Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Bamberg im Fall Acasa und der Tagespflegestation St. Stephanus in Eltmann sind abgeschlossen. Das Ergebnis: Viele der Betrugsvorwürfe gegen den Pflegedienstleister mit Hauptsitz in Bayreuth sind nicht haltbar.

Letztlich hätten sich konkrete Hinweise auf ein strafbares Fehlverhalten nur im Hinblick auf eine einzelne Person ergeben, erklärte Leitender Oberstaatsanwalt Bardo Backert dem Fränkischen Tag. Bei der Beschuldigten handelt es sich um die damalige Leiterin der Pflegestation in Eltmann. Sie erwartet aller Voraussicht nach nun ein Strafprozess vor dem Amtsgericht in Haßfurt.


Gegen zehn Personen ermittelt

Ursprünglich waren zehn Personen ins Visier der Behörde geraten, eine Betrugssumme von 140 000 Euro stand im November vergangenen Jahres im Raum. Nun reduziert sich der Schaden laut Staatsanwaltschaft auf etwa 10.000 Euro. Gegen einige Mitarbeiter der Eltmanner Pflegeeinrichtung wurden die Ermittlungen wegen geringer Schuld eingestellt oder man konnte ihnen nichts nachweisen.

Außerdem hätten einige Acasa-Angestellte durch Anzeigen der Missstände und Kooperationsbereitschaft dazu beigetragen, "Licht ins Dunkel zu bringen", sagte Backert. Auch der Unternehmensleitung in Bayreuth konnte demnach keine Schuld nachgewiesen werden. Hier war vermutet worden, dass die Anweisungen zu betrügerischen Abrechnungen von oberster Stelle kamen.


Keine persönliche Bereicherung

Anscheinend aber handelte die ehemalige Leiterin der Pflegestation St. Stephanus aus eigenem Antrieb. Dass sich die Frau persönlich bereichern wollte, davon gehen die Ermittler jedoch nicht aus. So wirft die Staatsanwaltschaft ihr vor, in elf Betrugsfällen nicht erbrachte Leistungen in den Bereichen Tagespflege und Sozialstation abgerechnet zu haben.


Einspruch erhoben

Deswegen beantragte die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl gegen die Ex-Stationsleiterin und forderte eine Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung. Hätte die Beschuldigte den Strafbefehl akzeptiert, wäre der Fall abgeschlossen und es würde nicht zum Prozess vor dem Amtsgericht kommen. Jedoch erhob die Frau nach Auskunft Backerts über ihren Anwalt Einspruch gegen den Strafbefehl. Der hat deswegen keine Wirkung mehr und gilt jetzt wie eine Anklage. Ein mündlicher Strafprozess in Haßfurt wird wahrscheinlich.