch mitteilte.
Am Dienstag haben die Vorstandschaften der CSU-Ortsverbände Wonfurt, Steinsfeld und Dampfach unter der Leitung des CSU-Kreisvorsitzenden Steffen Vogel in Wonfurt in "Manuelas Sonnenhof" getagt und den Fahrplan für die Bürgermeisterwahl am 24. Februar 2013 festgelegt. Die Wahl wird nötig, weil der bisherige Bürgermeister Dieter Zehendner (CSU) vor kurzem aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist.

Holger Baunacher nutzte die Gelegenheit, um sich und seine Schwerpunkte vorzustellen. Dabei betonte Baunacher, dass er noch im September nicht damit gerechnet habe, sich im Dezember als potenzieller Bürgermeisterkandidat bei den CSU-Vorstandschaften vorstellen zu dürfen. Er war zwar schon immer kommunalpolitisch interessiert, jedoch nicht selbst engagiert, was auch mit seiner beruflichen Situation und seinen Arbeitsstellen in Frankfurt und Köln zu tun habe. Baunacher, der nicht dem Gemeinderat angehört, betonte, er fühle sich sehr geehrt, dass führende Persönlichkeiten aus der Gemeinde auf ihn zugekommen seien und ihn gebeten haben, sich um das Bürgermeisteramt zu bewerben. Nach einer Bedenkzeit hat er sich dann entschieden, sich für das Amt zu bewerben. Jetzt wolle er auch Bürgermeister werden, sagte Baunacher selbstbewusst.

Nach einer Fragerunde signalisierten die Vorstandschaften aus Steinsfeld und Dampfach volle Unterstützung für Holger Baunacher. Er war zunächst von der CSU Wonfurt ins Gespräch gebracht worden. Bei der geheimen Abstimmung erhielt Baunacher alle 20 Stimmen der Vertreter der drei Ortsverbände.

Die Versammlungsteilnehmer waren sich einig, dass es kein Nachteil, sondern sogar ein Vorteil sein könne, dass Holger Baunacher ohne kommunalpolitische Erfahrung im Gemeinderat und "damit unverbraucht" an das Bürgermeisteramt herangehe und somit einen echten Neuanfang verkörpere. Gerade im Hinblick auf die zu lösende Problematik mit dem Betrieb der Firma Loacker könne Baunacher ganz neu und unbelastet das Thema anpacken. Baunacher betonte in diesem Zusammenhang, dass es sein Ziel sei, die Gemeinde Wonfurt endlich aus den negativen Schlagzeilen herauszubringen. Für ihn sei es alles andere als positiv, wenn der Ort im Umkreis nur als "Giftdorf" wahrgenommen werde. Für ihn gelte es, wie er den Angaben zufolge sagte, die Problematik mit der Firma Loacker endlich zu beruhigen und mit den Fachbehörden dafür zur sorgen, dass keine Belastung für die Umwelt von dem Unternehmen ausgeht. "Wonfurt muss als Golddorf bekannt sein und nicht als Giftdorf", erklärte Baunacher.

Der 36-jährige Industriekaufmann, selbst kein CSU-Mitglied, dankte den Ortsverbänden für die breite Unterstützung und für das große Vertrauen. Als Termin für die Nominierung wurde der 18. Dezember 2012 (Dienstag) im Sportheim von Steinsfeld festgelegt.

Holger Baunacher legt großen Wert darauf, dass auch die interessierte Bevölkerung zur Nominierungsversammlung eingeladen wird. "Ich stehe für Offenheit und will nicht im stillen Kämmerlein nominiert werden", erklärte Baunacher.

Bei der Wahl im Februar wird es Baunacher mit dem 51-jährigen Karl-Heinz Wagenhäuser zu tun bekommen. Der Gemeinderat will sich, wie er deutlich gemacht hat, als Kandidat von den Freien Wählern aufstellen lassen. Weitere Bewerber um das Amt wird es wohl nicht geben.