Die Idee der Miniphänomenta geht auf die Arbeiten von Professor Dr. Lutz Fiesser zurück. Er gilt als Begründer des ersten deutschen Science Centers, der Phänomenta in Flensburg. Fiesser beschäftigte sich bei der Lehrerausbildung über Jahrzehnte mit der Frage, wie Erwachsene den geeigneten Rahmen schaffen können für elementare naturwissenschaftliche Erfahrungen in Schule und Unterricht.

Vieles erschließt sich von selbst


Eine seiner Antworten hierauf ist das Konzept der Miniphänomenta. Sie besteht im Wesentlichen aus frei zugänglichen Experimentierstationen, an denen naturwissenschaftliche und technische Phänomene von Kindern erlebt und dann kooperativ geklärt werden können. Dadurch werden die Forschungsfähigkeit und die Freude am eigenen Erkennen gefördert.

Außerhalb des Unterrichts bieten die Experimente in der Grundschule einen attraktiven Anlass, im Handeln zum Denken zu finden. Insgesamt besteht die Miniphänomenta aus 52 Experimentierstationen, die den Kindern die Möglichkeit geben, innerhalb von 14 Tagen technische und naturwissenschaftliche Phänomene selbst - frei - zu entdecken und zu erforschen.

Die Schüler der Grundschule Haßfurt konnten vor einigen Monaten an einer Miniphänomenta, die der Schule im Rahmen einer Ausstellung zur Verfügung gestellt worden war, schon einmal dies alles ausprobieren. Seit dieser Woche hat die Grundschule in Haßfurt aber nun eine eigene Miniphänomenta mit etlichen Experimentierstationen. Eltern waren bereit, Stationen nachzubauen. Baupläne dazu sind ganz leicht im Internet zu finden.

Die Fränkischen Rohrwerke in Königsberg beteiligten sich mit dem Bau von drei Stationen an der Minphänomenta der Grundschule, die zunächst den Schülern an der Grundschule am Dürerweg und dann in Sylbach und im Nassachtal zur Verfügung gestellt wird. Weitere Geldgeber aus der Wirtschaft gab es auch.
Nun setzte die Schulleitung am Dürerweg die Übergabe dieser Miniphänomenta offiziell an. Rektor Harald Friedrich dankte den Eltern.

Die Lehrerinnen Anette Mahr und Monika Spörlein erinnerten daran, wie die Grundschule in Haßfurt zu dieser Miniphänomenta kam und welche Bedeutung sie für die Schüler hat. Immerhin sind die Buben und Mädchen schon ein wenig auf sich alleine gestellt, denn an keiner der Stationen gibt es Anweisungen oder Erklärungen. Die Kinder sollen sich vielmehr aktiv und gedanklich mit den Phänomenen auseinander setzen: Anette Mahr berichtete von ihren Beobachtungen: "Dadurch kommen sie tatsächlich zu guten, teils erstaunlichen Ergebnissen." Umrahmt wurde der kleine Festakt durch eine Schülertrommelgruppe unter der Leitung von Monika Spörlein und Darbietungen des Schulchors, den Anja Ruff leitete.

Natürlich wurden im Anschluss an die Übergabe die einzelnen Stationen von den Schülern, aber auch den Eltern intensiv ausprobiert. sn