Und die Zahl der Beschäftigten bleibt konstant, auch Kurzarbeit ist nicht geplant, wie der Sprecher der Geschäftsführung, Dr. Andreas Thumm, in seiner Jahresvorschau am Freitag versicherte. "Unser Unternehmen ist gut unterwegs, die mittel- und langfristigen Perspektiven dank neuer Produkte sogar sehr gut."

Deswegen relativierte Betriebsratsvorsitzender Jürgen Hennemann auch den aktuellen Abbau von Überstunden, wovon rund 80 Beschäftigte betroffen sind. "Das ist nur eine vorübergehende Delle, weil sich im Februar einige Aufträge verzögert haben. Nichts Dramatisches."

An den Gerüchten über ein Abstoßen des Lager-, Montage- und Versandzentrums (LMV) ist laut Geschäftsführer Thumm "gar nichts dran". Im Gegenteil: "Durch den internen Umzug einer Montagelinie ins Stammwerk wird der Produktionsfluss erhöht, weil wir im Nutzfahrzeuge-Bereich höhere Stückzahlen benötigen", sagten Hennemann und Thumm.

Die freien LMV-Kapazitäten sollen für eine Elektromotoren-Fertigung genutzt werden. "Das wird eine positive Geschichte", so Dr. Thumm.

Der Sprecher der Chefetage hielt weitere gute Nachrichten parat. Die Ausbildung wird trotz einer anderslautenden Mitteilung im Dezember fortgesetzt. "Wir suchen Elektroniker und Softwareleute, weil der Strukturwandel unserer Produktion zu mehr Elektronik und einer höheren Automatisierung führt. So können wir die Produkte auch an den deutschen Standorte herstellen, während Komponenten mit viel Handarbeit marktgerecht nur im Osten produziert werden können."

"Über die Ausbildung haben wir einige Diskussionen geführt. Keine Einstellungen mehr hätten eine schlechte Signalwirkung gehabt", war Hennemann froh, ein Umdenken angestoßen zu haben. "Wir brauchen einen Grundstock und viele unserer Maschinenschlosser bzw. Industriemechaniker haben sich auf dem zweiten Bildungsweg zum Techniker oder Ingenieur hochgearbeitet und sind jetzt Projektleiter. Das ist ein Stärke von FTE." Dr. Thumm ergänzte: "Das sehen wir auch so, nur bei den Mechanikern werden es etwas weniger."

Problemlos abgelaufen ist nach Thumms Aussage der Eigentümerwechsel im Juli. "Mit Bain capital haben wir einen guten Investor mit langfristiger Konzeption, der das Unternehmen weiter ausbauen will. Unsere Partner sind sehr sachlich und geschäftsorientiert. Wir vom Management sind mit dem Übergang sehr zufrieden." Das sieht auch Hennemann als stellvertretender Aufsichtsratsvositzender so. "Da sind Leute am Ruder, die Finanz- und Produktkenntnisse haben."

Geändert habe sich, so Thumm, das Finanzierungsmodell. An die Stelle eines Bankenkonsortiums sei ein Fonds getreten, um die Firma mit einer Größenordnung von 240 Millionen Euro am öffentlichen Markt zu platzieren. "Das ist der erste Schritt zum Börsengang. Dazu müssen wir noch größer werden - durch Zukäufe und organisches Wachstum." Und wegen der Zukäufe verabschiedete sich Dr. Thumm von den Pressevertretern mit einer Nebenbemerkung. "Wenn sich etwas tut, hören Sie von uns. Ich denke, wir treffen uns heuer noch einmal."