Mit Bürgermeister Matthias Bäuerlein diskutierten die Fabrikschleichacher vor allem Verkehrsprobleme, die ärztliche Versorgung und das Handy-Netz, das in Fabrikschleichach ein dickes Loch hat.

Wie geht es der Gemeinde Rauhenebrach?

Der Bürgermeister informierte zunächst über die Rahmendaten der Gemeinde Rauhenebrach, die abgeschlossenen Projekte wie die Kläranlage und die Rathaussanierung, aber auch den Ausbau der Kreisstraße Richtung Zabelstein. Bemüht habe sich die Gemeinde um eine Verkehrsberuhigung in Rauhenebrach, im eigenen Einflussbereich der Gemeinde lag allerdings nur ein Geschwindigkeits-Mess-Schild, das jetzt abwechselnd an den Ortseingängen steht. In Fabrikschleichach ist man nicht zufrieden, dass die neue Kreisstraße am Ortseingang keinen Fahrbahnteiler erhielt, um die Geschwindigkeit zu bremsen. Die Verkehrsbehörden hatten diese Maßnahme nicht befürwortet, weil sie keinen Effekt erziele, wenn die Straße innerorts kerzengerade weitergeht wie in Fabrikschleichach.

Auch an der Karbacher Straße wurde in den vergangenen zwei Jahren gebaut. Während sich die Fabrikschleichacher über den neuen Radweg freuen, sind sie mit der Straße selbst nicht wirklich zufrieden. In diese wurden 2015 durch das Staatliche Bauamt auf 250 Metern Länge sechs Amphibientunnel eingebaut.

Die Fröschtunnel-Buckelpiste!

Weil anschließend nicht die gesamte Fahrbahndecke erneuert wurde, entstanden deutliche Wellen, die in der Bürgerversammlung am Montag als "Fröschtunnel-Buckelpiste" bezeichnet wurden. Bäuerlein erklärte dazu, dass die Gemeinde das Bauamt auf diesen Missstand hingewiesen und um Erneuerung der Fahrbahndecke gebeten habe. Das Bauamt sei auch bereit zur Nachbesserung, weil diese aber nicht über das Amphibienschutzprogramm bezuschusst wird, müsse Bauoberrat Manfred Rott erst sehen, wann er die Maßnahme in die Finanzierung einplanen kann.

Sehr besorgt sind die Fabrikschleichacher um die künftige hausärztliche Versorgung. Nachdem Bürgermeister Bäuerlein angekündigt hatte, gemeinsam mit dem derzeitigen Hausarzt Otto Ehrler eine Informationsveranstaltung anzubieten, wollten die Fabrikschleichacher wissen, wie es denn um ein Ärztehaus oder ähnliches bestellt sei. Matthias Bäuerlein machte deutlich, dass sich die Gemeinde in Zusammenarbeit mit Ehrler um die künftige Versorgung bemühe, wenn dieser in Ruhestand geht. Räume, die man für eine Praxis zur Verfügung stellen könnte, seien nicht das Problem.

Allerdings müssten diese passend konzipiert sein. Bauen auf Vorrat sei nichts. Eine Verbesserung für die notärztliche Versorgung wird es auf jeden Fall sein, dass Rauhenebrach 2019 eine Rettungswache erhält. Der Bürgermeister erklärte, dass eine Studie des Innenministeriums ergab, dass im Landkreis Haßberge in Rauhenebrach und Bundorf die Rettungszeiten nicht eingehalten werden.

Deshalb sei die Rettungswache ausgeschrieben, die anfangs wohl bei der Feuerwehr in Untersteinbach untergebracht wird. Erst wenn klar ist, wer die Ausschreibung gewinnt und die Rettungswache betreibt, könne über Räumlichkeiten entschieden werden. Manche Träger würden lieber selbst bauen, andere sich gerne einmieten, erklärte Bäuerlein. Die Rettungswache werde nur tagsüber besetzt sein und fünf Jahre laufen. Dann würde Bilanz gezogen und entschieden, in welchem Umfang sie weiterbetrieben wird.

So ein Ärger muss doch nicht sein

Kundenunfreundlicher sei der Wertstoffhof, seit der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises zuständig ist, kritisierten einige Fabrikschleichacher. Sie verstanden nicht, warum die Styropor-Verpackung eines Kühlschranks angenommen, ein Stück Styroporplatte, das bei einer Isolierung übrig blieb, aber abgelehnt wird. Ein anderer Bürger durfte drei unbehandelte Holzbretter abgeben, ein angestrichenes musste er wieder mitnehmen mit dem Hinweis, er müsse es nach Wonfurt fahren.

Während die Breitbandversorgung in Fabrikschleichach mittlerweile nach dem Ausbau mit mindestens 50 MBit/s sehr ordentlich ist, leidet die Ortsbevölkerung nach wie vor darunter, beim Handy-Empfang in einem Funkloch zu sitzen. "Empfang ist nur oben im Wald", erklärte einer der Teilnehmer. Daraus schloss er, dass eine Erhöhung des Funkmasten in Untersteinbach oder in Koppenwind das Problem lösen könnte. Dazu erklärte der Bürgermeister, dass er beide in Rauhenebrach aktiven Netzbetreiber angeschrieben habe, um das Fabrikschleichacher Problem zu lösen. "Eigenwirtschaftlich wird aber keiner der beiden hier aktiv, dazu gibt es zu wenige Kunden", erklärte er. Allerdings stehe die Gemeinde Gewehr bei Fuß, denn die Staatsregierung habe ja bis 2020 ein flächendeckendes Netz versprochen. "Da wird über Förderprogramme geredet, und so bald eines aufgelegt wird, geht unser Antrag raus", versprach Matthias Bäuerlein.