Zwar können bei der Landtagswahl Kandidaten von hinteren Listenplätzen nach vorne gewählt werden (bei entsprechend guten Ergebnissen), aber darauf setzt der 47-jährige Lewin nicht. Da sind andere Kreisverbände mit ihren Kandidaten in Unterfranken wesentlich stärker und haben bessere Chancen.

Die unterfränkischen Grünen sind derzeit mit zwei Abgeordneten im Landtag vertreten. Das sind Simone Tolle und Thomas Mütze. Tolle tritt bei der Wahl im Herbst nicht mehr an. Deshalb beriefen die Grünen eine neue Kandidatin an die Spitze. Das ist Kerstin Celina, eine 44-Jährige aus Kürnach. Der 46-jährige Lehrer Thomas Mütze aus Aschaffenburg konnte Platz zwei von der vergangenen Wahl 2008 verteidigen. Er wird damit wohl auch sein Abgeordneten-Mandat im Landtag behalten. Als Ziel gaben die Grünen bei der Aufstellungsversammlung einen dritten Abgeordnetensitz aus.

Nicht enttäuscht

Für Matthias Lewin, den Direktkandidaten im Stimmkreis 604 Haßberge/Rhön-Grabfeld, brachte die Listenaufstellung Platz acht. Der Knetzgauer unterlag im ersten Wahlgang um den aussichtsreichen zweiten Platz dem Aschaffenburger Thomas Mütze und dem Würzburger Patrick Friedl und musste schließlich auch noch Gerhard Kraft aus Karlstadt im Rennen um Platz sechs den Vortritt lassen.

Lewin, der sich als Neu-Einsteiger um einen aussichtsreichen Listenplatz bemüht hatte, sieht dieses Ergebnis allerdings nicht als Rückschlag oder Enttäuschung an, wie er unserem Portal sagte, denn "für Platz zwei und vier waren Thomas Mütze und Patrick Friedl ganz klar favorisiert. Ob dann letztlich Platz sechs oder acht herausspringt, ist eigentlich unerheblich", meint der 47-jährige Zeitungsredakteur.

Direktmandat in weiter Ferne

Natürlich hat Lewin als Direktkandidat die Möglichkeit, das Direktmandat zu gewinnen. Diese Chancen sind allerdings äußerst gering. Favorit für das Direktmandat im Stimmkreis ist der CSU-Kreisvorsitzende Steffen Vogel aus Theres.

Hauptziel der Grünen bei der Wahl im Herbst ist, nach über 50 Jahren für einen Wechsel im bayerischen Landtag zu sorgen. Sie wollen die CSU zusammen mit anderen Parteien aus der Regierung drängen.