Deshalb machte sich Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) bei der Übergabe eines neuen Mannschaftstransportwagens bei einem Aktionstag am Samstagnachmittag so seine eigenen Gedanken: "Das Fahrzeug ist so schön lackiert, das gehörte eigentlich ins Schaufenster gestellt", wünschte er. Gab sich allerdings keinen allzu großen Hoffnungen hin: "Ein paar Kratzer wird's schon geben, aber hoffentlich nur bei den vielen Übungen und nicht bei dramatischen Einsätzen."

Unfall kurz vor Weihnachten

Die Hintergedanken des Stadtoberhauptes waren klar: Das Trauma des Unfalls mit dem nagelneuen Einsatzfahrzeug der FFW Ebern - bei Jesserndorf - wirkt noch nach. Auch damals hatte der Bürgermeister wenige Tage vor dem schweren Unfall gewünscht, alle Nutzer mögen pfleglich damit umgehen. Eine Erwartung, die kurz vor Weihnachten sprichwörtlich den Bach hinunter ging. Damals mit beteiligt: das alte Mannschaftsfahrzeug der FFW Jesserndorf, dessen Ersatz nun übergeben wurde. Ironie des Schicksals: Diesen alten Transporter der Jesserndorfer nutzt derzeit und übergangsweise die FFW Ebern, weil der eigene Wagen defekt ist.

Wichtiges Rückgrat

Trotz dieser Malaisen brach Herrmann eine Lanze für die Feuerwehren im Stadtgebiet. "Sie sind das Rückgrat unserer Sicherheitskonstruktion, die sich der Staat gar nicht leisten könnte." Und als Stützpunktwehr im Westen komme der Feuerwehr Jesserndorf eine besondere Funktion zu. "Dass sie gut funktioniere, zeige sich daran, wie viele junge Menschen sich für den Feuerwehrdienst begeistern."

17 sind's wie Kommandant Markus Fausten erläuterte und die im Rahmen einer Einsatzübung auch die Rettung eines Verletzten aus einem Fahrzeugwrack demonstrierten, das vor den Augen vieler Schaulustiger nach allen Regeln der Kunst auseinander gelegt wurde. Als Ersthelferin stieg dabei Lisa Schmitt durch ein zerschlagenes Fenster auf die Rückbank, um dem Opfer, gemimt von Eberns Kommandanten Michael Wüstenberg, zu helfen, ehe ihn die Retter bergen konnten.

Das neue Transportfahrzeug hat nach Aussage von Kommandant Fausten seine Feuertaufe schon bestanden. Als bei einem (Fehl-)Alarm in der Gemünder Mühle das große Löschfahrzeug nicht ansprang, wich man schnell auf den neuen Bus aus, der auch mit Schläuchen und Rohren für kleinere Einsätze ausgestattet ist. 11 000 Euro überwies die Stadt als Kaufpreis an ein Eberner Autohaus, wo der Bus vorher als Werkstattwagen eingesetzt worden war. 5762 Euro hat die Feuerwehr für Lackierung und Umrüstung noch reingesteckt, 250 Arbeitsstunden obendrein. "Besonders die Jungen waren mit Feuereifer bei Sache", lobte Fausten, Chef über 41 Aktive, seinen Nachwuchs. Jetzt sei man bei Sturm- und Höhenschäden sowie Verkehrsabsicherungen besser gewappnet. "Jetzt hat die Stadt für die nächsten 30 Jahre Ruhe mit uns", versprach der Kommandant.