"Wir können zufrieden sein mit unserer Meisterschule. Die jungen Leute können hier bei uns sehr viel lernen und kommen deswegen sogar aus anderen Bundesländern zu uns in die Schule. Zwei Schüler haben wieder einen Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung bekommen. Außerdem können wir einen tollen Haushalt 2019 vorlegen." Mit diesen Worten zog Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel bei der Verbandsversammlung des "Zweckverbandes der Meisterschule Ebern für das Schreinerhandwerk" Bilanz. Er blickt mit großer Zufriedenheit in die weitere Zukunft der Schule.

Eingangs der Sitzung gab Schulleiter und Privatdozent Oliver Dünisch einen Bericht über die derzeitige Situation an der Schule und zeigte auch die weiteren Perspektiven auf. Im März hatte die Verabschiedung des 67. Kurses stattgefunden. Durch den Umbau der Schule und den Neubau sei die Schülerzahl etwas geringer gewesen, so dass diesmal nur 56 Meister, darunter vier Frauen den Kurs abschlossen. Überdurchschnittlich viele kamen dabei aus Bayern, weil die Wohnsituation anderes nicht ermöglichte. Manche Interessenten hätten ihren Eintritt in die Schule auch verschoben.

Die meisten Schüler kommen derzeit aus Unterfranken (17), jeweils neun aus Ober- und Mittelfranken und zehn aus anderen bayerischen Regierungsbezirken. Dazu kommen Schüler aus Hessen (vier Schüler), Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen(je drei) und ein Sachse. Für das neue Jahr sei der Kurs mit 60 Anmeldungen wieder voll belegt.

Kurzfristige Abmeldungen

Dennoch teilte Schulleiter Dünisch auch mit, dass man ständig mit kurzfristigen Absagen zu kämpfen habe. "Die Verbindlichkeit einer Anmeldung ist einfach nicht mehr so gegeben wie früher." Oft erfolgten zwei bis drei Wochen vor Kursbeginn noch Abmeldungen, obwohl man hierfür schon eine Bearbeitungsgebühr verlange. Zwar existiere eine Liste für Ersatzbewerber, aber Leute, die im Berufsleben stehen, könnten dann oft nicht so schnell reagieren. Aus den Reihen der Verbandsräte kam deswegen sogar der Vorschlag, dass man, wie beim Reiserücktritt, entsprechende Gebühren verlangen sollte. Dafür erging auch ein Prüfungsauftrag an die Verwaltung.

Schulleiter Dünisch sah die Monate der Bauarbeiten an der Schule aus der zeitlichen Distanz schon wieder etwas entspannter, denn es gehe nur noch um kleine Arbeiten, Verschönerungen oder um Arbeiten im Außenbereich, welche den Schulbetrieb wenig beeinflussen. Hinsichtlich der Digitalisierung der Schulen sei man auch mit dem Wohnheim sehr gut angeschlossen. Ein Glasfaseranschluss, so forderte er, sei dringend geboten.

Öffentichkeitsarbeit

Dünisch sprach eine Unterrichtskooperation mit der Mittelschule Ebern an, die fortgesetzt werde. Ebenso werde das Projekt Möbelentwurf "Aus- und Weitsichten" für Außenmöbel an markanten Orten im Landkreis fächerübergreifend weitergeführt. Viele Aktivitäten habe es auch in der Öffentlichkeitsarbeit mit Beiträgen und Auftritten bei diversen Messen gegegeben.

Finanziell passt's

Der Geschäftsleiter, leitender Verwaltungsdirektor Andreas Polst, informierte dann über Haushaltsangelegenheiten. 2018 umfasste der Haushalt 2,7 Millionen Euro "Damit hat die Verbandsversammlung eine erhebliche Stange Geld in die Hand genommen, um die Schule auszustatten", sagte Polst. Doch der Verband sei gut bei Kasse. "Zudem ist der Zweckverband durch die Fertigstellung des Ersatzneubaues des Wohnheimes sowie den Abschluss der Sanierung des Schulgebäudes gut aufgestellt für die Zukunft." In den nächsten Jahren stünden trotzdem diverse Neubeschaffungen von größeren Maschinen für die Werkstatt an, die für den Zweckverband für die Attraktivität der Meisterschule und zu deren Erhalt dringend notwendig seien. Sitzungspräsident Erwin Dotzel sprach von einer guten Kalkulation und Abwicklung des Haushaltes, obwohl sich die Kosten der Baumaßnahme doch etwas erhöht hätten.

Baureferent Ottmar Zipperich ging auf die Sanierung des Schulgebäudes ein. Hier sei es um sehr viele "Kleinmaßnahmen" gegangen, beispielsweise seien aber auch die Fenster bei laufendem Betrieb ausgetauscht und durch Holzfenster ersetzt worden. "Der Bieter war ein früherer Meisterschüler und hat dies auch mit Herzblut erledigt", betonte Zipperich. Außerdem musste der Brandschutz verbessert werden Daneben hätten sich die Schulsituation in der EDV und die Aula mit Pausenhofverkauf verbessert und auch der Hof sei mit angebunden worden. Für den Wohnheimbau geht er von Kosten von knapp 2,4 Millionen Euro und beim Schulgebäude von Kosten von knapp 1,3 Millionen Euro aus.

Für den anstehenden Breitbandanschluss der Meisterschule gab die Verbandsversammlung grünes Licht. Man will mit dem Landkreis Haßberge und der Stadt kooperieren, um einen günstigeren Preis zu erhalten. Gerechnet wird mit Kosten von 90 000 Euro, wovon etwa die Hälfte über Fördermittel abgedeckt sei.