Klarer Sieg für die Titelverteidigerin. Erheblich gestärkt, um nicht zu sagen "bärenstark" verteidigt die CSU-Kandidatin Dorothee Bär ihr Direktmandat für den Bundestag. Mit rund 54,8 Prozent der Stimmen weiß die Abgeordnete für den Wahlkreis 248 Bad Kissingen eine deutliche Mehrheit der Wähler in ihren Heimatlandkreis Haßberge hinter sich.

Weiterer Gewinner des Wahlsonntags ist die Demokratie, denn mit einer Wahlbeteiligung von mehr als 72 Prozent der Stimmberechtigten wurde das gute Ergebnis bei Landtags- und Bezirkstagswahl in der Vorwoche nochmals deutlich übertroffen. 49 427 Menschen im Landkreis Haßberge gaben ihre Stimmen ab.
Ginge es allein nach ihnen, säßen in Zukunft nur noch die Union, die SPD und die Grünen im Bundestag, wobei die "Schwarzen" eine sattelfeste Alleinregierung auf die Beine stellen könnten.


Deutliches Votum

Die höchsten Erfolge verzeichnen die 35-jährige Ebelsbacherin Dorothee Bär und ihre CSU in Ermershausen, Rauhenebrach und Riedbach, während die "Titelverteidigerin" persönlich nur in Königsberg und Rentweinsdorf sowie ganz knapp in Breitbrunn und Hofheim die absolute Mehrheit verfehlte. In ihrer Heimatgemeinde Ebelsbach holte sie 53,1 Prozent der Stimmen, was das dortige Zweitstimmenergebnis ihrer Partei um neun Prozentpunkte übertrifft. Damit zeigte sich die diplomierte Politologin, die zum vierten Mal in den Bundestag einzieht, spontan hoch zufrieden.

Mit etwas über 22 Prozent der Stimmen in den 203 Wahlbezirken des Landkreises kann die SPD-Kandidatin Sabine Dittmar aus Maßbach annähernd an das Ergebnis anknüpfen, das ihre Vorgängerin Susanne Kastner aus Maroldsweisach vor vier Jahren in ihrem Heimatlandkreis erzielt hatte. Ein Achtungserfolg also allemal für die Ärztin aus dem Nachbarlandkreis Bad Kissingen, der rund 11 000 Bürger im Landkreis den erstmaligen Einzug in den Bundestag wünschten. Besonders gut schnitt sie in Susanne Kastners Heimat, dem Markt Maroldsweisach ab, aber auch in Rentweinsdorf, Ebern und Eltmann. Die schlechtesten Werte erreichte die 48-Jährige in Bundorf, Rauhenebrach, Aidhausen und Pfarrweisach.


Fell verliert in der Wählergunst

Einen schweren Stand in verschiedenen Kommunen des Landkreises hatte Hans-Josef Fell, der bereits seit 1998 grüne Politik im Bundestag vertrat und sich dabei besonders im Bereich der Energie- und Umweltpolitik einsetzte. Er rutschte in der Gunst der Wähler in den Haßbergen um drei Prozentpunkte ab, was dem allgemeinen Ergebnis seiner Partei entspricht. Ginge es nach den Wählern in Aidhausen, Burgpreppach, Maroldsweisach, Oberaurach, Rauhenebrach, und Sand, dann wäre grüne Politik im neuen Bundestag nicht mehr vertreten.
Am besten kamen der Gymnasiallehrer aus Hammelburg und seine Partei in Haßfurt, Theres, Wonfurt und Zeil davon.

Die FDP, für die der Arzt Erhard Stubenrauch aus Lendershausen den Hut in den Ring geworfen hatte, blieb auch im Landkreis Haßberge unter der Fünf-Prozent-Hürde. Sie holte in Stubenrauchs Heimatstadt Hofheim, Aidhausen und Bundorf ihre besten Ergebnisse.


Schlusslicht Untermerzbach

Die Linke um den Werkzeugmacher Stefan Bannert aus Münnerstadt konnte sich in Breitbrunn und Ebelsbach am besten platzieren, während sie im gesamten Landkreis noch deutlich hinter der FDP landete.
In Breitbrunn (über acht Prozent der Stimmen) haben die Freien Wähler ihre Hochburg, spielten aber, auf den Landkreis hochgerechnet, mit rund drei Prozent keine Rolle. Für die deutschlandweit so weit vorgepreschte "Alternative für Deutschland (AfD)" wie auch für die Piraten blieb die Quote unter zwei Prozent.

Bundorf (667 Wähler) war die schnellste unter den 26 Gemeinden im Landkreis Haßberge, deren Ergebnis im zentralen Computer für den Wahlkreis 248 Bad Kissingen landete. Spannend machten es am Ende nicht die großen Kommunen Haßfurt und Ebern mit 23 und 14 Wahlbezirken, sondern weit kleinere Gemeinden: Rentweinsdorf und als "Schlusslicht" Untermerzbach.

Alle Ergebnisse der fränkischen Stimmkreise für die Bundes- und Landtagswahlen finden Sie unter wahlen.infranken.de. Auch Detailinformationen zu den Kandidaten finden Sie auf dieser Seite.