Bei der Gemeinderatssitzung des Marktes Rentweinsdorf wurden unter anderem die Jahresrechnung 2017 und der Rechenschaftsbericht bekanntgegeben. Außerdem wurden mehrere Anträge behandelt und eine Satzungsänderung im Bezug auf den Friedhof vorgenommen.
Die Haushaltsansätze des vergangenen Jahres wurden im Wesentlichen eingehalten und der Haushaltslausgleich war nicht gefährdet. Die Kassenlage des Marktes Rentweinsdorf ist geordnet, zum Jahresende betrug der Rücklagenbestand 240 182 Euro.

Eine erfreuliche Entwicklung zeigte sich bei den Einnahmen: Die Gewerbesteuer ist gegenüber dem Haushaltsansatz von 60 000 Euro auf 71 920 Euro gestiegen, die Einkommensteuer von 720 750 Euro auf 759 798 Euro. Aber auch bei den Herstellungsbeiträgen kamen statt den geplanten 172 500 Euro nun 297 618 Euro zum Tragen. Der Verkauf von Bauplätzen erbrachte 169 373 Euro gegenüber den veranschlagten 110 000 Euro. So hat die Marktgemeinde dem Vermögenshaushalt 223 488 Euro zuführen können.


Die wesentlichen Ausgaben

Die wesentlichen Ausgaben bei den Investitionen waren: 27 624 Euro für Feuerwehrbeschaffungen, 20 000 Euro für die Dorferneuerung Salmsdorf, 1 100 000 Euro für die Gemeindeverbindungsstraße Sendelbach-Gräfenholz, 234 000 Euro für den Ersatzwegebau für die Bahnübergänge, 29 795 Euro für die Straßenbeleuchtung, 97 358 Euro für die Abwasserbeseitigung in Rentweinsdorf, 25 000 Euro für die Abwasserbeseitigung in Losbergsgereuth und 83 500 Euro für den Breitbandausbau.
Am Ende des Haushaltsjahres belief sich der buchmäßige Kassenstand auf 261 173 Euro. Die Schulden der Marktgemeinde sind allerdings von 833 594 Euro im Jahr 2016 auf 1 165 796 Euro Ende 2017 angestiegen.

Der Kegelverein Rentweinsdorf beantragte einen gemeindlichen Zuschuss für die geleistete Jugendarbeit. Im Verein waren 24 Jugendliche gemeldet. Das Gremium gewährte den Keglern deshalb einen Zuschuss von 10 Euro je jugendlichem Vereinsmitglied zwischen drei und 18 Jahren und damit 240 Euro.


Neue Heizung für Bürgerhaus

Vom Bürgerverein Gräfenholz lag ein Antrag auf Bezuschussung einer Heizung im Bürgerhaus in Gräfenholz vor. Der Bürgerverein äußerte dabei den Wunsch zu einer Infrarotheizung, da der alte Ölofen defekt ist, und legte gleich einen Kostenvoranschlag über 3 913 Euro vor. Bürgermeister Willi Sendelbeck zeigte Verständnis und meinte, dass die Heizung ein wesentlicher Bestandteil des Gebäudes der Gemeinde sei und die Gräfenholzer lange genug mit den Ölofen ausgehalten hätten. MGR Ludwig Bock plädierte jedoch dafür, zumindest noch ein Vergleichsangebot einzuholen. Dafür plädierte dann auch das Gremium und erteilte gleichzeitig die Zusage, die Kosten voll zu übernehmen.


Grabsteine ohne Kinderarbeit

Hinsichtlich der Bestattungseinrichtungen im Markt Rentweinsdorf wurde ein neuer Artikel (9a) in die Satzung eingefügt. Der Artikel zielt darauf ab, dass Grabsteine und Grabeinfassungen aus Naturstein nur aufgestellt werden dürfen, wenn sie nachweislich ohne Kinderarbeit hergestellt worden seien. Aus den Reihen des Rates kamen Äußerungen, dass es sich hier wieder um eine besondere bürokratische Verordnung handle, die nicht überprüft werden könne. Trotzdem stimmten die Gemeinderäte zu.

MGR Ludwig Bock nahm das Thema "Friedhof" zum Anlass, auch einige Bürgermeinungen zu Urnengräbern mitzuteilen. Hierzu stellte er die Frage, ob man nicht im Grünbereich Urnengräber anlegen könnte, die einfach nur mit einer Platte abgedeckt sind und man leicht darüber hinweg mähen könnte. Andere Räte berichteten von anderen Friedhöfen, wo nur ein Obelisk mit Hinweis auf die Verstorbenen stehe und die Urnengräber so angelegt würden, dass keinerlei Pflege mehr notwendig sei. Da dies aber nicht auf der Tagesordnung stand, machte Bürgermeister Sendelbeck den Vorschlag, diese Diskussion im Auge zu behalten und zu einem späteren Zeitpunkt weiterzuführen.

Sendelbeck informierte im Anschluss über vorgesehene seismische Untersuchungsarbeiten der Uni Erlangen-Nürnberg im Gemeindegebiet, die im Zeitraum vom 1. September bis 15. Dezember durch das Geozentrum Nordbayern (GZN) für Forschungszwecke im Rahmen der Geothermie-Allianz Bayern durchgeführt werden. Bei diesem Verfahren gelangen voraussichtlich drei Vibrationsfahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von jeweils 30 Tonnen pro Fahrzeug und einer Fahrzeugbreite von drei Metern zum Einsatz. Die Fahrzeuge werden sich entlang der geplanten Messlinien bewegen und nach Möglichkeit auf dem Straßen- und Wegenetz sowie gemeindlichen Grund ausgeführt. Der Marktgemeinderat erteilte dazu sein Einvernehmen.

Sendelbeck gab außerdem bekannt, dass in 60 Glockenleuchten LED-Lampen eingesetzt wurden, was Kosten in Höhe von 3685 Euro verursachte. Einige Räte bemerkten dazu, dass die Lampen nun fast weiß leuchteten und das frühere gelbliche Licht viel mehr Wärme ausgestrahlt hätte.