Wie stellt man die Auferstehung dar? Mit dieser Frage haben die Verantwortlichen der Dauerausstellung "Auf der Spur von Jesus" im Haßfurter Bibelkeller lange gerungen. "Dann kam der Tipp, doch mal Lisa Wölfel zu fragen", erklärte die Vorsitzende des Vereins "Bibelwelten", Pfarrerin Doris Otminghaus, als am Samstag das Auferstehungsbild offiziell vorgestellt wurde, das die Dauerausstellung nun weiter komplettiert.

Die Übergabe dieser Auftragsarbeit durch die in Haßfurt geborene Künstlerin war außerdem Anlass für eine Werkausstellung, die die junge Malerin "Heimspiel" genannt hat.

Ein begehbares Kreuz

Zur Dauerausstellung "Auf der Spur von Jesus" gehört ein großes begehbares Kreuz. An dessen Basis steht Jesu Kreuz, seine Passion und sein Sterben. Von dort geht es vorbei an verschiedenen Stationen menschlicher Kreuzeserlebnisse hin zur Auferstehungswand.

"Das war bisher eine weiß gestrichene Betonwand", erklärte Doris Otminghaus. Als Projektionsfläche für die ganz individuellen Vorstellungen von Erlösung, Auferstehung, Leben nach dem Tod war das nicht die schlechteste Lösung. Doch sowohl die Führenden der Ausstellung als auch die Mitglieder des Vorstands überlegten immer wieder, wie man diese Auferstehungswand gestalten kann, ohne die Gedanken des Betrachters aber zu sehr zu lenken.

Viele Vorüberlegungen flossen in die Gespräche mit Lisa Wölfel ein, die erklärte, dass sie sich über diese Auftragsarbeit aus ihrer Heimatstadt sehr gefreut habe. Es sei eine Herausforderung gewesen, aber im positiven Sinne. 230 mal 160 Zentimeter groß ist das Bild in Acryl und Tusche auf Holz. "Immer wieder habe ich das Gesicht verändert, ganz weggenommen, wieder eingefügt", erzählte sie im Gespräch und gerade dieses Gesicht zog am Samstag alle Betrachter in seinen Bann.

Kunstpreis-Trägerin

Die Laudatio auf die Künstlerin hielt der Soziologe und Philosoph Patrick Fritz, der auf den Werdegang der Meisterschülerin einging, die schon mit dem Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten ausgezeichnet wurde. "Direkte Bilder" schaffe sie, gemalt in einer fast triebhaften Motorik. Gerne wählt sie anstelle von Leinwand auch zufällig gefundene Materialien wie Jutesäcke, Offsetdruckplatten oder Holz, was die Art des Farbauftrags und die Wirkung der Oberflächenstruktur immer neu erscheinen lässt.

In der Werkausstellung im Bibelkeller ist beispielsweise der "Rucksacktourist" zu sehen in Tusche und Acryl auf Aluminium. Die zahlreichen Gäste der Vernissage waren sehr beeindruckt sowohl von der Dauer-, als auch von der Werkausstellung.

Die Öffnungszeiten

Die Werkausstellung ist bis zum 11. November im Bibelkeller (Kellergeschoss Kupsch-Markt, Am Tränkberg) zu sehen. ZU sehen ist sie während der regulären Öffnungszeiten von "Auf der Spur von Jesus" immer sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr, außerdem während des Straßenfestes am Freitag und Samstag jeweils von 15.00 bis 17.00 Uhr sowie zur "Nacht der offenen Kirchen" am Freitag, 12. Oktober. An diesem Abend finden drei Führungen statt, beginnend um 20.00, 21.00 und 22.00 Uhr.

Nähere Informationen gibt es unter www.bibelwelten.de