Es war in der Nacht des 23. Oktober 2011, als der Streit des Taxifahrers mit dem Fahrer eines konkurrierenden Taxiunternehmens eskalierte. Dieser hatte Adam M. auch angezeigt. Laut Anklage soll der 29-Jährige auf der Staatsstraße 2277 in Knetzgau nach links ausgeschert sein, als der andere ihn überholen wollte. Danach habe er den Konkurrenten ausgebremst und schließlich nach einem zweiten Ausbremsmanöver sein Fahrzeug quer auf der Straße zum Stillstand gebracht.
Warum es so weit kam, daran schieden sich vor Gericht die Geister. Für Amtsrichter Roland Wiltschka waren die Gründe aber auch nicht ausschlaggebend. "Ihr Mandant hat doch eben selbst zugegeben, den anderen Fahrer ausgebremst und zum Stillstand gezwungen zu haben", fiel er dem Verteidiger, Rechtsanwalt Bernhard Langer, freundlich ins Wort.

Nötigung


Der hatte zuvor versucht, dem Richter wortreich zu erklären, dass sein Mandant den Wagen nur deshalb quer gestellt hatte, um den anderen Fahrer zu einer Aussprache zu bewegen. Denn der war es, der ihn vorher ausgebremst und geschnitten habe. "Aber Sie können ihn doch nicht dazu zwingen, mit Ihnen zu reden. Das ist Nötigung!", warf die Staatsanwältin dem Angeklagten vor. Damit war das Urteil gefallen. Denn zur Tatzeit stand Adam M. wegen Körperverletzung und Beleidigung unter einer zehnmonatigen Bewährungsfrist.
Das schlechte Gewissen stand dem Angeklagten ins Gesicht geschrieben. Wie ein Häufchen Elend saß er vor dem Haftrichter und lauschte mit bangen Blicken den Ausführungen der Staatsanwältin. Diese ließ sich immerhin darauf ein, das Fahrverbot aufzuheben.
Eine der Voraussetzungen dafür war der Berufswechsel des 29-Jährigen. Der hat mittlerweile von der Taxi- in die Lebensmittelbranche gewechselt. Künftige Konkurrenzkämpfe auf den Straßen des Landkreises Haßfurt sind damit ausgeschlossen.