Der Verkehr rollt wieder. Nach gut 14-monatiger Bauzeit kann die Straße zwischen Sendelbach (B 279) und Gräfenholz befahren werden, auch wenn die Seßlacher Baufirma Pfister noch mehrere Wochen mit der komplizierten Baustelle beschäftigt sein wird. "Im Umfeld ist noch einiges zu tun", sagt Bürgermeister Willi Sendelbeck, die vom Wasserwirtschaftsamt angestrebte Baunacherweiterung steht aus und "bis jetzt ist noch nichts abgerechnet". Einen Einweihungstermin gibt es daher ebenfalls noch nicht.


Enormer Aufwand

Die gerade mal 400 Meter lange Wegstrecke hat es in sich. Nicht nur die Baunachbrücke aus dem Jahr 1954, für die zuletzt Einsturzgefahr bestand, musste erneuert werden, sondern auch Wasserdurchlässe und ein Hochwassergraben. Ökologischer Gewässerausbau war angesagt, "ein Riesenaufwand" sagt Sendelbeck. Er ist froh, eine Förderung bis zu 75 Prozent der Kosten ausgehandelt zu haben.

Eine Durchlassbreite von zusammen 18 Metern sollte reichen, um die Gräfenholzer künftig vor Hochwasser zu bewahren. Immerhin läuft die Gemeindeverbindungsstraße quer durch Überschwemmungsgebiet. Was das bedeutet, haben die Bauarbeiter wochenlang miterlebt. Wiederholt hieß es "Land unter" auf der Baustelle. Sechs bis sieben Meter tief wurden massive Bohrpfähle angesetzt, denn Sandsteinschichten, auf die man bauen konnte, sind erst in vier bis fünf Metern Tiefe zu finden. Der Boden ist bei Regen wie Schmierseife", berichten Bauarbeiter, die gerade die Brückenböschungen mit Pflaster befestigen. Jetzt ist fast alles geschafft. Die auf 5,50 Meter verbreiterte Straße windet sich elegant, an der Südseite der Straße führt ein 1,50 Meter breiter Fußweg entlang und Metallgitter flankieren die Brücken. Ein Jahrhundertprojekt.


Das alte Busproblem

Eigentlich müssten die Menschen in dem 38 Einwohner zählenden Dorf Gräfenholz jetzt glücklich sein, denn die Umwege über Manndorf und Treinfeld fallen weg. Doch mit der Fertigstellung der Straße kommt ein altes Problem wieder aufs Tapet: der Schulbusverkehr ins Dorf. Morgens kein Problem, denn da werden die neun Schulkinder allesamt am Buswartehäuschen mitgenommen und Richtung Rentweinsdorf zur Schule gefahren. Aktuell fährt die Grundschüler mittags ein Kleinbus retour ins Dorf. Doch die sechs Kinder der weiterführenden Schulen (Buslinie 942 Verkehrsverbund Großraum Nürnberg - VGN) werden an der Haltestelle in Sendelbach herausgelassen, müssen die Bundesstraße 279 queren und dann nach Hause marschieren.

Das bringt die Eltern auf die Palme, denn Gräfenholz steht durchaus auf dem Fahrplan der mit öffentlichen Mitteln geförderten VGN-Linie. Schriftlich fordern die Gräfenholzer, angeführt von den Eheleuten Christine und Bernd Iffland sowie Katrin und Ralf Hegen, eine Bedienung der Bushaltestelle, wie im Fahrplan vom Dezember 2012 fixiert: an allen Schultagen um 13.20 Uhr sowie montags bis donnerstags auch 15.45 und 17.25 Uhr. "So ist der Bus nie wirklich gefahren, sagt Iffland, "aus dem aktuellen Plan wurde Gräfenholz jetzt sogar komplett gestrichen". Das wollen die Bürger nicht hinnehmen. Von Willkür, mangelnder Sorgfalt und einem Schulwegplan mit Alibicharakter schreiben sie, wobei Gemeinde, Schulverband und Landkreis tatenlos zusähen.

Sendelbeck kündigt für Anfang Juli ein Gespräch an, in dem er die Schulbussituation mit den zuständigen Stellen klären will.